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Potsdam Zu viel Fleisch, zu wenig Nachhaltigkeit
Lokales Potsdam Zu viel Fleisch, zu wenig Nachhaltigkeit
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18:21 15.06.2017
Während die Erwachsenen diskutierten, konnten sich die Schüler am Brandenburger Tor Bio-Stullen schmieren. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Innenstadt

Zwischen Bio-Schwarzbrot und Fair-Trade-Kaffee diskutieren sie über nachhaltige Landwirtschaft und EU-Subventionen. Von Donnerstag bis Freitag steht der Food-Truck der Natur- und Umweltschutzorganisation WWF vor dem Brandenburger Tor. Zum Start der dreimonatigen Deutschlandtour wollen die Aktivisten mit den Wählerinnen und Wählern ins Gespräch kommen. Denn der WWF fordert einen grundlegenden Wandel der Agrarpolitik, vor allem um die Artenvielfalt zu schützen. Gleichzeitig stellte WWF-Landwirtschaftsexperte Matthias Meißner den Regionalreport „Landwirtschaft und Ernährung“ im Großraum Potsdam vor.

Ein Fußballfeld Agrarland für drei Potsdamer

„Die Region ist im Vergleich zum miserablen Bundesdurchschnitt auf einem guten Weg“, sagte Meißner. Mit acht Prozent ökologisch bewirtschafteter Flächen liegen die Landeshauptstadt und die drei benachbarten Kreise etwa zwei Prozent über dem Bundesschnitt. Auch mit einem geringen Wert an nitratverschmutztem Grundwasser durch überdüngte Äcker schneidet die Region gut ab. Für die Erzeugung seiner Lebensmittel braucht jeder Potsdamer laut WWF eine Fläche von fast 2400 Quadratmetern, etwa ein Drittel eines Fußballfeldes.

„Wir essen in Deutschland zu viel Fleisch, produzieren zugleich mehr als wir brauchen und exportieren die Überschüsse ins Ausland“, sagt Meißner. Er fordert deshalb von der Politik aber auch der Gesellschaft höhere Investitionen in einen nachhaltigen Agrarsektor, der umweltfreundlich produzierenden Landwirten ein gerechtes und zuverlässiges Einkommen garantiert. Dafür sei ein Umdenken sowohl in der Agrar- als auch der Sozialpolitik nötig ebenso wie europaweit neue Kriterien für die Subventionen von Agrarbetrieben.

Der Regionalreport in Zahlen

Der Regionalreport des WWF betrachtet den Raum Potsdam und die Landkreise im Radius von 50 Kilometern. 1384 Betriebe bewirtschaften in dieser Region eine Fläche von 300 060 Hektar, davon sind 74 Prozent Ackerland. Die durchschnittliche Fläche pro Betrieb liegt mit 217 Hektar um ein Vielfaches über dem Bundesschnitt.

158 der Betriebe halten Nutztiere. Etwa drei Viertel davon verfügt über einen Bestand von mehr als 100 Großvieheinheiten. Eine Großvieheinheit entspricht 500 Kilogramm, also ein ausgewachsenes Rind oder drei Schweine oder zehn Schafe oder 320 Legehennen.

Die Mehrheit der Betriebe betreibt keinen ökologischen Landbau. Laut den jüngsten Daten aus dem Jahr 2010 wirtschaften neun Prozent der Betriebe in der Region mit einer Gesamtfläche von acht Prozent nach den vom WWF gewünschten Prinzipien. Der bundesweite Flächendurchschnitt liegt bei sechs Prozent. Das Ziel der Bundesregierung liegt bei 20 Prozent.

Im betrachteten Gebiet gibt es 16 Messstellen für den Nitratgehalt im Grundwasser. Für Trinkwasser definiert die Deutsche Trinkwasserverordnung eine maximal erlaubte Menge von 50 Milligramm pro Liter. Drei der 16 Messstellen zeigen durchgängig hohe Werte auf, eine liegt konstant bei über 200 Milligramm pro Liter. Bundesweit liegen knapp unter 20 Prozent der Messstellen über dem Grenzwert.

Von Victoria Barnack

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