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Potsdam Zwei Brüder verbindet eine Leidenschaft
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00:52 30.04.2018
Die Brüder Titus und Anton Frehland (r.) mögen den Takt der Marschmusik im Fanfarenzug Potsdam. Quelle: Christin Iffert
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Potsdam

Wenn am 1. Mai der Fanfarenzug Potsdam mit einem Marsch über die Brandenburger Straße in die Saison startet, dann spielen die Potsdamer Titus und Anton Frehland im Takt. Es ist die Musik, die beide Brüder begeistert.

Vor einem Jahr hat Titus das erste Mal eine Trommel bei einer Probestunde vor seinem Bauch getragen, die Holzsticks draufgeschlagen. Weil es Spaß machte, blieb er. „Ich mag selbst gemachte Musik und wie sie klingt“, sagt er. Dann ist da noch der Gleichschritt im Takt, den er lernen musste. Erst kam Titus durcheinander. „Aber inzwischen laufen meine Füße von allein.“ Das Hobby endet für den 10-jährigen Jungen nicht nach der Übungsstunde auf dem Platz des Luftschiffhafens. Von seinen Eltern wünschte er sich ein E-Drum-Pad, worauf er nun Zuhause mit Kopfhörern auf den Ohren trommelt. „Sonst wär das ja zu laut und ich brauche die Übung“, sagt er.

Ein Instrument braucht die Lust und Ausdauer, es lernen zu wollen

Wer im Fanfarenzug Potsdam, der in der Vergangenheit zahlreiche WM-Titel abräumte, mitspielen möchte, braucht vor allem eines: „Die Lust und die Ausdauer, ein Instrument lernen zu wollen“, sagt die musikalische Leiterin Anja Knüpfer. Rhythmus- und Taktgefühl, das bringe nicht jeder mit. Es gibt jene, denen es leicht fällt und andere, die stattdessen hart daran arbeiten. „Wir bringen ihnen das in dem Fall etwas anders bei. Es geht nicht über das Gefühl, sondern über das Visuelle“, so die 40-Jährige. Der Stabführer diene zur Orientierung, die Trommelschläge könne man sich abgucken.

Anja Knüpfer ist musikalische Leiterin beim Fanfarenzug in Potsdam. Quelle: Christin Iffert

Das Gewinnen von Nachwuchs ist nicht immer einfach. Drei Mal Training in der Woche – das kann nicht jeder leisten. Häufig sind die Kinder mit acht Jahren, denn das ist das früheste Einstiegsalter, schon an Trendsportarten vergeben. Warum dann das Mindestalter beim Fanfarenzug? „Das hat körperliche Gründe, denn die Instrumente bringen ein Gewicht mit“, sagt Knüpfer. Gerade die Trommeln würden mit ihrem Gewicht auf Schulter oder Hüfte wirken. „Irre schwer, aber man gewöhnt sich dran“, beschreibt Titus Frehland seine Trommel.

Viel Puste und das Vibrieren der Lippen

Sein Bruder Anton ist eine der wenigen Ausnahmen beim Fanfarenzug. Als er das erste Mal mitmachte, war er noch sieben. Er verbindet mit seinem Bruder die Liebe zur Musik. Zuhause teilen sie sich ein Zimmer und eigentlich schaut er ein wenig zu seinem Bruder auf. Nur die Trommel, die war nichts für ihn. „Zu schwer“, sagt er.

Die Brüder nutzen das Hobby, um Zeit miteinander zu verbringen, Musik zu machen und neue Freunde zu treffen. Quelle: Christin Iffert

Also wählte er die Fanfare. Zuerst begann er mit dem Mundstück, übte die Tonentwicklung. „Da braucht man viel Puste, atmet in den Bauch ein und vibriert mit den Lippen“, sagt er etwas schüchtern und zeigt dann, wie sie sich bewegen müssen. Hat Anton die Fanfare angesetzt, tönt es gleichmäßig und er stützt einen Arm in die Hüfte – für den Ausdruck. Er hat Talent, sagt seine Trainerin.

Manchmal proben die Brüder gemeinsam im Garten. Sie mögen es, miteinander Zeit zu verbringen. Zudem lernen sie neue Freunde während der Proben kennen. „Das Besondere am Fanfarenzug ist die Mischung aus Musik und dem Miteinander. Die Persönlichkeiten entwickeln sich, man erwirbt soziale Kompetenzen“, erklärt Anja Knüpfer, die selbst mit zehn Jahren zum Verein kam. Das Tempo bestimmt beim Fanfarenzug jeder selbst. Titus und Anton haben ein Ziel: Kleidung erspielen und irgendwann bei den Großen mitmachen. Einen Vorgeschmack bekommen sie Dienstag.

Ortswechsel und neue Lieder

Erstmals startet die Saison des Potsdamer Fanfarenzugs am Brandenburger Tor. Über die Brandenburger Straße geht es Dienstag, dem 1. Mai, um 14 Uhr, mit einem Umzug Richtung Bassinplatz. Dabei unterstützen u. a. der Spielmannszug aus Mittenwalde und der Jugendfanfarenzug Belzig.

Die Musikshow hat der Fanfarenzug neu konzipiert – mit fünf neuen Liedern samt Choreographien. Einen Ausschnitt gibt’s Dienstag zu sehen.

Auf dem Bassinplatz gibt es einen Familiennachmittag mit Show- und Marschprogramm, Kinder-Aktionen und Führungen vom Verein Potsdam Museum.

Von Christin Iffert

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