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Zoff um neuen Markt in Teltow

Stadt will auch Wohnungen und Schule ansiedeln Zoff um neuen Markt in Teltow

Groß, klotzig und anonym, wer durch Teltow fährt, sieht die Betonflachmänner an jeder Ecke: Elf Supermärkte gibt es in der 24.000-Einwohnerstadt und demnächst könnte ein neuer Markt an der Mahlower Straße hinter der Jet-Tankstelle hinzukommen.

Teltow. Einen weiteren Supermarkt findet die Verwaltung auch "durchaus legitim" für eine Stadt in dieser Größe. Die Rede ist von einer Fläche nördlich der Mahlower Straße, neben und hinter der Jet-Tankstelle, ein Areal das nicht der Stadt allein gehört. Ende Januar hatten die Stadtverordneten deshalb beschlossen, einen Bebauungsplan für einen "großflächigen" Supermarkt entwerfen zu lassen und öffentlich auszulegen.

Das Verfahren wurde wenig später allerdings wieder auf Eis gelegt. Bis Ende Oktober sollte die Verwaltung noch eine weitere Idee prüfen: Gegen den Riesenmarkt hatten sich FDP und BIT ausgesprochen. Im Februar hatten sie vorgeschlagen, dass auf dem Areal ein "attraktiver Wohnkiez inklusive Schule und Einzelhandel" entstehen soll, also mehr als ein Großmarkt. Ihr Argument: In der Nachbarschaft gebe es bereits fünf Supermärkte und die Stadt habe keine "Versorgungsengpässe", was Lebensmittelmärkte angeht. Der Fokus sollte deshalb auf kleine und altersgerechte Mietwohnungen gelegt werden, denn daran fehle es in Teltow.

Die Frage, was genau auf dem Grundstücksareal passiert, ist auch heute noch nicht abschließend geklärt. Nun sind die Stadtverordneten aber wieder einen Schritt weitergekommen. Sie haben in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, dass sich ein externes Projektbüro damit beschäftigen soll, wie die Fläche nördlich der Mahlower Straße entwickelt wird. Dafür stehen den Experten des Büros außerplanmäßig 10 000 Euro aus dem städtischen Haushalt zur Verfügung. Da es sich bei dem Areal um zwei Grundstücke handelt, wovon eines der Kommune und das benachbarte einem privaten Eigentümer gehört, ist die Stadt vor allem darauf bedacht, dass die Fläche "sinnvoll miteinander verbunden wird". "Im günstigsten Fall entsteht dort eine zusammenhängende Infrastruktur, die örtlich bestehende Bedarfe abdecken kann, sprich Einzelhandel, Wohnraumversorgung sowie den künftigen Schulstandort einer Grundschule", sagt Stadtsprecherin Andrea Neumann.

Wie andere Kommunalpolitiker befürchtet auch Eberhard Adenstedt (Bündnis 90/Grüne), dass der Investor durch die Debatte vergrault werden könnte. "Er kann nicht ewig warten", sagte Adenstedt. Er argumentierte aber auch, dass kein weiterer Discounter gebraucht wird. Wenn, dann solle lieber ein Supermarkt mit hochwertigem Angebot entstehen.

Kommunen können zwar darüber mitentscheiden, ob Einzelhandel entsteht und wie groß gebaut wird, aber nicht ob an den Standort ein Premium- oder ein Billigmarkt angesiedelt wird. Früher gab es auf dem besagten Areal eine Großfleischerei und eine Großbäckerei.

Von Diana Bade

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