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Potsdam Eine Rollstuhlschaukel für den Sinnesgarten
Lokales Potsdam Eine Rollstuhlschaukel für den Sinnesgarten
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12:00 28.11.2015
Tastend, fühlend und schmeckend entdecken taubblinde Kinder den Sinnesgarten des Oberlinhauses. Quelle: Oberlinhaus
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Babelsberg

Wie nehme ich die Welt wahr, wenn ich weder hören noch sehen kann? Oder einer dieser Sinne nur eingeschränkt zur Verfügung steht, der andere aber gar nicht? Oder beide mit der Zeit immer schlechter werden? Wie viele Potsdamer wissen, kümmert sich das Oberlinhaus in Babelsberg seit über 100 Jahren um taubblinde und hörsehbehinderte Menschen. In unmittelbarer Nähe zum alten Babelsberger Rathaus erstrecken sich die Wohn-, Therapie- und Versorgungsgebäude des Oberlinhauses – ein komplettes Dorf in der Stadt, mit eigener Kirche und einem historischen Kern. Offen für jedermann ist das Gelände, viele Potsdamer nutzen es für Spaziergänge oder besuchen mit ihren Kindern die Spielplätze.

Ein Spielplatz der besonderen Art entsteht seit 2012 auf diesem Campus: der Sinnesgarten. Er soll es den taubblinden und hörsehbehinderten Potsdamern ermöglichen, die Außenwelt wahrzunehmen, ihre verbliebenen Sinne aktivieren, sie über die Vielfalt der Natur informieren und positive Gefühle in ihnen wecken. 20 taubblinde oder hörsehbehinderte Kinder und Jugendliche wohnen derzeit auf dem Campus des Oberlinhauses. Hinzu kommen noch einmal 45 betroffene Erwachsene im Alter zwischen 21 und mehr als 90 Jahren.

Sie können sich im Sinnesgarten zum Beispiel an einer Nachbildung der Nuthe mit dem Element Wasser auseinandersetzen: darin planschen, es stauen, es über Hände und Füße laufen lassen – die Welt spüren gleichsam. In einem rollstuhlgerechten Hochbeet finden sich Kräuter und andere Pflanzen, ihre Form und ihr Blattwerk sind hier ertastbar, und ihr individueller Duft stimuliert den Geruchssinn. Erkunden wie die Welt riecht können hier Menschen mit und ohne Behinderung.

Mit vielen Spenden ist dieser Erlebensort, der auch Besuchern des Geländes offensteht, gebaut worden. Auch die MAZ-Leser haben eine große Summe dazu beigetragen. Da der Garten aber noch nicht fertig ist, noch viele gute Ideen ihrer Umsetzung harren, bitten wir von der MAZ Sie, liebe Leser, um Ihre Spende! Helfen Sie uns und dem Oberlinhaus, den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die mit uns in Potsdam leben, deren Alltag aber ein komplett anderer ist, ein Stück mehr Welt und ein Stück mehr Lebensfreude zu schenken!

MAZ-Aktion: Helfen im Advent

Spendenkonto für die Rollstuhlschaukel im Sinnesgarten:

Spendenkonto Oberlinstiftung

Evangelische Bank eG

IBAN: DE86 5206 0410 0008 0229 76

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: MAZ-Weihnachtsaktion

Spendenquittungen können Sie erhalten, sofern Sie Ihren Namen und Ihre Anschrift bei der Überweisung mit angeben.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zur MAZ-Aktion? Oder möchten Sie uns die Geschichte erzählen, die Sie ganz persönlich mit dem Oberlinhaus verbindet? Dann zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren!

Telefon (0331) 2840 280

E-Mail potsdam-stadt@MAZ-online.de

Ganz konkret geht es um eine Schaukel, die von körperbehinderten Potsdamern in ihrem Rollstuhl genutzt werden kann. Eine ganze Reihe von Bewohnern des Oberlinhauses muss zusätzlich zu den Sinneseinschränkungen auch mit diesem Schicksal leben. Ob Kind oder Erwachsener: jeder sollte das erhebende Gefühl kennenlernen dürfen, das sich beim Schaukeln einstellt. Glücklich macht das und unterstützt zudem die individuellen Therapien der Oberliner. Die Vorrichtung auf dem barrierefreien Gelände in Babelsberg darf künftig aber auch von anderen Potsdamern und Besuchern genutzt werden, die im Rollstuhl sitzen.

Die Rollstuhlschaukel gibt den Betroffenen die Möglichkeit, das besondere Kribbeln im Bauch beim Überwinden der Schwerkraft zu spüren, ohne dass sie dafür auf fremde Hilfe angewiesen sind. Im Rollstuhl können sie auf eine ebene Rampe fahren, die nicht hoch in die Luft schwingt, sondern um einen Schwerpunkt schaukelt.

12 000 Euro kostet eine solche Spezialanfertigung – eine Summe, die wir mit Ihrer Hilfe bis Weihnachten sammeln möchten. Das ist ein ehrgeiziges Ziel. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir das gemeinsam schaffen können. Bitte spenden Sie!

Von Marcel Kirf

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