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Plakat: Rathaus zieht in Leichtbauhalle um

Satire-Aktion in Potsdam Plakat: Rathaus zieht in Leichtbauhalle um

Glücklich grinst Potsdams OB Jann Jakobs (SPD) vom Plakat. Die Stadtverwaltung will Verantwortung übernehmen, verkündet er. Das Rathaus wird zur Flüchtlingsunterkunft, die Offiziellen ziehen in eine Leichtbauhalle. Glauben Sie nicht? Sie haben Recht! Die Plakate, die überall in Potsdam hängen, sind gefälscht. Die MAZ sprach mit den Machern der Satire-Aktion.

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Sieht dem Leitbild der Stadt zum Verwechseln ähnlich: das Fake-Plakat mit OB Jann Jakobs (SPD).

Quelle: privat

Potsdam. Da staunten die Potsdamer nicht schlecht: am Freitag lächelte sie in der gesamten Stadt das Konterfei von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) an – verbunden mit der Botschaft, dass die Stadtverwaltung nun das Rathaus räumen würde, damit dort Flüchtlinge einziehen können. Die großformatigen Plakate, deren Gestaltung dem offiziellen Leitbild der Landeshauptstadt zum Verwechseln ähnlich sieht, rufen die Bürger dazu auf, am 26. November „in sachgerechtem Blaumann-Anzug“ zum Stadthaus zu kommen, um beim Umzug zu helfen.

Begründet wird diese Maßnahme auch: „Potsdams Wohnungspolitik ist gescheitert. Seit Jahren fehlt es an sozialem Wohnraum für Alteingesessene und Neuankömmlinge.“ Die Stadtverwaltung würde nun Verantwortung übernehmen und in Leichtbauhallen umziehen. Doch die Plakate sind eine Fälschung.

Landeshauptstadt gibt sich entspannt

„Wir nehmen diesen Scherz entspannt zur Kenntnis“, sagte Stadtsprecher Stefan Schulz der MAZ, „wir werden auch nichts dagegen unternehmen.“ In der Sache aber versteht die Verwaltung weniger Spaß: Potsdam tue sehr viel für den sozialen Wohnungsbau, insistiert Schulz. Gerade entstünden 1500 neue Wohnungen, davon 500 in sozialem Wohnungsbau. „Nicht so schön finden wir, dass das Thema Wohnungsbau auf dem Rücken von Flüchtlingen diskutiert wird“, so Schulz weiter, „wir tun alles dafür, dass auch diese menschenwürdig untergebracht werden.“

Plakatkleber zur MAZ: Es geht um einen anderen Politikstil

Auch im Internet wird mit demselben Motiv zur Umzugshilfe aufgerufen. Ihre Identität wollten die Macher der Satire-Aktion am Freitag aber nicht offenbaren. „Wir sind Menschen in Potsdam, für die Wohnungsnot nicht nur Gegenstand von Wohnkonzepten ist“, teilten sie auf MAZ-Anfrage mit. „Ganz praktisch kann hier die Stadtverwaltung zeigen, dass sie Verantwortung für die miserable Wohnpolitik der letzten Jahre bezieht. Und ganz praktisch heißt das: Der Umzug in Leichtbauhallen, als Geste der Einsicht. Einsicht darüber, dass nicht mehr privatisiert wird, dass ein sofortiger Plan umgesetzt werden muss, genügend sozialen Wohnraum zu schaffen. Das hat die Stadt die letzten Jahre versäumt, mit dem Umzug des Stadthaus beginnt ein anderer Politikstil.“

Macher der Satire-Aktion sicher: „Der Umzug wird stattfinden“

Aber werden jetzt am 26. November tatsächlich Umzugshelfer vor dem Rathaus erscheinen? Da sind sich die Plakat-Kleber absolut sicher. „Der Umzug wird stattfinden, keine Frage. Alle Mitarbeiter_innen werden informiert, am besten sollten sie schon ihre Sachen bereitstellen und so gut es geht zusammenpacken. Wir zählen auf die Potsdamer_innen, die an diesem Tag dem Stadthaus beim Umzug helfen,“ sagten sie der MAZ.

 

Von Marcel Kirf

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