Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Arbeitseinsatz zum Kennenlernen
Lokales Potsdam Arbeitseinsatz zum Kennenlernen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:22 13.11.2015
Mit vereinten Kräften bauen Stadtverordnete und Flüchtlinge einen Basketballkorb für die Unterkunft an der Pirschheide zusammen. Quelle: Foto: Köster
Anzeige
Pirschheide

„Jetzt brauchen wir einen 13er Maulschlüssel!“, ruft Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) beherzt über den Hof der Flüchtlingsunterkunft an der Pirschheide. Und setzt leise hinzu: „Denke ich mal.“ Gemeinsam mit Sascha Krämer (Linke), Mike Schubert (SPD) und zehn Bewohnern der Unterkunft versucht er, die kiloschweren Metallteile einer Basketballkorbhalterung mit einem massiven Standfuß zu verbinden. Die Stimmung ist gelöst. Die Politiker belegen sich gegenseitig mit lockeren Sprüchen. Es wird viel gelacht. Nur so richtig vorwärts geht es nicht.

Da ergreift der junge Jimmy aus Pakistan die Initiative. Er hat das richtige Werkzeug besorgt und zieht nun mit sicheren Handgriffen die Schrauben fest, die von den Politikern in die Gewinde gedrückt worden sind. Schnell geht das. Einen 13er Maulschlüssel benutzt er dafür nicht.

“He’s the boss of Potsdam“

Das gemeinsame Anpacken und Problemlösen, das Scherzen und Lachen verdeutlichen, was SVV-Vorsitzende Birgit Müller (Linke) mit ihrer Einladung zum Arbeitseinsatz in der Flüchtlingsunterkunft bewirken wollte. Die Menschen begegnen sich, lernen sich kennen. Dass Jakobs, den Heimleiterin Friederike Neumann ihnen mit den Worten „He’s the boss of Potsdam“ vorgestellt hat, mit ihnen zusammen Hand anlegt, gefällt den Bewohnern. 67 Flüchtlinge leben in den Containerräumen an der Pirschheide, vorwiegend junge Männer aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, afrikanischen Staaten und Ländern der Russischen Föderation. Da es hier lediglich Gemeinschaftsduschen und -toiletten gibt, sind hier nur drei Familien untergebracht.

Das geschäftige Treiben im Hof lockt immer mehr Bewohner ins Freie. So sind genug Männer am Start, als die schwere Metallkonstruktion aufgerichtet werden muss. Vierzehn Armpaare stemmen sie schließlich in die Höhe und passen sie in eine bereits zuvor von einer Gartenbaufirma einbetonierte Bodenbuchse ein.

Der Fachmann runzelt die Stirn

Kaum steht der Korb, versuchen sich Stadtverordnete wie Refugees am Ball. Mohamed Hani aus Pakistan gelingt es als Erstem, einen zu versenken. Da stört es niemanden, dass Norbert Gustke, Chef der Gartenbaufirma, die alles vorbereitet hatte, mit der Stirn runzelt. Auf die Frage „Haben die Politiker alles richtig gemacht?“, antwortet er mit einem klaren Nein. „Das ist falsch zusammengeschraubt, das Netz muss eigentlich von unten angebracht werden und vor allem: Es sind vier Schrauben über“, zählt der Fachmann auf. Er wird alles noch einmal auseinandernehmen und neu zusammenfügen, wenn sich der Trubel gelegt hat. Für den Moment aber hält alles.

Im Hintergrund ist auch das neue Beet fertig. Am zweiten Einsatzort auf dem Hof haben während des Kraftaktes hier weitere Stadtverordnete und Bewohner Pflanzen gesetzt: Basilikum, Minze, Rosmarin und Schnittlauch.

Von Marcel Kirf

Am Freitag ist Denise S. mit ihren drei Kindern in eine Ersatzwohnung im Schlaatz gezogen. Nach dem Brand in ihrer Drei-Raum-Wohnung ist die Familie nun innerhalb kurzer Zeit wieder mit dem Nötigsten versorgt: Viele Potsdamer halfen.

13.11.2015
Potsdam Polizeibericht für Potsdam am 13. November - Zwei Verletzte nach Wendemanöver

Wenden in drei Zügen – wer hat diese Übung in der Fahrschule nicht verflucht. Kurbeln, auf den Verkehr achten, kurbeln... Wenn’s brenzlig wurde, trat der Fahrlehrer auf die Bremse. So eine Notfallsicherung gibt’s nach der Führerscheinprüfung nicht mehr – das zeigt ein Unfall in Potsdam-Babelsberg, wo so ein Wendemanöver jetzt schief ging.

13.11.2015
Potsdam Potsdamer Polizei bittet um Mithilfe - Zeugen und Unfallverursacher gesucht

Splitter, Beulen und eine zehn Meter lange Bremsspur sind alles, was auf den Unfall hindeutet, der sich in der Babelsberger Friedrich-List-Straße ereignet hat. Ein Auto rauschte auf höhe der Nuthe-Brücke in einen parkenden Chevrolet – und verschwand. Die Polizei sucht dringend nach dem Unfallverursacher. Und nach Zeugen.

13.11.2015
Anzeige