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Potsdam „hochZeiten!“ im Belvedere
Lokales Potsdam „hochZeiten!“ im Belvedere
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21:30 25.04.2013

In diesem Sinne hat die Berliner Performance-Künstlerin die Jubiläumsschau zum 150. Geburtstag des Pfingstbergpalastes kuratiert und ihr den beziehungsreichen Titel „hochZeiten!“ verpasst. Nicht von ungefähr: Das Maurische Kabinett ist ein beliebter Heiratsort, das Flanieren mit Fernsicht löst bei Besuchern Hochgefühle aus. Und es ist höchste Zeit, das Jubiläum zu feiern. 20 Künstler aus sechs Ländern haben Präsente geschickt: Ihre Skulpturen, Installationen, Videokunst und Performances spielen auf Visionen und Widersprüche an – bei Braut und Bräutigam wie der Historie des Hauses. Denn die schöne Aussicht, die Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. skizzierte, ist nie vollendet worden.

Die erste Station des im Ostturm des Sockelgeschosses beginnenden Rundgangs ist denn auch dem Erbauer und seiner geliebten Gattin Elisabeth gewidmet. Deren Porträtbüsten hat Astrid Weichelt aus handgeschöpftem Büttenpapier geformt und durch Textschleifen mit Auszügen aus dem innigen Briefwechsel des Paares verbunden. In einer Vitrine inszenierte die Künstlerin aus Alltagsobjekten wie Mars-Riegeln und Venus-Kosmetik, Cesar-Hundefutter und Cleopatra-Seife eine „Götterhochzeit“.

Hochbrisant ist Tanja Ostojic’ Arbeit „Looking for a Husband with EU-Passport“. Die Serbin suchte im Internet einen Mann zum Heiraten. Sie entschied sich für Clemens, einen Deutschen, gleichfalls Künstler. Ein Video zeigt die erste Begegnung der beiden. Anhand von Zuschriften und Fotos der Freier sowie behördlicher Barrikaden dokumentiert Tanja Ostojic Schritt für Schritt, bis zum Standesamt. „Hier treffen sich Privates und Gesellschaftliches in einer großartigen Lebensperformance“, sagt Ellen Kobe. Die Objekte sind gefragt und bereits um die halbe Welt gereist, waren zuletzt im schottischen Glasgow zu sehen.

Nach der Exposition „Neue Kunst in den Neuen Kammern“ 2008 und ihrer eigenen Hochzeit wagt sich Ellen Kobe nun zum zweiten Mal mit zeitgenössischen Werken in historische Mauern. „Für mich ist das Belvedere auf dem Pfingstberg das Architektur gewordene Eheversprechen“, sagt die Künstlerin lachend. Dieses Spannungsfeld zwischen Wunsch und Wirklichkeit wird auf vielfältige Weise illustriert. Im Maurischen Kabinett hat Coco Kühn fürs sorgenfreie Leben Geld und Gold gestapelt. Im Römischen Pendant widmet sich Lutz Garmsen mit seiner „Zeitmaschine“ der Vergänglichkeit. Durch einen Lufthauch in Gang gesetzt, zeigt der alte Filmapparat zerfließende Porträts eines Mannes und einer Frau – alles vergeht. Seinen Ehering hat der Künstler und Filmemacher einer Briefwaage übergeben – eine „Erleichterung“ um ganze 6,4 Gramm.

Vernissage heute, 18 Uhr, Pfingstberg-Belvedere, bis 3. November. (Von Carola Hein)

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