Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / -1 ° Sprühregen

Navigation:
Zukunft der Biosphäre in Potsdam weiter offen

Dauerstreit um Tropenhalle Zukunft der Biosphäre in Potsdam weiter offen

Die SPD, CDU und Grüne haben sich auf eine Bürgerbeteiligung mit Workshop geeinigt, um die Nutzung der Biosphäre als Sportstätte und Kieztreff für alle Generationen prüfen zu lassen

Bornstedter Feld 52.413394 13.0469263
Google Map of 52.413394,13.0469263
Bornstedter Feld Mehr Infos
Nächster Artikel
Potsdam am Dienstag: Das ist heute wichtig

Tropenhalle oder Skaterparadies mit generationenübergreifenden Nutzungen – die Zukunft der Biosphäre ist weiter ungewiss.

Quelle: Friedrich Bungert

Bornstedter Feld. Knalleffekt im Ringen um die Zukunft der Biosphäre: Statt eine EU-weite Ausschreibung für den Betrieb als Tropenhalle zu starten, sollen nun einem Workshop im September mehrere Varianten geprüft werden, unter anderem die Nutzung der Biosphäre als überdachte Sportfläche und als generationenübergreifendes Stadtteilzentrum. Der Weiterbestand als Tropenhalle bleibt dabei nur eine von mehreren möglichen Optionen.

Nach MAZ-Informationen haben SPD und CDU/ANW am Montagabend einen entsprechenden Änderungsantrag auf den Tisch gelegt, der von den Grünen unterstützt wird. Der Antrag sieht vor, dass die Verwaltungsvorlage von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) zurückgestellt wird. Das Papier der Verwaltung empfahl die europaweite Suche nach einem Privatunternehmer für einen Weiterbetrieb des Tropenparadieses und eine umfangreiche Sanierung. Bei dieser Variante würde die Stadt maximal 1,9 Millionen Euro pro Jahr für den Dschungel im Bornstedter Feld zuschießen.

Erhalt der Biosphäre bis Ende 2018

Die Biosphärenhalle in ihrer jetzigen Form muss nicht Ende November 2017 zusperren: Der Betrieb der Tropenwelt solle von der Stadt über die bisher gesetzte Frist hinaus bis Ende 2018 gesichert werden, beschloss der Bauausschuss letzte Woche mit einem Ergänzungsantrag der Linken. Das befürworten auch SPD, CDU und Grüne.

Nach Änderungsanträgen etwa von SPD und CDU/ANW zur Prüfung alternativer Nutzungsmöglichkeiten (Stadtteilzentrum, Kiezbad) informierte die Verwaltung letzte Woche, dass Prüfungen zu ergänzenden Nutzungen parallel zur EU-weiten Ausschreibung nicht zulässig seien. Daraufhin vertagte der Hauptausschuss das Gesamtpaket auf Antrag der SPD. Grund: Zu wenig Zeit, um vor der Abstimmung die Vorlage zu diskutieren.

.

Diese Pläne würden nun dank des Änderungsantrags gekippt. „Stattdessen ist ein Beteiligungsverfahren durchzuführen, in dessen Mittelpunkt im September ein Expertenworkshop steht, der die potenziellen Nutzer für ein Stadtteilzentrum am Standort der Biosphäre und der näheren Umgebung zusammenbringt“, erklärte SPD-Fraktionschef Pete Heuer am Montag. Mit am Tisch sollen dann neben Stadtpolitikern und der Pro Potsdam auch der Stadtjugendring, die Träger der Bürgerhäuser und des Breitensports sowie Architekten und Stadtplaner sitzen.

Bei der Runde soll geprüft werden, welche Lösungen „machbar und wirtschaftlich“ sind, so Heuer weiter: „Wenn das Ergebnis des Expertenforums eine Machbarkeit bestätigt, wäre das zwar das Ende der Tropenhalle – das Gebäude bliebe aber erhalten.“

Exotische Fische gehören auch zur Tropenhalle

Exotische Fische gehören auch zur Tropenhalle.

Quelle: Christel Köster

Eine Nutzungsoption wäre eine sogenannte „Kalthalle“, bei der Teile der Glasfassade entfernt werden. Die überdachte Fläche böte Platz für Skaterflächen und andere Sportarten. „Generationenübergreifende Nutzungen“ wären im Sozialbereich – im Foyer und in den jetzigen Flächen von Restaurant, Café und Kino – möglich, umreißt Heuer die Möglichkeiten.

Aus Sicht der CDU/ANW ist es ebenfalls „wichtig, dass wir die stadtteilbezogenen Varianten untersuchen und diese in unsere Entscheidung einfließen lassen“, begründete Fraktionschef Matthias Finken den gemeinsamen Vorstoß.

Der Eingang zur Biosphäre

Der Eingang zur Biosphäre.

Quelle: dpa

„Der Antrag greift die Position der Grünen auf“, erklärte Grünen-Fraktionschefin Janny Armbruster die Unterstützung ihrer Parteikollegen nach der Fraktionssitzung. Auch sie plädiert dafür, „noch mal innezuhalten und zu gucken, wie wir für die soziale Infrastruktur im Bornstedter Feld eine optimale Lösung hinkriegen“.

Die Halle im Winter

Die Halle im Winter.

Quelle: Christel Köster

Der Schulterschluss beschert den drei Fraktionen eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung. Erklärte Befürworter des Erhalts der Tropenwelt sind die Linken und die Fraktion Die Andere. Schon vor Bekanntwerden des SPD/CDU-Änderungsantrags hatte Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg das Vorgehen der beiden Fraktionen scharf kritisiert – insbesondere die Prüfaufträge von SPD und CDU hinsichtlich diverser Nutzungen in einer entkernten Biosphäre.

„Ich unterstelle Heuer und Finken, dass sie mit diesen Prüfaufträgen nur den Abriss des Gebäudes vorbereiten wollen“, sagte Scharfenberg am Wochenende zur MAZ.

Die Tropenhalle ist ein Orchideen-Paradies

Die Tropenhalle ist ein Orchideen-Paradies.

Quelle: Christel Köster

Bemerkenswert findet Scharfenberg auch den Umstand, dass zwar die Linken die Vorlage des Oberbürgermeisters unterstützen. „Dass er aber keine Unterstützung von den ihn tragenden Fraktionen hat, finde ich absonderlich“, unterstrich er. Auf Dringen der Linken ist vergangene Woche eine Hauptausschuss-Sondersitzung zur Biosphäre angesetzt worden – für Dienstagnachmittag. Am Mittwoch können die Stadtverordneten dann darüber abstimmen.

Von Ildiko Röd

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
7b1a3dba-c221-11e7-939a-14d1b535d3f1
Potsdamer Lichtspektakel 2017

Es werde Licht! Drei Nächte lang wird Potsdam mit einem Lichtspektakel von Freitag bis Sonntag illuminiert.

Die Karikaturen des Potsdamers Hafemeister

Jörg Hafemeister karikiert seit Jahren die Potsdamer Lokalpolitik. Nun hat er immer mittwochs seinen festen Platz im Potsdamer Stadtkurier. Wir zeigen an dieser Stelle alle Karikaturen.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg