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Zu wenig Bewerber für freie Lehrstellen

Potsdam Zu wenig Bewerber für freie Lehrstellen

Mehr als 1500 Ausbildungsplätze sind bei der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer Potsdam kurz vor dem Start der Lehren noch unbesetzt. Viele werden es auch bis zur letzten Frist bleiben. Denn: Im Bezirk der Potsdamer Agentur für Arbeit haben nur knapp 1100 Schulabgänger noch keinen Ausbildungsvertrag.

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Berufsberaterin Doreen Ließ und der 21-Jährige Florian Moritz bei der Stärken-Schwächen-Analyse am PC.
 

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam.  Seit vielen Jahren nähern sich die Zahl der freien Lehrstellen und jene der Schulabgänger ohne Ausbildung immer weiter an. Im Agenturbezirk des Potsdamer Arbeitsamtes haben sich die Linien nun geschnitten: 1582 Ausbildungsstellen wurden bis zum Montagabend für 1168 Schulabgänger, die bisher ohne Ausbildungsvertrag dastehen, angeboten.

Die Agentur für Arbeit bot am Montag, dem letzten Tag der Bewerbungsfrist, eine Aktion für unversorgte Bewerberinnen und Bewerber an. „Spätestens jetzt nach der Zeugnisausgabe sollte der Kopf dafür frei sein“, sagte Ramona Schröder, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Potsdam. Sich zu entscheiden, legt sie nicht nur den Ausbildungsbetrieben, die um zu wenig potenzielle Lehrlinge buhlen, wärmstens ans Herz. „Die Schüler die heute erst zur Berufsberatung kommen, konkurrieren mit anderen Bewerbern, die deutlich bessere Abschlüsse haben“, erklärte sie.

Etwa 1000 der freien Lehrstellen fallen auf die Industrie- und Handelskammer Potsdam. Eine von ihnen möchte Florian Moritz besetzen. Der 21-Jährige mit Fachabitur hat bereits einige Bewerbungen verschickt und würde gern Verwaltungsfachangestellter werden. In mehreren Praktika hat er jedoch gemerkt, dass ihm der Beruf auf Dauer „zu trocken“ werden könnte. „Deswegen habe ich den Aktionstag in der Arbeitsagentur genutzt, um noch einmal eine Stärken-Schwächen-Analyse zu machen“, sagte er. Der Test ergab, dass zu seinen Interessen auch verschiedene Handwerksberufe und Ausbildungen passen könnten, die er bisher gar nicht in Betracht gezogen hatte.

Beratung zu Ausbildungsberufen und -betrieben

Fachkraft für Schutz und Sicherheit – auf seiner Empfehlungsliste ganz oben – schloss er dennoch aus. „Dafür ist sein Schulabschluss viel zu gut“, stimmte seine Berufsberaterin Doreen Ließ zu. Sie ging während des Aktionstages am Montag die Liste der passenden Ausbildungen Schritt für Schritt mit dem 21-Jährigen durch. Das Handwerkliche möchte er zumindest beruflich ausschließen. Ein Job bei der Polizei wäre ihm zu riskant.

Nach einer Stunde Berufsberatung verließ Florian Moritz die Potsdamer Agentur für Arbeit mit einem Stapel Papier und guten Mutes. „Ich bewerbe mich noch heute auf ein bis zwei weitere Stellen“, sagte er. Doreen Ließ hat ihn auf Ausbildungsalternativen wie den Kaufmann für Versicherungen oder für Büromanagement aufmerksam gemacht und Empfehlungen für konkrete Betriebe ausgesprochen. Mit etwas Glück wird Florian Moritz noch in dieser Woche zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen.

Vier weitere Schulabgänger hatte Doreen Ließ bereits vermittelt, bevor Florian Moritz ihr Büro am Montagmittag betreten hatte. „Sie alle wollten ins Handwerk“, berichtete sie, „das ist ungewöhnlich aber erfreulich.“ Mehr als 500 Lehrstellen waren am 31. Juli bei der Handwerkskammer Potsdam unbesetzt. „Ich bin mir sicher, dass sich für jeden eine berufliche Perspektive finden lässt, denn noch nie standen die Chancen so gut“, erklärte Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer, „noch nie gab es so viel Auswahl für die unterschiedlichsten Talente.“

Für die Handwerker ist es oftmals besonders schwierig, an die Schülerinnen und Schüler heranzukommen. „Je kleiner ein Betrieb ist, desto schwerer ist es für ihn, Auszubildende zu finden“, erklärte Beraterin Ließ. Sie prognostiziert für die künftigen Bewerbungszeiträume deshalb einen Trend entgegen der aktuellen Tendenz: „Viele Betriebe sind kurz davor, nicht mehr ausbilden zu wollen“, sagte sie.

Lehrstellenberatung in Potsdam

Das Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit in Potsdam im Horstweg 102-106 ist montags bis freitags ab 7.30 Uhr geöffnet.

Die Handwerkskammer Potsdam bietet jeden Dienstag von 9 bis 18 Uhr eine Lehrstellenberatung in der Potsdamer Charlottenstraße 34-36 an.

Die Industrie- und Handelskammer Potsdam informiert über die Berufsorientierung unter www.berufsorientierung-brandenburg.de .

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Von Victoria Barnack

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