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Potsdam Friedrich Mielke ist tot
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10:34 03.10.2018
Friedrich Mielke an seinem 90. Geburtstag im September 2011 im Museumshaus „Im güldenen Arm“. Quelle: Christel Köster
Potsdam

Potsdams Ehrenbürger Friedrich Mielke ist tot. Nach Mitteilung der Stadt starb er am Sonntag im Alter von 97 Jahren. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) habe die Nachricht am Dienstag in großer Trauer entgegen genommen. Der Oberbürgermeister kondolierte der Familie. „Mit großer Anerkennung schauen wir auf die Lebensleistung von Friedrich Mielke, der sich als Denkmalschützer und berühmter Treppenforscher in Potsdam und darüber hinaus einen Namen gemacht hat“, sagte Jakobs. „Die Landeshauptstadt trauert um einen Sohn der Stadt. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie. Wir werden Professor Mielke ein ehrendes Andenken bewahren.“ Die Beisetzung soll in Potsdam stattfinden.

Friedrich Mielke wurde am 20. September 1921 in Neuneck im Schwarzwald geboren und begann 1949 seine Arbeit in der Denkmalpflege zunächst in Schwerin und anschließend in Potsdam. Er war damals als Denkmalpfleger verantwortlich für die Erfassung der kriegszerstörten historischen Bauten. Beim Durchstreifen der Potsdamer Bürgerbauten begann seine Faszination für historische Treppen. Bis 1958 war Friedrich Mielke oberster Denkmalpfleger in Potsdam und publizierte über Potsdam unter anderem die Bücher „Die Treppe der Potsdamer Bürgerhauses im 18. Jahrhundert“ (1957), „Das Holländische Viertel in Potsdam“ (1960), „Das Bürgerhaus in Potsdam“ (1972), „Potsdamer Baukunst“ (1972, Neuauflage 1998) und „Potsdam wie es war“ (1963).

Seine Arbeiten zum Thema Potsdamer Stadtschloss wurden in den vergangenen Jahren durch die Potsdamer Norbert Blumert und Klaus Wunder gemeinsam mit dem Verleger Rainer Lamprecht aus unzähligen Veröffentlichungen erstmals zusammengetragen und in einem viel bebilderten Buch mit Unterstützung der Landeshauptstadt neu herausgegeben. Unter dem Titel „Wider das Zerstören und Vergessen. Das Potsdamer Stadtschloss in den Schriften von Friedrich Mielke 1955 bis 2014“ wurde es 2015 publiziert. Sechs Jahrzehnte hat sich der berühmte Treppenforscher als Architekt und Denkmalpfleger mit dem Stadtschloss befasst.

Promoviert hatte Friedrich Mielke 1957 an der TU Dresden, habilitiert 1959 an der Technischen Hochschule Berlin, an der bis 1980, seit 1969 als Professor, im Fachgebiet Denkmalpflege lehrte. Mielke gilt als Begründer der Erforschung historischer Treppen (Scalalogie) und gründete 1980 die private Arbeitsstelle für Treppenforschung im oberbayrischen Konstein.

Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Friedrich Mielke im Dezember 1991, links von ihm Oberbürgermeister Horst Gramlich (SPD). Quelle: Christel Köster

Mit seinen Publikationen war Friedrich Mielke 1989 Kronzeuge der Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung, die zum Ende der DDR mit ihrer Ausstellung „Suchet der Stadt Bestes“ in der Nikolaikirche erstmals vor einer größeren Öffentlichkeit den dramatischen Zustand der verbliebenen historischen Potsdamer Innenstadt thematisierte.

Seinen letzten öffentlichen Auftritt in Potsdam hatte Friedrich Mielke 2015 indirekt in einer eigens gedrehten Videodokumentation von Klaus Wunder zur feierlichen Präsentation der Stadtschloss-Publikation im Potsdam-Museum. 2011 gratulierte der Kulturbund dem Ehrenbürger mit einer Ausstellung „Mit Mut und Feingefühl“ im Museumshaus „Im güldenen Arm“ zu seinem 90. Geburtstag.

Verstimmungen zwischen Rathaus und Ehrenbürger gab es wegen der Offerte eines Denkmals für die deutsche Einheit in Form einer sich nach oben verjüngenden doppelläufigen Treppenspirale mit jeweils 40 Stufen, für die sich in der Stadt kein Platz fand. Im August 2012 gab Friedrich Mielke bekannt, dass er die von ihm aufgebaute internationale Forschungsstelle für Treppenforschung nicht nach Potsdam, sondern an die Universität Regensburg gibt.

Nach dem Ableben Friedrich Mielkes hat die Landeshauptstadt mit der Schriftstellerin und Drehbuchautorin Helga Schütz sowie dem Software-Pionier und Potsdam-Mäzen Hasso Plattner noch zwei Ehrenbürger. Die höchste Auszeichnung der Stadt wird auf Lebenszeit verliehen.

Von Volker Oelschläger

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