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Kommt Sinterklaas wieder mit Zwarten Pieten?

Rassismus-Streit um Weihnachtsfest Kommt Sinterklaas wieder mit Zwarten Pieten?

Mehr als 12 000 Euro hat Unternehmer Jörg Beier in anderthalb Wochen gesammelt. Seine Mission: Die Zwarten Pieten sollen doch beim Sinterklaasfest in Potsdam auftreten. Unklar ist aber, ob der Veranstalter das will.

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Nach der Diskussion um rassistische Darstellungen traten im vergangenen Jahr einige „Zwarte Pieten“ nur mit rußigen Wangen auf.

Quelle: Christel Köster

Innenstadt. Jörg Beier ist zuversichtlich: die Zwarten Pieten können kommen. In knapp anderthalb Wochen habe er Spendenzusagen in Höhe von mehr als 12 000 Euro erhalten, sagte er am Donnerstag der MAZ.


Der Potsdamer Unternehmer sammelt dafür, dass die Pieten doch beim diesjährigen Sinterklaasfest im Holländischen Viertel auftreten. Die Stadt hatte eine Förderung des als rassistisch empfundenen Auftritts von Schauspielern mit geschwärzten Gesichtern ausgeschlossen. Der Veranstalterverein des Sinterklaasfestes aber ist unentschlossen, was nun passieren soll.

Vereinsvorsitzender Hans Göbel ist derzeit nicht zu erreichen – auch für Jörg Beier nicht. „Ich versuche es seit drei Tagen“, sagt Beier. Er habe den Eindruck, die Diskussion um einen Auftritt der Zwarten Pieten belaste die ehrenamtlichen Mitglieder des Fördervereins zur Pflege niederländischer Kultur in Potsdam sehr.

Niederländer diskutieren

Auch niederländische Medien berichten über die Zwarte Pieten-Debatte in der Landeshauptstadt. Das NRC Handelsblad titelte „Sinterklaas nicht mehr willkommen in Potsdam.“

Seit den 1980ern wird in den Niederlanden diskutiert, ob die Darstellung der Zwarten Pieten rassistisch ist. Seit 2013 verändert sich die Tradition.

Beim nationalen Sinterklaas-Einzug im vergangenen Jahr liefen neben schwarzen Pieten auch in anderen Farben geschminkte mit. Dieses Jahr kommt Sinterklaas am 14. November in Meppel an. Auf der offiziellen Webseite wird angekündigt, dass Zwarte Pieten und Darsteller mit rußverschmierten Wangen auftreten werden.

„Meinem mündlichen Aufnahmeantrag ist noch nicht entsprochen worden“, so Beier, „an einem Vereinstreffen in der vergangenen Woche konnte ich nicht teilnehmen“.

Dort seien die Meinungen aber auseinandergegangen, wie ihm zugetragen wurde: Einige unterstützen demnach seine Initiative pro Pieten, andere wollen vor allem, dass die Diskussion darum ein Ende findet und wieder andere haben Angst, dass eine Einladung der bemalten Schauspieler gegen den Willen der Stadtverwaltung zu weiteren Problemen führen könnte. „Aber ich brauche jetzt eine Entscheidung: will der Verein meine Hilfe oder nicht?“, so Beier.

Die nun gesammelten 12 000 Euro reichen aus, um den privaten Finanzierungsanteil des Festes zu bewältigen, das insgesamt rund 45 000 Euro kostet. Die Spender aber haben das Geld nur unter der Maßgabe zugesagt, dass die Zwarten Pieten auftreten. Geschieht dies, könnte wiederum die Stadt Fördergelder in Höhe von 16 000 Euro zurückbehalten. Im Förderantrag für den niederländischen Weihnachtsmarkt am zweiten Dezemberwochenende, der derzeit bearbeitet wird, ist eine Anti-Diskriminierungsklausel enthalten, bestätigte Stadtsprecher Stefan Schulz der MAZ.

„Wenn das so kommt, traue ich mir zu, auch diesen Betrag aufzustellen“, gibt sich Jörg Beier selbstbewusst, „aber dafür brauche ich die Rückendeckung des Vereins.“ Bereits nächste Woche könne eine Webseite online gehen – „mit einer Kommentarfunktion, um die notwendige Diskussion öffentlich zu führen“, so Beier.

„Uns ist nicht daran gelegen, dass es weitere Auseinandersetzungen gibt“, sagt Stadtsprecher Schulz. In Gesprächen habe man den Verein überzeugen wollen, eine andere Darstellung der Pieten zu wählen.

Wenn es nun zu einem privat finanzierten Auftritt kommt, wolle man diesen nicht verbieten. „Klar ist aber, dass wir kein Geld dafür ausgeben“, so Schulz.

Von Marcel Kirf

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