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Potsdam Zweiter Doppeldecker wird fit gemacht
Lokales Potsdam Zweiter Doppeldecker wird fit gemacht
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09:20 29.12.2017
Stella Bauhaus baut zwei ausgediente Doppeldeckerbusse auf dem Potsdamer Freilandgelände aus. Sie sollen als mobiles Bildungsprojekt übers Land fahren. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Ein rot-weißer Doppeldecker des Projekts Linie 94 ist von seinem Standort auf dem Freiland-Areal aus seit Monaten schon unterwegs zu Touren ins märkische Umland. Er dient im Rahmen außerschulischer Projekte des Potsdamer Vereins Paragraph 13, der sich der Schulsozialarbeit verschrieben hat, als fahrendes Klassenzimmer. Augenblicklich wird auch der bislang noch gelb-silberne, zweite frühere Omnibus von Linie 94 für Einsätze im neuen Jahr umgebaut. Der Oldtimer aus dem Jahre 1974 soll voraussichtlich ab April vor allem für geflüchtete Kinder und Jugendliche aus dem Berliner Bezirk Schöneberg-Tempelhof als „mobile Lehr- und Begegnungsplattform“ genutzt werden, wie Projektmanager Jakob Bauhaus sagt.

Derzeit wird der Bus dafür in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) umgebaut und bei der dortigen Kfz-Firma „Omsa“ unter anderem mit einem Hubdach versehen. „Es gibt nur wenige Unternehmen in Deutschland, die sich auf solche Arbeiten an alten Doppeldeckerbussen verstehen“, so Bauhaus. Finanziell unterstützt wird das Projekt diesmal vom Jugendamt Schöneberg-Tempelhof.

Der Berliner Bezirk ist vergleichsweise groß und vereint von suburbanen, also quasi Vorortsiedlungen, über städtische Mischviertel bis hin zu wohlgeordneten bürgerlichen Quartieren ein umfangreiches Spektrum großstädtischer Milieus. Zudem zählt natürlich der ehemalige Flughafen Tempelhof dazu, in dessen Hangars Geflüchtete untergebracht sind, die nach und nach in ein Containerdorf am Rand des Flugfeldes umziehen sollen. Die Bedingungen in dem Berliner Bezirk bieten ein perfektes Feld für den Verein Linie 94, der es sich zur Aufgabe gemacht hat Menschen zu vernetzen und neue Perspektiven außerhalb des eigenen gesellschaftlichen Milieus aufzuzeigen.

Neben speziellen Projekten für Kinder und Jugendliche unter den Schutzsuchenden wie etwa für minderjährige Mädchen soll es im Rahmen der Kooperation auch andere Vorhaben wie für junge Menschen ohne Ausbildung und Job geben, die neue Arbeitswelten und Möglichkeiten für ihre Zukunft kennenlernen können. Außerdem gibt es Pläne den Bus als mobile Radiostation für Jugendliche zum Einsatz zu bringen. Nach den Berliner Touren wird der Bus immer wieder nach Potsdam zum Freiland-Gelände zurückkehren, wo der Verein seine Base hat und mittlerweile gut vernetzt ist.

Das Linie 94-Team (v.l.): Daniel Krauß, Stella Bauhaus, Jakob Bauhaus, Christine Wolf und Wolfgang Albrecht. Quelle: privat

Der rotweiße Doppeldecker wird derzeit auf dem Freiland-Gelände in Babelsberg nach seinen letzten Einsätzen gewartet. Kleinigkeiten wie die Reparatur der Beleuchtung und die Beseitigung von Lackschäden stehen an. Neben den Touren vorwiegend für Schulklassen als Ergänzung zum Unterricht war der umgebaute Omnibus zuletzt auch als rollende Diskussionsplattform zur Zeit des zurückliegenden Bundestagswahlkampfes unterwegs, um an verschiedenen Orten mit Menschen darüber ins Gespräch zu kommen, was sie bewegt und was sich aus ihrer Sicht ändern müsste. Unterstützt wurde die Aktion durch eine Crowdfunding-Kampagne und von der Initiative Offene Gesellschaft, die mit verschiedensten Aktionen die durch Populismus bedrohte Demokratie der Bundesrepublik verteidigen will.

Einer der Busse in der Werkstatt. Quelle: privat

Im Rahmen einer Kooperation mit dem Jugendamt Potsdam hatte es im Laufe des (nahezu) vergangenen Jahres mit insgesamt sieben Schulklassen weit mehr als 40 Touren und Einsätze in Unterrichtsräumen gegeben, um den Erfahrungsraum von Kindern und Jugendlichen über ihren eigenen Kiez hinaus zu erweitern. Unter anderem ging es im Rahmen einer Aktion zur Persönlichkeitsbildung zur Fischfarm Gottow-Unterhammer (Teltow-Fläming). Hier sollte exemplarisch ein Ort der Lebensmittelproduktion erlebbar gemacht werden. Die Jugendlichen konnten die Fischaufzuchtanlage kennenlernen, Fische ausnehmen und anschließend gemeinsam über dem offenen Feuer oder in der Küche des Busses selbst zubereiten. Im Rahmen der Projekte wurden auch die Eltern mit eingebunden, wenn es für die Schüler darum ging zum Abschluss einer Reihe ein selbst geplantes und über dem Feuer zubereitetes Essen zu servieren.

„Das Projekt war ein großer Erfolg, sagt die Linie 94-Gründerin Stella Bauhaus. Dieses „Bus macht Plus“ getaufte Vorhaben des Jugendamtes Potsdam steht in seinem ersten Jahr und scheint schon Früchte zu tragen. „Der Verein konnte gute Kontakte zu Schulen knüpfen, die begeistert waren und neugierig sind auf neue mobile Projekte mit Linie 94, in den kommenden Jahren“, so die Initiatorin Bauhaus: „Der Bedarf scheint groß zu sein.”

Soziales Engagement im Doppeldecker

Zwei ausrangierte Doppeldeckerbusse aus Berlin (Baujahr 1974) hat die Potsdamer Initiative Linie 94 zum Teil auf dem Babelsberger Freiland-Gelände umgebaut und stationiert. Gründerin Stella Bauhaus und ihre Mitstreiter haben mit Hilfe der beiden Oldtimer schon zahlreiche soziale Projekte vor allem für Kinder und Jugendliche, aber auch im zurückliegenden Bundestagswahlkampf umgesetzt.

Die Initiatorin kam während ihres Referendariats an einer Kreuzberger „Brennpunktschule“ auf die Idee eines mobilen Klassenzimmers, mit dem mit Problemen belastete Kinder und Jugendliche außerhalb ihres alltäglichen Umfelds Lernorte anfahren können.

Auch als besondere Plattform einer etwas anderen Wissensvermittlung dienen die Doppeldecker – nicht nur für Schüler, sondern auch für Eltern, die in die Bildungsprojekte mit einbezogen werden. Ebenso wurden jenseits des Schulbereiches mit Hilfe der Busse zahlreiche Vorhaben angestoßen und umgesetzt wie zuletzt bei der Wahl-Tour, um direkt mit dem Souverän – den Wählern – in Kontakt zu kommen.

Von Gerald Dietz

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