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Potsdam Neuer Comic ist Auftakt für Trilogie
Lokales Potsdam Neuer Comic ist Auftakt für Trilogie
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00:29 24.10.2015
Ein idealisiertes und ein zur Katastrophe ausgewachsenes Morgen treffen im Erwachsenencomic „Hemispheres“ aufeinander Quelle: De La Garza, Pape, Grusche
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Potsdam


Vier Jahre haben sie auf diesen Moment hingearbeitet: im Oktober ist die Graphic Novel „Hemispheres“ erschienen, die von Christopher De La Garza, Sascha Grusche und Simon Pape in Potsdam entwickelt wurde. Doch der erste Band des als Trilogie angelegten Comics für Erwachsene ist nur eine Etappe, das Buch nur Teil einer deutlich größeren Vision. Die drei Künstler haben viel Umfassenderes im Sinn.

„Wir wollen die Menschen zum Umdenken bewegen“, erklärt Christopher, der die Idee zum Projekt „Hemispheres“ hatte. Der heute 27-jährige Potsdamer, ausgebildeter Mediengestalter und Architekturstudent, hatte sich schon lange mit dem Gedanken getragen, mithilfe einer Science-Fiction-Geschichte – wie in diesem Genre durchaus üblich – auf heutige Fehlentwicklungen hinzuweisen. Doch sollte dies nicht nach einem der gängigen Muster als Utopie oder Dystopie geschehen. Christopher, der nur unter seinem Künstlernamen De La Garza auftritt, wollte beides verbinden: ein ideales Morgen sollte auf ein zur Katastrophe ausgewachsenes treffen.

Im Oktober 2011 erzählte er Sascha Grusche von seinem Vorhaben. Der war sofort Feuer und Flamme. Die Illustrationen des damals als Referendar für Englisch und Physik am Potsdamer Einstein-Gymnasium arbeitenden Multitalents setzten Christopher De La Garzas Gedanken ins Bild. Gemeinsam schrieben sie die Geschichte fort, reicherten sie an mit Bezügen in die Geistes- und Kunstgeschichte und mit Hochrechnungen einer realistischen Zukunftsgesellschaft. 2013 kam Graffitikünstler und Designer Simon Pape ins Team. Er steuerte 3D-Modelle und Collagen bei, die als Vorlagen für die fotorealistischen Zeichnungen Sascha Grusches fungierten, und gab den konzeptionellen Anstoß für die Gestaltung der Bildhintergründe.

Öffentlich konnte in den vergangenen Jahren das Werden der Potsdamer Graphic Novel verfolgt werden. Zwischenschritte präsentierten die Autoren unermüdlich: auf Comic- und Designmessen im In- und Ausland sowie auf zahlreichen Veranstaltungen in der Landeshauptstadt, darunter die Designtage Brandenburg, die Stadt für eine Nacht in der Schiffbauergasse und eigene Ausstellungen etwa im Waschhaus und im Kunsthaus Sans Titre. Ein umfangreiches Beiprogramm mit öffentlichen Workshops, Vorträgen und Konzerten begleitete alle diese Aktionen – finanziert durch Fundraising im Internet, Sponsoren und den Verkauf von Merchandise-Artikeln zum stetig wachsenden „Hemispheres“-Universum. Es hatte begonnen, was De La Garza sich von dem Projekt erhofft hatte: auf den Veranstaltungen kamen Kreative und Interessierte zusammen, die die Welt verändern wollen – und sei es nur im Kleinen. Fast wäre das Buch dabei in Vergessenheit geraten.

Ausschnitt aus „Hemispheres“. Quelle: De La Garza, Pape, Grusche

„Silvester haben wir den Beschluss gefasst: dieses Jahr gehen wir in Druck – oder das wird nichts mehr“, berichtet Sascha Grusche. Für den 29-jährigen Physiker, der inzwischen seit zwei Jahren am Bodensee forscht und an seiner Doktorarbeit schreibt, hieß das: zeichnen, zeichnen, zeichnen. Jede Woche stellte der Autodidakt eine neue Seite fertig. Im Sommer war es geschafft. Danach gab es kein Halten mehr: Als alle Verlage, die sie anfragten, absagten, startete die „Hemispheres“-Crew mal wieder eine Finanzierung auf eigene Faust. Doch dann geschah etwas, das Christopher De La Garza bis heute sichtlich aufwühlt. Auf dem For Ever Now-Festival in Berlin fragte ihn, vier Tage vor Drucktermin, ein völlig Unbekannter: „Sie veröffentlichen nicht zufällig demnächst ein Buch?“ Der Mann entpuppte sich als Verleger, in der Woche darauf erschien Band 1 „Hemispheres – Corpus Separatum“ in dessen Aurum Verlag.

Im Rahmen einer „Woche der Achtsamkeit“ haben De La Garza und seine Mitstreiter ihr Werk gerade im Orange Lab am Berliner Ernst-Reuter-Platz präsentiert. Dieses Jahr klappern sie noch die etablierten Szene-Messen ab. Für 2016 dann ist Großes geplant: die Potsdamer Graphic Novel geht auf Deutschlandtour. Gemeinsam mit den Musikern von „Ceeys“ soll es Comic-Lesungen mit Licht- und Videoshow geben. In Sascha Grusches Kopf formen sich indes bereits die Bilder für die nächsten beiden Bände. „Das Finale habe ich im Traum gesehen“, sagt er lächelnd, „alles, was ich bisher gezeichnet habe, war nur ein Vorgeschmack auf das, was noch alles möglich ist.“

Von Marcel Kirf

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