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Potsdam Zwei kämpfende Ziegen und ihre Stadt
Lokales Potsdam Zwei kämpfende Ziegen und ihre Stadt
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12:51 21.12.2017
Fenja auf Ersti-Fahrt in Posen, auch der Freiheitsbrunnen durfte auf der Tour durch die Stadt nicht fehlen. Quelle: privat
Campus Griebnitzsee

Kalt war es. Stets unter null Grad, erzählt Fenja. Und doch war es eine schöne Ersti-Fahrt nach Posen in Polen. Sie hat sich die Stadt angesehen, den Weihnachtsmarkt und ein unglaubliches Dessert verspeist. Doch eins nach dem anderen.

Drei Tage ging es nach Polen in die Stadt Posen. Es gab Stadttouren, einen Weihnachtsmarkt und viel Schnee am letzten Tag.

„Ich war mit einer Freundin am Donnerstag da, wie im Programm stand. Doch wir waren die einzigen“, sagt Fenja Neumann und grinst. „Es war eine lockere Fahrt und so nahmen es auch die anderen. Wir haben sie dann einen Tag später getroffen. Sie waren noch einen Tag länger zur Uni gegangen. Wir halt nicht.“ Die beiden Studentinnen haben sich dann zunächst alleine auf einen ersten Streifzug durch die Stadt gemacht. Es sei keine große Innenstadt, sagt Fenja. Das haben sie schnell abgelaufen. Bis Freitagmittag, als die anderen eintrafen, haben sie alles gesehen, was in der Altstadt von außen so zu sehen war.

Posen in Polen

Posen ist die fünftgrößte Stadt in Polen. Sie ist die Hauptstadt der Region Großpolen, Universitätsstadt (jährlich knapp 100 000 Studenten) sowie ein Zentrum von Industrie, Handel und Forschung. Sie ist außerdem Partnerstadt von Hannover und hat eine Einwohnerzahl von etwas über 540 000. Die erste Nennung Posens fällt in das Jahr 968, in dem die Stadt auch als erster polnischer Bischofssitz erwähnt wird.

Als zentrale europäische Stadt wurde sie Zeugin vieler Entwicklungen auf dem Kontinent: Völkerwanderung, verschiedene Herrscher im Mittelalter, Entwicklung zu einem wichtigen Handelszentrum in der Neuzeit, Einmarsch der Truppen Friedrich des II., die Zeit des ersten Weltkriegs, Besetzung durch deutsche Truppen im zweiten Weltkrieg. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Posen 15 katholische und drei evangelische Kirchen sowie mehrere Synagogen.

Heute ist die Stadt wegen ihrer internationalen Messe bekannt. 2008 gastierte die internationale Klimakonferenz unter Schirmherrschaft der UNO in Posen.

Als am Freitag dann endlich alle beisammen waren, knapp 30 Leute, ab es den ersten offiziellen Programmpunkt: eine Stadtführung. Mit Erzählungen über die Sehenwürdigkeiten ist so ein Gang durch die Innenstadt doch noch mal etwas anderes. Fenja und ihre Kommilitonen wurden von einer Polin durch die Straßen geführt, die auf Englisch sprach. „Das hat sie richtig gut gemacht“, sagt Fenja. „Sie war richtig begeistert von ihrer Stadt. Es war keine langweilige Führung. Sie hat Geschichten und Legenden erzählt, die man so nicht erwartet hätte.“ So erzählte die Fremdenführerin etwa von zwei miteinander kämpfenden Ziegenböcken. Sie sind das Wahrzeichen der Stadt. „Die Geschichte war sehr witzig.“ Der Legende nach sollten die zwei Böcke bei einem Stadtfest verspeist werden. Sie büxten aber aus und rannten auf den Rathausturm. Dort lieferten sie sich zur Freude aller einen Kampf.

Tolle Gelegenheit, sich endlich besser kennezulernen

Am Abend ist die ganze Truppe Potsdamer Studenten gemeinsam Essen gegangen. „Das war sehr entspannt“, erzählt Fenja. „Wir sind ins Gespräch gekommen und endlich hatten wir mal die Gelegenheit, uns richtig kennenzulernen.“ Das war vorher in der Uni nicht der Fall. Fenja sitzt im Eingangsbereich vor der Mensa und grüßt immer wieder Kommilitonen. Plötzlich laufen zwei weitere Studienkollegen vorbei. Sie sagt Hallo und wünscht frohe Weihnachten. „Die habe ich auch in Posen kennengelernt. Vorher hätte ich sich nicht gegrüßt“, sagt sie und grinst.

Am Samstag hat die Gruppe noch eine Stadttour gemacht, da hatten Fenja und ihre Freundin aber keine Lust drauf. Sie hatten mittlerweile genug Stadtspaziergänge gemacht. Sie sind stattdessen in ein Museum im alten Rathaus gegangen. Das war kostenlos. Und sie sind über einen der Weihnachtsmärkte geschlendert. Es gab ein Geschenk für sie selbst und für die Oma. Anders als auf vielen Märkten im adventlichen Deutschland, gab es aber offenbar keine Sicherheitsvorkehrungen. „Polizisten sind mir nicht aufgefallen. Und die Anlieger durften mit ihren Autos auch quer über den Platz fahren.“

Schokokugel zum Schmelzen bringen, um ans Sorbet zu kommen

Am Abend ging es dann ein letztes Mal in ein Restaurant. „Ich hatte im Internet recherchiert und ein gut bewertetes entdeckt“, erinnert sie sich. „Als wir ankamen, war es dann doch nicht das, was wir erwartet hatten. Es war richtig chic. Und wir waren total underdressed.“ Aber sie waren nun mal da und so aßen sie auch. „Vom Kellner haben wir immer wieder Blicke bekommen.“ Das Essen war gut. Es gab Ente mit Kartoffel-Brot-Kloß. „Und etwas, das ich bis heute nicht definieren kann und das mir auch nicht so gut geschmeckt hat.“ Und dann kam das Dessert. „Oh mein Gott. Dieses Dessert. Ich weiß nicht, ob es typisch polnisch war, auf jeden Fall war es toll.“ Es war eine Schokokugel, in der ein Fruchtsorbet steckte. Fenja hat eine Schale heißer Vanillesauce dazubekommen. Die musste sie über die Schokokugel gießen, damit sie schmilzt und das Sorbet freigab.

Am nächsten Tag, Sonntag, ging es wieder nach Hause. Fenja fuhr früh. „Bei mir zu Hause gab es ein großes Adventsessen mit der ganzen Familie. Das wollte ich nicht zu spät sein.“ Sie war rechtzeitig da.

Von Annika Jensen

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