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Potsdam Potsdamer Medizintechniker ausgezeichnet
Lokales Potsdam Potsdamer Medizintechniker ausgezeichnet
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18:17 29.10.2015
Ausgezeichnet: Christoph Miethke (Mitte) mit Potsdams IHK-Präsidentin Beate Fernengel und Staatskanzlei-Chef Rudolf Zeeb (SPD). Quelle: Christel Köster
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Jägervorstadt

Christoph Miethke wirkt etwas verlegen. Nach seiner Überzeugung ist es eine Selbstverständlichkeit, sich gesellschaftlich zu engagieren, Erfolg zu teilen. Der Potsdamer Medizintechnik-Unternehmer tut dies auf vielfältige Weise: durch sozial achtsames Agieren im eigenen Betrieb, in internationalen Patenschaften und auch direkt vor der heimischen Tür. In der Landeshauptstadt fördert er Jugend-, Sport-, Kultur- und Toleranzprojekte. Am Donnerstag wurde Christoph Miethke von der Landesregierung als „Ehrenamtler des Monats“ geehrt.

Wahl-Brandenburger aus Leidenschaft

Geboren in der ehemaligen Textilmetropole Krefeld am linken Niederrhein, bezeichnet sich Miethke heute als leidenschaftlichen Brandenburger, „und das schon lange“. Nach einem Maschinenbaustudium an der TU Berlin in den 80er Jahren blieb der Diplom-Ingenieur in der Region. 1992 gründete er die Christoph Miethke GmbH & Co. KG, die sich nach Stationen in der Berliner Wuhlheide und in Dreilinden seit 2004 in Potsdam befindet. Teile der ehemaligen Garde-Ulanen-Kaserne in der Jägervorstadt dienen als Büro- und Produktionsräume. Hier werden medizinische Geräte zur Behandlung des Hydrocephalus (volkstümlich: Wasserkopf) erdacht, entwickelt und gebaut. Auch privat ist Potsdam seit über 15 Jahren Miethkes Lebensmittelpunkt. Zehn Jahre wohnte er in Rehbrücke, 2007 ist er in die Potsdamer Innenstadt gezogen.

„Gesinnungssympathie“ für Toleranz-Verein

In dieser Zeit kam er mit der Initiative zu einem Neuen Potsdamer Toleranzedikt in Berührung und empfand sofort eine „Gesinnungssympathie“. Miethke wurde Gründungsmitglied des gleichnamigen Vereins, dessen Vorsitzender er bis heute ist. Auch das aktuelle Projekt des Vereins Neues Potsdamer Toleranzedikt, die Internetseite Helpto.de zur Koordinierung von Flüchtlingshilfen, hat er aktiv gefördert, nicht zuletzt durch großzügige private Zuwendungen.

Die Auszeichnung „Ehrenamtler des Monats“

Seit September 2007 vergibt die Landesregierung die Auszeichnung „Ehrenamtler des Monats“.

Eine Dankesurkunde des Ministerpräsidenten und einen in Bad Wilsnack hergestellten Füllfederhalter mit der Gravur „Engagiert für Brandenburg“ erhalten ehrenamtlich Tätige als Anerkennung für ihr Engagement.

Bisherige Preisträger sind unter anderem die „Schutzengel“-Initiative gegen Alkohol im Straßenverkehr, Vereinsvorsitzende, Lokalpolitiker, Tierschützer und Regionalsportler.

Jeder kann eine andere Person für die Auszeichnung bei der Staatskanzlei vorschlagen. Weitere Informationen: ehrenamt-in-brandeburg.de

Solidarität als evolutionäre Erkenntnis

Teamarbeit ist das Credo von Christoph Miethke. In seiner Firma, die IHK-Präsidentin Beate Fernengel in ihrer Laudatio ein „Vorzeigeunternehmen“ nannte, sieht er sich nicht als autokratischen Chef, sondern als „Dienstleister meiner Belegschaft“. Auch menschliches Zusammenleben funktioniere am besten im Team, so Miethke. „Warum gibt es Empathie? Sie ist eine Technik zur Überlebenswahrscheinlichkeitsverbesserung“. Dass der Mensch Sprechen und Schreiben gelernt hat, ist für ihn ein klares Indiz, dass Kooperation eine evolutionäre Erkenntnis ist. „Zusammen ist besser als alleine“, bringt es der Wissenschaftler auf den Punkt, und wird philosophisch: „Was ist Leben? Was soll der Mensch? Wir haben eine Aufgabe: die Welt zu organisieren. Und das geht besser durch Kommunikation als durch gegenseitiges Bekriegen.“ Diese Haltung motiviert den Potsdamer zum Handeln, zum Helfen. „Ich setze mich gerne ein.“

Breit angelegtes Engagement

„Christoph Miethke packt da an und hilft, wo ihn die Gesellschaft braucht“, betonte auch Rudolf Zeeb (SPD), Chef der Brandenburgischen Staatskanzlei, der die Urkunde des Ministerpräsidenten für den „Ehrenamtler des Monats“ am Donnerstag übergab, und verwies neben dem Vereinsengagement auf Miethkes Unterstützung eines Buschkrankenhauses in Ruanda, sein Engagement gegen Rechtsradikalismus in Brandenburg sowie sein Kultur-Sponsoring in Oranienburg und der Landeshauptstadt, wo er zum Beispiel das Literaturfest Potsdam bezuschusst.

Als Tag der Ehrung war bewusst der 29. Oktober gewählt worden. Vor 330 Jahren hatte der Große Kurfürst an diesem Datum (nach julianischem Kalender) das historische Toleranzedikt erlassen. Die Neuauflage aus dem Jahre 2008 bleibt für Miethke ein unterstützenswertes Plädoyer für eine weltoffene Stadt. „Das ist mein lautes Bekenntnis. Das finde ich toll.“

Von Marcel Kirf

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