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Zeppelinstraße: Einengung dauert länger als sechs Monate

Potsdam Zeppelinstraße: Einengung dauert länger als sechs Monate

Da kommt Freude auf bei Potsdams Autofahrern: Die Maßnahmen für den Feldversuch in der Zeppelinstraße zur Reduzierung des Feinstaubes werden auch über den 31. Dezember hinaus noch für mehrere Wochen bestehen bleiben – so lange die Datenauswertung läuft.

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Nach Rohrbruch: Beschädigte Straße noch mindestens vier Wochen gesperrt

Die Schilder, die den Modellversuch in der Zeppelinstraße begleiten, hängen schon.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Glück gehabt. Der befürchtete Stau in der Zeppelin-Straße blieb am Pfingstwochenende aus. Der Grund: Aufgrund der starken Regenfälle stellten die Arbeiter bereits am Samstagmittag die Markierungsarbeiten ein, so dass fortan alle vier Spuren von den Autos genutzt werden konnten. Einige Tempo-30-Schilder kündigen nun allerdings an, in welchen Rhythmus der Verkehr in den kommenden sechs Monaten fließen soll.

Am Freitagabend hatte die Stadtverwaltung zu einer Anwohnerversammlung eingeladen, um über die versuchsweise Einengung der Zeppelin-Straße zu informieren. Ziel ist es, die jahrelang überschrittenen Luftschadstoffwerte zu reduzieren. Die Stimmung unter den 120 Interessierten war abwartend-höflich – von geballtem Volkszorn über die Einschränkungen keine Spur.

Schon lange im Vorfeld wurde in der Stadt über die Info-Veranstaltung zur Zeppelinstraße informiert

Schon lange im Vorfeld wurde in der Stadt über die Info-Veranstaltung zur Zeppelinstraße informiert.

Quelle: MAZonline

Die spannendste Botschaft des Abends wurde erst gegen Ende und auf Nachfrage einer Dame präsentiert. „Was passiert, wenn die sechs Monate rum sind; gibt es Pläne für die Zeit der Evaluierung?“ Norman Niehoff, Leiter des Bereichs Verkehrsentwicklung, erklärte daraufhin, dass die Maßnahme auch nach dem 31. Dezember sechs bis acht Wochen unverändert fortbestehen soll – so lange wird die Analyse der erhobenen Daten dauern. „Voraussichtlich Ende Februar wird der Bericht vorgelegt,“ sagte Niehoff nach der Veranstaltung zur MAZ.

Dann wird entschieden, wie es weitergeht. Möglich, dass der Versuch auch danach weiterläuft. Er könnte noch bis Ende März 2018 verlängert werden – falls die ermittelten Halbjahreswerte noch nicht für belastbare Daten ausreichen sollten, weil in diesem Fall das zweite Halbjahr lediglich geschätzt wird. Würde der Modellversuch auf neun Monate ausgeweitet, hätte das den Vorteil, dass der Schätzanteil sinkt.

Der Modellversuch in der Zeppelinstraße soll länger als sechs Monate dauern

Der Modellversuch in der Zeppelinstraße soll länger als sechs Monate dauern.

Quelle: Friedrich Bungert

Noch zwei weitere Optionen stehen nach der Datenauswertung im Raum: Entweder die Maßnahme wird im Erfolgsfall verstetigt – also dauerhaft – oder aber sie wird beendet. Sollten die Grenzwerte nicht nachhaltig gesenkt werden können, müsse man „in ernsthafte Diskussionen“ mit der Politik und den Fachleuten eintreten“, sagte Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos), als er zum Mikro griff: „Wenn es nicht so kommt, wie wir uns das vorstellen, dann haben wir eine Menge zu reden.“

Zum Auftakt hatte Rubelt im Hinblick auf die Maßnahme eingeräumt: „Es geht um einen Versuch; insofern bin ich auch ein Skeptiker.“ Sprich: abwartend.

Fragen aus dem Publikum drehten sich unter anderem um die Kapazitäten des Park & Ride-Platzes am Bahnhof Pirschheide mit seinen 160 Stellplätzen. Was passiert, wenn dieses Angebot aus allen Nähten platzt? Bei den Anwohnern der Seitenstraßen geht die Furcht um, dass in ihren Wohngebieten alles zugeparkt werden könnte.

Auf der Höhe des Lidl-Marktes soll auf der Zeppelinstraße eine neue Mittelinsel entstehen

Auf der Höhe des Lidl-Marktes soll auf der Zeppelinstraße eine neue Mittelinsel entstehen.

Quelle: Friedrich Bungert

Niehoff präsentierte eine mögliche Entlastungsvariante: Sollten die Kapazitäten ausgeschöpft sein, kann der Verkehrsübungsplatz aufgelassen und an einen neuen Standort verlegt werden – das würde zusätzliche hundert Stellplätze bringen.

Ein Herr plädierte für eine „Grüne Welle“ bei den Ampelschaltungen von der Forststraße bis zum Luisenplatz. Doch das ist aus Sicht der Verwaltung wenig sinnvoll. Das Problem: Nur die Hälfte des Verkehrs auf der Straße kommt aus dem Umland; die andere Hälfte stammt aus den Nebenstraßen.

Bedenken wurden wegen des Fahrradstreifens auf der Fahrbahn geäußert: Was, wenn er von Autos gekapert wird? Hier gab es Entwarnung: Eine spezielle Markierung soll das Überfahren des Radfahrstreifens erschweren, hieß es.

Straßenraum wird neu aufgeteilt

Für Autofahrer stehen je eine durchgängige Fahrspur stadteinwärts und stadtauswärts sowie eine Abbiegespur zur Verfügung. Stadtauswärts gibt es für Radler einen markierten Fahrstreifen auf der Fahrbahn. Fußgänger und Radler müssen nicht mehr den Gehweg gemeinsam nutzen.

Zur Verbesserung der Überquerungsmöglichkeit der Zeppelinstraße werden zwei temporäre Mittelinseln mit zugehörigen Bordabsenkungen eingerichtet; eine in Höhe Bahnhof Charlottenhof und eine weitere in Höhe Lidl.

Von Jens Trommer und Ildiko Röd

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