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Potsdam Minsk-Streit: Entscheidung nach der OB-Wahl
Lokales Potsdam Minsk-Streit: Entscheidung nach der OB-Wahl
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22:06 04.09.2018
Verfallenes Terrassenrestaurant „Minsk“ auf dem Potsdamer Brauhausberg Quelle: Bernd Gartenschläger
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Im Streit um das Ex-Restaurant Minsk werden die Karten überraschend neu gemischt: Nach MAZ-Informationen könnte es in der Stadtverordnetensitzung am Mittwoch eine Mehrheit für einen erneuten städtebaulichen Wettbewerb in Form eines Werkstattverfahrens geben. SPD und CDU werden sich vermutlich bei der Abstimmung zu einem Änderungsantrag von Linken, Grünen und Die Andere enthalten – damit wäre die eigentlich für Mittwoch erwartete finale Abstimmung zu Sein oder Nicht-Sein des DDR-Baus auf dem Brauhausberg hinausgeschoben.

Der kurzfristig eingebrachte Änderungsantrag enthält eine Bedingung für das Werkstattverfahren: den Erhalt des Minsk. Gleichzeitig soll das Rad aber nicht neu erfunden werden. „Der Siegerentwurf aus dem ersten Wettbewerb soll als Anknüpfungspunkt miteinbezogen werden“, betont Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg. Zum Zeitrahmen des Werkstattverfahrens wird in dem Antrag nichts gesagt. Aber: Ein Ergebnis bis Jahresende wäre wünschenswert, sagte Scharfenberg am Dienstag zur MAZ.

Blick aufs Minsk. Quelle: Bernd Gartenschläger

Linke, Grüne und Die Andere hatten sich stets für einen Minsk-Erhalt stark gemacht – insofern ist ihr Vorstoß wenig überraschend. Neu ist: Die SPD-Fraktion wird den Antrag zwar nicht unterstützen, könnte sich bei der Abstimmung aber enthalten. Damit würde der Antrag problemlos durchgehen. SPD-Fraktionschef Pete Heuer erklärte auf Anfrage: „Linken-Fraktionschef Scharfenberg spielt auf Zeit.“ Dies sei aber zu verschmerzen, da derzeit ohnehin noch Fragen zum Minsk offen seien – etwa, ob das Land bereit sein könnte, dort eine Betriebskita für Mitarbeiter von Landtag und Landesregierung einzurichten.

So sah das Terrassenrestaurant Minsk mit Springbrunnen im September 1978 aus. Quelle: MAZ/Wolfgang Mallwitz

Auch die CDU denkt über eine Enthaltung nach. Fraktionschef Matthias Finken machte am Dienstag allerdings deutlich, dass dies nicht automatisch den Erhalt des Minsk bedeutet. Die Entscheidung über Abriss oder Fortbestand sei durch ein Werkstattverfahren lediglich vertagt. Immerhin sollen die Stadtverordneten erst nach Ende des Verfahrens entscheiden, ob der B-Plan für den Brauhausberg geändert oder beibehalten werden soll. An erster Stelle stehen für die CDU die finanziellen Konsequenzen, die sich aus einem Erhalt des Minsk ergeben würden. Bekanntlich wollen die Stadtwerke durch den Verkauf von drei Grundstücken auf dem Brauhausberg – Höchstgebot: mehr als 27 Millionen Euro – unter anderem den Schwimmbad-Neubau finanzieren. Finken: „Wenn es keine finanziellen Einbußen gibt, ist auch für uns alles möglich.“

Ruine der Gaststätte Minsk in Potsdam. Quelle: Maz

Unterstützung bekam der Änderungsantrag von Christian Keller, Präsident der Brandenburgischen Architektenkammer. Beim Minsk handle es sich um „eine architekturgeschichtliche und architektonische Besonderheit im Herzen Potsdams, die es verdient erhalten zu werden“, schreibt Keller in einem offenen Brief an die Stadtverordneten.

Von Ildiko Röd

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