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Potsdam SPD und Linke sehen sich bestätigt
Lokales Potsdam SPD und Linke sehen sich bestätigt
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19:42 28.08.2018
OB-Wahl Potsdam Big Teaser Quelle: Laines Rumpff
Potsdam

Gute Laune bei den Linken, eher verhaltene Freude bei der SPD angesichts ihrer leichten Pole-Position, hängende Köpfe bei den Grünen. Die Wählergruppe Die Andere und die AfD knacken die Zehn-Prozent. So stellte sich am Dienstag die Großwetterlage bei den Parteien und der Wählergemeinschaft Die Andere dar – als Reaktion auf die Ergebnisse der Umfrage zu den Oberbürgermeisterkandidaten, die vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Märkischen Allgemeinen durchgeführt worden ist. Bei den ersten Reaktionen auf die Ergebnisse wurde auch mit Seitenhieben nicht gespart.

Wie berichtet, hat SPD-Kandidat Mike Schubert mit 29 Prozent die Nase vorne. Mit 25 Prozent folgt die parteilose Linken-Kandidatin Martina Trauth. Götz Friederich (CDU) erzielt 18 Prozent. Lutz Boede (Die Andere) und Dennis Hohloch (AfD) liegen gleichauf mit je zehn Prozent. Janny Armbruster (Grüne) ist mit acht Prozent das Schlusslicht. 51 Prozent der Befragten sind allerdings noch unentschlossen.

Linke: Potsdamer wollen Wechsel

Linken-Kreischef Stefan Wollenberg interpretierte das Ergebnis von Martina Trauth am Dienstag als „klares Zeichen, dass die Potsdamer einen Wechsel an der Stadtspitze wollen“. Auch Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg sieht „ein hohes Maß an Offenheit“. In dieselbe Kerbe schlägt der Bundestagsabgeordnete Norbert Müller: Trauth sei die Alternative zum „Weiter so“ von Schubert und dessen „investorenfreundlicher Politik mit Alibi-Bürgerbeteiligung, Verkitschung der Innenstadt und Ausverkauf des letzten städtischen Tafelsilbers“. Trauth selbst teilte auch aus: Die SPD stünde wie keine andere Partei für die Rathauskooperation und ihre Ergebnisse. „Deren Politik hat Schubert als Fraktionsvorsitzender und später als Beigeordneter maßgeblich mitgestaltet und -verantwortet. Auch die CDU war und ist Teil dieses Systems.“

SPD kritisiert im Gegenzug Linke

Die Replik der SPD-Landtagsabgeordneten Klara Geywitz war deutlich. „Es irritiert, dass seitens der Kandidatin der Partei die Linke nun interpretiert wird, die Parteien der Rathauskooperation in der Stadtverordnetenversammlung seien gescheitert.“ Die ursprüngliche Kooperation mit den Grünen liege in der Umfrage deutlich über 50 Prozent. „92 Prozent Zufriedenheit mit der Stadt und 25 Prozent für die Kandidatin der Linken sind alles andere als Wechselstimmung“, betonte Gey­witz. Unterbezirkschef David Kolesnyk: „Die Umfrage bestätigt uns in den Themen, mit denen wir um die Stimmen der Potsdamer werben. . Mike Schubert tritt für die SPD an für eine behutsame Entwicklung der Stadt, für mehr bezahlbaren Wohnraum, eine Verkehrsentlastung vor allem durch mehr öffentliche Verkehrsmittel und für wohnortnahe Kitas und Schulen.“ Für Schubert ist die Umfrage eine Bestätigung, beim Thema Wachstum „genau aufzupassen“ – die Stadt vertrage nicht noch mehr Verkehr.

Überraschungsergebnis der Umfrage: 77 Prozent befürworten den dritten Havelübergang. Damit habe man die Zeichen der Zeit erkannt, schrieb sich gestern die CDU auf die Fahnen. „Die Mehrheit für den dritten Havelübergang beweist, dass man eine ideologiefreie pragmatische Verkehrspolitik will, bei der die Stärken aller Verkehrsarten berücksichtigt werden“, erklärte Fraktionschef Matthias Finken. Dass Kandidat Friederich mit 18 Prozent laut Forsa auf dem dritten Platz liegt, kommentierte Finken diplomatisch. „51 Prozent, die es noch zu überzeugen gilt, zur OB-Wahl zu gehen und unseren Kurs zu unterstützen, das ist eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen.“

Grüne in Sorge über AfD-Ergebnis

Lutz Boede (Die Andere) – er liegt bei zehn Prozent – verwies gestern auf den Charakter der Umfrage als Momentaufnahme: „Da geht noch was für uns.“ Auch der gleichauf liegende AfD-Kandidat Dennis Hohloch sieht für sich noch „Luft nach oben“. Bestätigt fühlt er sich in seiner autofreundlichen Politik von dem Forsa-Umfrageergebnis, demzufolge eine Mehrheit die autofreie Innenstadt ablehnt.

Hohlochs gutes Abschneiden erfüllt Grünen-Fraktionschef Peter Schüler mit Sorge. Für ihn sind dessen zehn Prozent „die alarmierendste Zahl aus der Umfrage“. Zur Schlusslicht-Position der Grünen-Kandidatin Janny Armbruster (acht Prozent) sagte Schüler: „Unerfreulich, wenn ich es auch nicht überbewerten mag. Es scheint mir die zu erwartenden Sympathieverteilungen für die Parteien abzubilden.“

Die von der Märkischen Allgemeinen in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage unter 1002 Bürgern stellt eine Premiere dar. Noch nie zuvor gab in einem Potsdamer Oberbürgermeisterwahlkampf ein derartiges Meinungsbild nur wenige Wochen vor der Wahl.

Am Mittwochabend werden die Kandidaten erneut zusammentreffen: Der MAZ-Talk zur Wahl – ab 19.30 Uhr im Potsdam-Museum am Alten Markt – wird von Chefredakteurin Hannah Suppa moderiert.

Von Ildiko Röd

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