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Potsdam Potsdamer helfen beim Deutsch-Lernen
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14:25 30.09.2015
Wolfgang Golling und Nadja Schwichtenberg engagieren sich in der Flüchtlingshilfe. Quelle: foto: Friedrich Bungert
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Potsdam

Auf einem Tandem sitzen zwei, die strampeln. Deswegen hat sich dieses Bild auch für zwei Menschen unterschiedlicher Herkunft eingebürgert, die einander im Alltag helfen und dabei Sprache und Kultur des jeweils anderen kennenlernen. Studierendenorganisationen machen das seit Jahrzehnten so. Seit April organisieren Potsdamer Bürger ein solches Sprach-Tandem auch für geflüchtete Menschen in der Stadt. Angesichts der vielen Neuankömmlinge der vergangenen Wochen suchen sie nun nach weiteren Mitstramplern.

Der Potsdamer Rentner Wolfgang Golling (69) und Juristin Nadja Schwichtenberg (29) aus Berlin haben sich im Frühjahr auf einer Veranstaltung der Neuen Nachbarschaften kennengelernt, welche Nachbarschaftsinitiativen und Willkommensprojekte in Potsdam unterstützt und koordiniert. Quer durch alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten trafen dort Potsdamer zusammen, die einen Beitrag für die neuen Nachbarn leisten wollen. Die beiden gehören zur Gruppe „Sprach-Tandem Potsdam“, die sich damals gründete.

Im Alltag zurechtfinden

„Bei uns geht es nicht so sehr um Grammatik“, sagt Nadja Schwichtenberg. Ziel der Partnerschaften zwischen Potsdamern und Flüchtlingen sei vielmehr, dass die Menschen, die aus anderen Ländern hierher gekommen sind, sich im Alltag zurechtfinden und verständlich machen können. 21 solcher Partnerschaften sind bereits zustande gekommen. Menschen aus Äthiopien, Kamerun, Syrien oder Tschetschenien werden von Potsdamern begleitet und mithilfe einfacher Lehrbögen unterrichtet.

Flüchtlingshilfe durch Unterstützung im Alltag

Neben Sachspenden ist auch die Unterstützung von Flüchtlingen im Alltag sehr gefragt. Dazu gehört wie hier die Vermittlung grundlegender Sprachkenntnisse oder der Ausbau vorhandener Fähigkeiten.

Auf den Bedarfslisten der Unterkünfte und der Stadt finden sich zudem eine Reihe von nicht-materiellen Unterstützungsmöglichkeiten: die Begleitung beim Einkauf oder bei Amtsgängen zum Beispiel, Kinderbetreuung, sportliche oder künstlerische Anleitung sowie die Unterrichtung in verschiedenen Fertigkeiten wie Fahrradfahren, Fahrradreparatur oder Handarbeiten. www.nn-potsdam.de/bedarf

Persönlich Hand anlegen kann man auch: im Garten, in verschiedenen Werkstätten, in Spendenannahmestellen oder bei der Essensausgabe.

Informationen darüber, was benötigt wird, erhalten Sie hier:

TOSIP – Servicestelle Tolerantes und Sicheres Potsdam

0331/289 3421

TOSIP@Rathaus.Potsdam.de

Nachbarn am besten geeignet

„Dabei ist uns besonders wichtig, dass Menschen aus der direkten Nachbarschaft zum Tandem werden“, erklärt Wolfgang Golling. Die Aktiven gehen in die Flüchtlingsunterkünfte und informieren über ihr Angebot. Meldet sich ein Interessierter, wird unter den Ehrenamtlichen ein geeigneter Partner gesucht. „Der sollte sich im Kiez auskennen, in dem der jeweilige Flüchtling wohnt“, so Schwichtenberg. Das klappt besonders in Babelsberg sehr gut, ebenso in der Innenstadt, in Bornstedt und Potsdam-West.

Mehr Hilfe in den Ortsteilen gesucht

In den Ortsteilen wird dagegen derzeit noch mehr Unterstützung gesucht. „15 Flüchtlinge stehen auf unserer Warteliste“, erzählen die beiden Ehrenamtler, „davon allein sieben Männer in Bornim.“ Aber auch für in Groß Glienicke untergebrachte Flüchtlinge werden noch Partner gesucht. Jeder Potsdamer kann sich melden. Sprachkenntnisse sind von Vorteil, aber keine Voraussetzung. Mindestens eine Stunde in der Woche sollte man für seinen Tandem-Partner erübrigen können. Termine und Treffpunkte besprechen die Duos direkt miteinander.

Mit einer E-Mail an sprach-tandem-potsdam@freenet.de kann man Kontakt zu den Aktiven aufnehmen.

Von Marcel Kirf

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