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Potsdam Zu Gast bei der Konsulin von Monaco
Lokales Potsdam Zu Gast bei der Konsulin von Monaco
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07:50 26.04.2016
Barbara Zumbaum am Eingang des Konsulats in der Puschkinallee 17. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Nauener Vorstadt

Wörter öffnen Welten. Prinzessin ist so ein Wort. Kaum vernommen, wirbelt auch schon ein goldgelocktes Mädchen mit wallender Robe und glockenhellem Lachen durch die Gedanken. Sommer ist so ein Wort. Und auch Monaco. Wer denkt da nicht an Sonne und glitzernde Meereswogen? An Casinos und Yachten. An prächtige Bälle und Formel-1-Rennen, auf denen sich die Schönen, die Reichen und die Mondänen ein Stelldichein geben. An Fürst Albert und seine feenhaft-schöne Charlene.

„All das ist Monaco – aber eben auch viel, viel mehr“, sagt Barbara Zumbaum. Die Anwältin, die kurz nach der Jahrtausendwende ihren Lebensmittelpunkt nach Potsdam verlegte, ist Honorarkonsulin des winzigen Stadtstaates, dem seit Jahrzehnten ein übermächtiger Jet-Set-Ruf vorauseilt. „Die Regenbogenpresse macht Monaco längst nicht mehr aus“, sagt Barbara Zumbaum. „Der Staat hat sich wirklich verändert, ist modern geworden und tut sich auf vielen Gebieten im positiven Sinne hervor.“ Zu verdanken sei das der Thronfolge: „Fürst Albert ist ein aufgeschlossener Mann.“

Die Villa Gericke: ein Hingucker nicht nur für Architekturfans. Quelle: Bernd Gartenschläger

Barbara Zumbaum hat als Honorarkonsulin den Wandel ein gutes Stück mit begleitet. Vor sieben Jahren wurde sie – als erste Frau überhaupt – in dieses Ehrenamt berufen, nachdem ihr Vorgänger aus Altersgründen den Dienst quittiert hatte. „Es gibt zwei Möglichkeiten: Man kann sich bewerben oder man wird angesprochen“, sagt Barbara Zumbaum. Sie wurde angesprochen, was niemanden verwundern wird, der einmal ihre illustre, unterhaltsame und doch zurückhaltende Gesellschaft genossen hat. Von den strengen Eignungsprüfungen für das Amt befreiten sie ihr einnehmendes Wesen, ihre langjährige Erfahrung als international tätige Anwältin und Notarin und ihre superben Sprachkenntnisse allerdings nicht.

„Monaco ist ein kleines Land, aber wirtschaftlich gut aufgestellt. Es hat verhältnismäßig viele Konsulate“, sagt Barbara Zumbaum. Allein sechs Konsuln vermitteln neben den beiden Botschaftern zwischen Deutschland und Monaco. Barbara Zumbaums Kollegen sitzen in München und in Frankfurt am Main, in Stuttgart, Hamburg und Düsseldorf und vertreten gewissermaßen die „alte“ Bundesrepublik. „Ich bin für den gesamten Osten zuständig – außer für Sachsen“, sagt Barbara Zumbaum. Sie vermittelt auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet, bahnt Kooperationen an und bringt dabei nicht nur potenzielle Geschäftspartner, sondern immer auch Menschen zueinander. So hat sie eine märkisch-monegassische Künstlergruppe begründet, die hier wie dort ausstellt – im Sommer brechen die Potsdamer wieder an die Côte d’Azur auf. Sie hat den berühmten Knabenchor „Les petits Chanteurs de Monaco“ aus der blendend weißen Kathedrale Notre-Dame-Immaculée in die kleine, rot geklinkerte Erlöserkirche gelotst. Gerade hofft sie, das Ozeanographische Museum Monaco mit dem Deutschen Meeresmuseum in Stralsund zu einer Liaison zu bewegen und unterstützt nebenbei ein großes deutsches Unternehmen, das seine Forschungsabteilung in Monaco ansiedeln möchte.

Monaco: Klein und voll

Das Fürstentum Monaco ist der zweitkleinste Staat der Welt – nur der Vatikan ist kleiner.

An der französischen Mittelmeerküste gelegen, leben auf gerade einmal zwei Quadratkilometern 37800 Einwohner. Monaco weist mit 18229 Einwohnern pro Quadratkilometer die höchste Bevölkerungsdichte aller Staaten der Erde auf. Zum Vergleich: Potsdam hat eine Fläche von 188 Quadratkilometern, 167000 Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von 871 Einwohner je Quadratkilometer. nf

Es ist aber nicht alles Kultur, Forschung und Wirtschaft, was Barbara Zumbaum beschäftigt. Im Notfall ist sie auch für die profanen Dinge im Leben eines monegassischen Staatsbürgers zuständig. Wer beim Besuch im Osten Deutschlands seinen Personalausweis verloren hat, bei Rot geblitzt wurde oder krank geworden ist, findet bei ihr Hilfe. Allzu oft komme es aber nicht vor, dass ein niedergeschmetterter Monegasse am Konsulat in der Puschkinallee 17 anklopft, sagt Barbara Zumbaum.

Das ist beinahe schade für die Monegassen, möchte man meinen, denn das Haus, in dem das Konsulat residiert ist eines der außergewöhnlichsten, das Potsdam zu bieten hat. Das liegt zum einen an seinem Baustil, den Experten Historismus nennen und der selbst Laien als unbefangener Mix auffällt. Zum anderen liegt das an der besonderen Bau-Geschichte des Hauses. 1892/93 errichtet, ist die zwischen Kapellen- und Pfingstberg gelegene Villa Gericke eine Art Kopie. Das Original, die Villa Ende, stand seit anno 1864/65 im Tiergarten in Berlin, wurde aber wegen der in unmittelbarer Nähe errichteten S-Bahn 1893 abgerissen. Teile davon sind in der Villa Gericke verarbeitet worden, etwa die verspielten, holzgeschnitzten Giebel und das von Christian Daniel Rauch erschaffene Keramikrelief.

Barbara und Jörg Zumbaum haben die Villa Gericke aufwendig saniert. Ein wahrer Kummerkasten angesichts der Schwierigkeiten, die nicht nur im Gebälk steckten, sondern auch in der Zusammenarbeit mit den Potsdamer Behörden. Aber Zumbaums hatten schon einige Erfahrung mit den guten und bösen Überraschungen, die eine Baustelle dieser Dimension mit sich bringt, hatten sie doch zuvor das ebenfalls in der Nauener Vorstadt gelegene Landhaus von Oppen saniert. Dort, auf der anderen Seite des Pfingstbergs, leben sie heute. Ein grüner, abgeschiedener Winkel der Stadt, die Barbara Zumbaum nach Jahren in New York und Paris eigentlich viel zu klein ist. In der sie sich heute aber dennoch wohl fühlt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Von Nadine Fabian

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