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Potsdam Zukunftspläne für das Kunsthaus „Sans titre“
Lokales Potsdam Zukunftspläne für das Kunsthaus „Sans titre“
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02:15 09.07.2015
Chris Hinze (l.) und Mikos Meininger vor dem Kunsthaus Sans titre. Quelle: Sans titre/Marek Kucera
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Potsdam

„Bau Kunst Sans Titre“ ist der Titel einer Ausstellung in eigener Sache, die am Donnerstag im Kunsthaus „Sans titre“ eröffnet wird. Gezeigt werden Entwürfe von Studenten der Potsdam School of Architecture für Wohnhäuser vor und neben dem Kunsthaus. Initiiert wurde die Projektarbeit für das sechste Semester vom Architekturprofessor Ludger Brands, einem Freund des Kunsthauses, in Gemeinschaft mit den Künstlern.

Noch steht das vor fünfeinhalb Jahren in einem früheren Gebäude der Energiewirtschaft eröffnete „Sans titre“ an der Französischen Straße wie auf freiem Feld. Die Studenten beschäftigten sich mit der Frage, welche Chancen das Kunsthaus hat, wenn nebenan nach Maßgabe des Bebauungsplans Wohnhäuser entstehen.

„Wir wollen die Entwicklung nicht abwarten, sondern selbst aktiv werden“, sagt Chris Hinze, Vorstand des Kunsthaus-Vereins. Ausgangslage für die rund zehn Entwürfe sind drei- bis fünf geschossige Wohnblöcke, hinter denen das zweigeschossige „Sans titre“ zunächst einfach verschwinden würde.

Zu den zentralen Ideen gehört eine zweigeschossige Ausstellungshalle im Parterre des an die Französische Straße gesetzten Wohnhauses, die vom „Sans titre“ in einer Art Verlängerung als Galerie und Schaufenster bespielt werden könnte. Mit dem Bau eines weiteren wuchtigen Wohnblocks auf dem Nachbargrundstück würde das „Sans titre“ vollends im Hinterhof verschwinden. Mit Ateliers, Werkstätten und einem kleinen Café in der Erdgeschosszeile könnte es jedoch auch hier eine reale Erweiterung bekommen.

Derzeit bespielt das „Sans titre“ 800 Quadratmeter auf zwei Etagen, so Hinzes Vorstandskollege Mikos Meininger. Allein mit dem Vorderhaus könnten nach seiner Kalkulation 400 Quadratmeter hinzukommen, insgesamt wären bis zu 2000 Quadratmeter zusätzlich möglich. Zum Vergleich: Das geplante Kunst- und Kreativzentrum im Rechenzentrum an der Breiten Straße wird mit 5300 Quadratmetern auf vier Etagen gut zweieinhalb mal soviel Fläche bieten.

Zwölf Künstler, Architekten, Fotografen und Designer haben im „Sans titre“ Büros oder Ateliers. Hinzu kommen Ausstellungsräume in beiden Etagen. Die Situation des Hauses ist prekär. Der Nutzungsvertrag mit der Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 (PWG) wird laut „Sans titre“ jährlich verlängert. Vor zwei Jahren sondierten Hinze und Meininger einen Umzug in die Schinkelhalle auf dem Kulturgelände Schiffbauergasse. Sie bekamen eine Absage: Die Halle wird immer häufiger für Veranstaltungen gebracht.

Mittlerweile überlegen sie, das Grundstück des „Sans titre“ mit Partnern per Erbpacht oder Kauf zu übernehmen und in Eigenregie zu entwickeln. Meininger sagt: „Wir haben hier eigentlich keine andere Chance, als selbst zu Gestaltern zu werden.“

Das Kunsthaus „Sans titre“

Das Kunsthaus „Sans titre“ wurde im Dezember 2009 in einem leerstehenden Gebäude der Energiewirtschaft eröffnet und entwickelte sich mit der seltenen Kombination von Kunstproduktion und Kunstpräsentation an einem Ort in kürzester Zeit zu einer wichtigen Adresse weit über die Stadt hinaus.

Zu den Freunden und Förderern zählen Johannes Häfele, Firmenchef der Potsdamer Niederlassung des Softwareriesen Oracle in der Schiffbauergasse, und Sabine Moritz, Ehefrau von Gerhard Richter, die im Spätsommer 2011 „Sans titre“ mit „Lobeda“ ihre erste Einzelausstellung hatte.

Teil der Ausstellung wird neben den Entwürfen der Studenten an den Wänden ein Boxring in der Mitte des Raumes sein, in dem Modelle des „Sans titre“ und denkbarer Wohnblöcke verteilt sind. „Wir sind in der siebten oder achten Runde“, sagt Hinze, „kurz vor der Entscheidung“. Das Publikum soll selbst durchspielen, wie es weitergeht. Ein ähnliches Spiel soll im Pavillon aufgebaut werden, mit dem das „Sans titre“ sich am Wochenende am 24-Stunden-Festival „Stadt für eine Nacht“ in der Schiffbauergasse beteiligt.

Info Vernissage in der Französischen Straße 18 am Donnerstag, 18 Uhr. Ausstellung bis 26. Juli, Do-Fr 14-19 Uhr.

Von Volker Oelschläger

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