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Zweiter Bahnsteig weiteres Jahr später

Bahnhof Griebnitzsee Zweiter Bahnsteig weiteres Jahr später

Der Bahnhof Griebnitzsee bindet einen Campus der Universität Potsdam und den Medienstandort Babelsberg an Berlin an. Doch Regionalbahnen halten dort bislang nur in Richtung Hauptstadt. Der lang geplante zweite Bahnsteig wird nun zum wiederholten Male verschoben und wird frühestens im Dezember 2017 in den Fahrplan aufgenommen.

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Am Griebnitzsee gibt es keinen zweiten Bahnsteig.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Babelsberg. Regionalbahnen werden frühestens zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 am Bahnhof Griebnitzsee in Richtung Potsdam halten. Das bestätigte Burkhard Ahlert, Sprecher der Deutschen Bahn, auf Nachfrage. Noch im September hieß es, dass der bislang fehlende zweite Regionalbahnsteig Ende 2016 in den Fahrplan aufgenommen werden soll. Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung ist laut Bahn abgeschlossen, die Ausschreibung sei in Vorbereitung. „Die bisher geplante Realisierung erscheint jedoch derzeit wegen bahn- und baubetrieblicher Abhängigkeiten schwierig. Aus diesem Grund werden aktuell auch alternative Umsetzungsvarianten erarbeitet und bewertet.“, sagte Ahlert. Welche Alternativen dies sein könnten, wollte der Bahn-Sprecher nicht kommentieren.

Abhängig ist man vor allem von den Baumaßnahmen auf den S-Bahn-Gleisen zwischen dem Potsdamer Hauptbahnhof, sowie den Bahnhöfen Babelsberg und Griebnitzsee. Diese Strecke wird vom April bis Juni 2016 für drei Monate voll gesperrt. Gleichzeitige Bauarbeiten am Griebnitzsee sind keine Alternative, da in diesem Fall gar keine Züge zwischen Potsdam und Berlin fahren würden. Ursprünglich sollte der Regionalbahnsteig in Richtung Potsdam bereits im Jahr 2013 errichtet werden. Der Bau soll etwa eine halbe Million Euro kosten und wird vom Bund bezahlt. Der Bahnhof Griebnitzsee soll damit vor allem wegen seiner Bedeutung für den Wissenschafts- und Medienstandort Babelsberg besser an Berlin angebunden werden. Die Regionalbahnlinien 21 aus Golm und der Flughafen-Express RE 22 halten dort bislang nur in Richtung der Hauptstadt. Die Linie RE 1 von Magdeburg nach Frankfurt soll allerdings auch künftig ohne Halt durchfahren.

Der Schienenersatzverkehr während der S-Bahn-Sperrung ab April 2016 wird mit Bussen erfolgen. Die Vorabstimmungen dazu beginnen laut Landesregierung in dieser Woche. Das Ersatzkonzept werde erst zwei bis drei Monate vor der Sperrung fertiggestellt, um auch kurzfristige Entwicklungen wie parallele Straßenbaumaßnahmen zu berücksichtigen. Das Land geht davon aus, dass der Ersatzverkehr in den Hauptverkehrszeiten mindestens 4600 Fahrgäste pro Stunde in jede Richtung zwischen Potsdam und Griebnitzsee transportieren müsse. Am Tag geht man von 35 000 Fahrgästen aus.

Der Landtagsabgeordnete Steeven Bretz (CDU) kritisierte die „mangelhafte Koordination der Baustellen“ und forderte die Landesregierung dazu auf, „dass bei der Erstellung des Ersatzkonzeptes insbesondere eine Lösung für die Situation am Bahnhof Griebnitzsee gefunden wird.“

Auch derzeit gibt es Einschränkungen: Noch bis 1. November fahren die Regionalzüge der Linie RE 1 von Magdeburg über Potsdam nur bis zum Bahnhof Zoologischer Garten. Die S-Bahn von Potsdam nach Berlin ist nicht von diesen Bauarbeiten betroffen.

Von Peter Degener

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