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Lokales Potsdam Kostenlos in Potsdam im Internet surfen
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15:15 02.08.2015
Auf dem Smartphone muss man ein WLAN auswählen, dessen Name „Freifunk“ enthält. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Freier Internetzugang für alle, überall, zu jeder Zeit. Was in anderen Ländern gang und gäbe ist, kommt in deutschen Städten kaum vor. Kommerzielle Internetanbieter richten zwar immer mehr sogenannte Hot Spots ein, über die man sich, zum Beispiel mittels Smartphone, mit dem Internet verbinden kann. Aber deren Nutzung ist zumeist kostenpflichtig oder nur für begrenzte Zeit gratis. In Potsdam allerdings gibt es eine Alternative. Hier sind sogenannte „Freifunker“ aktiv.

Die ehrenamtliche und nicht-kommerzielle Initiative betreibt ein freies Funknetz, das jeder nutzen kann – „ohne Kosten oder die Preisgabe persönlicher Daten“, wie Carsten Natzke vom „Freifunk Potsdam e.V.“ betont. Aus über 50 miteinander verbundenen Knotenpunkten besteht das Potsdamer Freifunknetz. Vor allem in der Innenstadt, aber auch in Potsdam-West, Zentrum-Ost und Babelsberg öffnen Initiativen, Lokale, Geschäfte und Privatpersonen ihre drahtlosen Netzwerke (WLAN) für die Mitbenutzung. Durch deren Verknüpfung kann man sogar auf der Straße ins Internet gehen.

Kostenlos surfen auch in den großen Wohngebieten

„Nun wollen wir in die großen Wohngebiete“, erzählt Carsten Natzke. „Auch Stern, Schlaatz, Waldstadt und Kirchsteigfeld sollen in den Genuss eines freien Internetzugangs kommen.“ Der Verein versteht seine Arbeit auch als soziales Projekt. Gerade Menschen mit geringem Einkommen sollen davon profitieren.

Freifunk in Potsdam

Seit 2006 engagieren sich die Mitglieder von Freifunk Potsdam e.V. ehrenamtlich für eine stadtweite Versorgung mit kostenlosem WLAN. Sie finanzieren sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Derzeit hat der Verein zehn aktive Mitglieder. Nachwuchs ist jederzeit willkommen.

Beratung, Installation von technischen Anlagen für das Freifunknetz und deren Wartung bietet der Verein an. Einen eigenen Raum haben die Aktiven nicht, sie organisieren sich privat. „Unser Lager sind unsere Wohnungen“, verrät Freifunker Carsten Natzke. Die Vereinsarbeit erfolgt in der Freizeit.

Auf dem Elflein-Straßenfest „Home Street Home“ am Samstag, 1. August, informieren die Freifunker von 15 bis 22 Uhr über ihre Arbeit. An einem Infostand können genaue Karten eingesehen werden, wo in Potsdam freier Zugang zum Internet bereits möglich ist. Welche neuen Knotenpunkte entstehen sollen und wie man das Projekt unterstützen kann, beantworten die Aktivisten im persönlichen Gespräch.

Regelmäßige Treffen der Potsdamer Freifunker finden im wöchentlichen Wechsel zwischen Sonntag und Dienstag im studentischen Kulturzentrum KuZe, in der Hermann-Elflein-Straße 10, statt. Dort können Interessierte ohne Voranmeldung vorbeikommen. Die nächsten Treffen sind für Sonntag, den 2. August um 20 Uhr und Dienstag, den 11. August um 18 Uhr angesetzt.

Im Internet ist der Freifunk Potsdam e.V. mit eigener Homepage sowie auf mehreren Plattformen vertreten.

www.freifunk-potsdam.de

www.facebook.com/freifunkpotsdam

twitter.com/freifunkpotsdam

Mitmachen kann bei den Freifunkern jeder. Die derzeit zehn Vereinsmitglieder sind alle Informatiker. Sie suchen noch Elektriker und Handwerker, die beim Aufbau größerer Anlagen helfen, aber auch Grafiker, Spender und einfach Potsdamer, die ihr privates WLAN freigeben. Der heimische Router muss dafür nur einigen technischen Anforderungen entsprechen, die Freifunker beraten auf Anfrage.

Die Landeshauptstadt und Initiativen kooperieren

Eine Internetversorgung auch über weite Strecken erreichen die Freifunker durch stärkere Antennen. Auf dem Rechenzentrum in der Breiten Straße wurde gerade so ein Gerät eingebaut. Das Gebäude gehört der Stadt. Bereits 2012 beschlossen die Stadtverordneten, rund 400 Dächer kommunaler Gebäude für die Freifunker zur Verfügung zu stellen. Mitfinanziert wurde der Einbau von den heutigen Mietern des Rechenzentrums, den in der Kulturlobby organisierten freien Kreativen. Solche Kooperationen gehen die Freifunker besonders gerne ein: auf dem Winzerberg zum Beispiel entstand zusammen mit einer Schule ein WLAN-basierter Audioguide.

Nicht länger als ein Unterarm, aber mit starker Sendeleistung: Antennen wie diese hier am Potsdamer Winzerberg bringen die Freifunker an erhöhten Punkten an. Quelle: Freifunk Potsdam e.V.

Warum aber stellt die Landeshauptstadt nicht selbst freies WLAN zur Verfügung? „Die haben alle Angst vor der ’Störerhaftung’“, erklärt Natzke – eine Regelung, die es nur in Deutschland gibt und die auch Freifunkern Abmahnungen einbringen kann. Nach derzeitiger Rechtsprechung wird jemand, der unentgeltlich einen Zugang ins Internet bereitstellt oder sein WLAN nicht verschlüsselt, haftbar gemacht, wenn andere über diesen Zugang Rechtsverstöße im Internet begehen. Aber auch hier haben die Potsdamer Freifunker eine Idee. Im kommenden Jahr wollen sie ihr Netzwerk mit dem Berlins verbinden. Das so entstehende Regionalnetz würde das Haftungsproblem aushebeln. Die Berliner Freifunker haben Providerstatus, sind somit von der Regelung ausgenommen.

Von Marcel Kirf

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