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Potsdam Potsdam feiert seinen 1025. Geburtstag
Lokales Potsdam Potsdam feiert seinen 1025. Geburtstag
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20:27 08.07.2018
Biergartenatmosphäre herrschte in der „guten Stube“ Potsdams auf dem Alten Markt. Quelle: fotos: bernd gartenschläger
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Innenstadt

Glückwunsch zum 1025. Geburtstag! Trotz des hohen Alters ist die Landeshauptstadt noch super in Schuss und außerordentlich aktiv. Bestes Beispiel: Die offizielle „Geburtstagsparty“, die gestern Nachmittag mit weit über 4500 Gästen auf dem Alten Markt stieg – inklusive Geburtstagstorte.

Das Präsent aus der Bäckerei Fahland wurde zum Auftakt von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) angeschnitten.

Denn nicht nur Potsdam darf in diesem Jahr feiern. Auch Geltow, einst Geliti, wurde 993 erstmals urkundlich erwähnt. Genauso wie der Potsdam-Vorläufer Poztupimi wurde die winzige Ortschaft vom royalen Teenager Otto an dessen Tante, die Quedlinburger Äbtissin Mathilde, verschenkt.

Die Geburtsurkunde ist im Potsdam-Museum zu bewundern, das gestern – so wie die anderen Einrichtungen am Alten Markt – unter anderem Führungen anbot. Ob sich Tante Mathilde über das Präsent des 13-jährigen Neffen gefreut hat, ist nicht überliefert.

Umso mehr Freude herrschte gestern bei der Feier zum nicht wirklich runden Wiegenfest. Der Platz hatte sich dafür teilweise in ein Freiluft-Café verwandelt.

Bäume beleben den Platz

Obendrein präsentierte er sich in ungewöhnlichem Gewand. Bäume in Kübeln – etwa hübsche Birken – spendeten Schatten auf dem sonst so kahl wirkenden Platz. „Ein toller Anblick“, schwärmte Nikolaipfarrer Matthias Mieke, der sich von den Kirchentreppen aus an dem bunten Treiben erfreute. Viele Freundeskreise der Partnerstädte hatten ihre Stände aufgebaut, Kulinarisches und Erfrischungen wurden an langen Bänken genossen, was eine gemütliche Biergarten-Atmosphäre schuf.

Besuch aus der Vergangenheit war ebenfalls angereist. Wilhelmine Enke, einst Mätresse von Friedrich Wilhelm I., dem Neffen von Friedrich II, flanierte am Arm von Baumeister Manger in Barockkleidung über den Platz. Die „wiederauferstandenen“ Persönlichkeiten gaben einen Überblick über die wichtigsten Etappen der Stadtgeschichte.

Trotz ihrer 1025 Jahre – von der „alten Dame Potsdam“ wollte Rathaus-Chef Jakobs nicht sprechen. Denn: „Die Stadt verjüngt und erfindet sich immer neu.“ Immerhin ist sie die deutsche Landeshauptstadt mit dem jüngsten Durchschnittsalter – knapp 42 Jahre. Eine Jungbrunnen-Metropole, wie Jakobs deutlich machte: „In anderen Städte geht es rauf bis 49 oder 50.“

Vereine präsentierten sich

„Happy Birthday!“ hieß es gestern aber nicht nur für das einstige Slawendorf Poztupimi. Auch sonst ließ man auf der Bühne viele Geburtstagskinder hochleben – Vereine oder Einrichtungen mit oft beeindruckender Biografie. 90 Stadtführer sind derzeit im Guide e.V. organisiert.

„Unser Verein besteht seit 20 Jahren – er setzt die Tradition des vor 125 Jahren gegründeten Verkehrsvereins fortsetzt, der die damaligen Fremdenführer ausgebildet hat“, erklärte Vereinschef Sebastian Stielke. Das Kabarett Obelisk kann auf 40 Jahre zurückblicken. Die Fabrik Potsdam erinnerte an die Räumung der Gutenbergstraße vor 25 Jahren und den Neuanfang der Tanzszene in der Schiffbauergasse.

Die Ortsteile blickten auf die zwei Eingemeindungen zurück, durch die Potsdam vor 25 beziehungsweise 15 Jahren an Fläche und Einwohnern gewachsen ist. Weitere Jubilare: das vor fünf Jahren eröffnete Bildungsforum Potsdam, das genauso alte Projekt Kultür Potsdam und der Fanfarenzug Potsdam mit seinen reifen 55 Jahren.

Gratulanten kamen nicht nur aus der Stadt und dem Umland. Maryse Gaubert war aus der französischen Partnerstadt Versailles angereist. Ihre jahrzehntelange Liebe zu Potsdam stammt noch aus DDR-Zeiten: „Am 11. April 1979 war ich zum ersten Mal in Potsdam – ich wollte unbedingt Sanssouci sehen“, erzählte Gaubert, die natürlich Mitglied im Freundeskreis der beiden Partnerstädte ist.

Den hochkarätigen musikalischen „Rausschmeißer“ machte am Abend die Bigband des Deutschen Filmorchesters Babelsberg. Das Traditionsensemble könnte in diesem Jahr theoretisch die hundertste Kerze auf der Geburtstagstorte ausblasen.

Gegründet vor einem Jahrhundert, erfolgte vor 25 Jahren die Neugründung. „Es ist uns eine Ehre, beim Stadtgeburtstag zu spielen“, sagte Intendant Klaus-Peter Beyer. Vielsagender Nachsatz: „Auch ohne je kommunale Subventionen erhalten zu haben.“

Von Ildiko Röd

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