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Potsdam Zädow lobt Garnisonkirchen-Projekt
Lokales Potsdam Zädow lobt Garnisonkirchen-Projekt
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21:29 26.09.2018
Die neue Superintendentin Angelika Zädow musste beim Empfang durch Oberbürgermeister Jann Jakobs viele Interviews geben. Quelle: foto: Friedrich Bungert
Potsdam

Staat trifft Kirche: Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hat am Mittwoch die neue Superintendentin Angelika Zädow zum Antrittsbesuch im Rathaus empfangen. Dabei ging es unter anderem um die Fortführung der engen Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Kirchen, wie Jakobs bei der Begrüßung sagte. Bei der offiziellen Einführung der neuen Superintendentin am 7. Oktober in der Friedenskirche wird er eines der Grußworte halten. Die Nachfolgerin von Joachim Zehner ist seit 1. September im Amt. Zuvor war die gebürtige Bonnerin acht Jahre lang Superintendentin des Kirchenkreises Halberstadt im Harz. Wie berichtet, hat Zädow bei ihrer Wahl durch die Kirchenkreisvertreter (Synodalen) im Frühjahr mehr als die Hälfte der 60 Stimmen bekommen – damit lag sie in deutlichem Abstand vor ihren beiden Mitbewerbern. In Halberstadt hat sich die Theologin, die in Mainz und Bonn studierte, insbesondere stark im Bereich Kinder- und Jugendarbeit engagiert.

Als Superintendentin ist Zädow die „Chefin“ des evangelischen Kirchenkreises Potsdam mit seinen insgesamt etwa 25 000 Gemeindemitgliedern in 22 Kirchengemeinden. Der Kirchenkreis umfasst nicht nur die Stadt Potsdam, sondern auch Werder/Havel und Umgebung sowie zwei sogenannte „Anstaltsgemeinden“ (Oberlin und Hoffbauer-Stiftung).

Die neue Superintendentin Angelika Zädow. Quelle: Friedrich Bungert

Auf die Rheinländerin warten etliche Baustellen. Im Kirchenkreis wurden in den letzten Jahren zunehmend Führungsmängel von Zehner beklagt. Allerdings war der Superintendent aufgrund einer Erkrankung stark angeschlagen. Eine der Hauptaufgaben seiner Nachfolgerin wird somit nach Einschätzung von Kirchenkennern sein, das Miteinander im Kirchenkreis wieder zu stärken.

Anders als ihr Vorgänger wird Zädow keine Viertel-Stelle als Pfarrerin an der Friedenskirche übernehmen. Sie hat eine volle Superintendentenstelle inne, mit einem Predigtauftrag an der Erlöserkirche in Potsdam-West. Allerdings, so stellte sie am Mittwoch klar, will sie nicht nur an einer Kirche predigen, sondern überall.

Die neue Superintendentin Angelika Zädow und Oberbürgermeister Jann Jakobs. Quelle: Friedrich Bungert

Beim Thema des Wiederaufbaus des Garnisonkirchturms an der Breiten Straße scheinen Zehner und Zädow nahe beieinander zu sein in ihrer positiven Bewertung. Die Superintendentin ist qua Amt Mitglied im Kuratorium der Garnisonkirchenstiftung. Aus ihrer Sicht „ein ausgesprochen spannendes Projekt, weil es die Menschen herausfordert, zu bestimmten, aus meiner Sicht brisanten Themen eine Position zu finden“. Dabei gehe es um Fragen, wie Versöhnung konkret werden kann, oder wie man zum Frieden beitragen kann. Insgesamt, so die Superintendentin, könne das Wiederaufbau-Projekt dazu beitragen, eine „gute Kultur des Streitens zu entwickeln“. An dem Wiederaufbau scheiden sich bekanntlich die Geister. Während die einen das Vorhaben wegen des „Tags von Potsdam“ – die Eröffnung des Nazi-Reichstags in der Kirche – ablehnen, sehen die Wiederaufbauer den Garnisonkirchturm als künftigen „Ort der Versöhnung“.

Spannend wird die Frage, wer den Sitz der Landeshauptstadt im Kuratorium der Garnisonkirchenstiftung einnehmen wird, wenn Jakobs Ende November aus dem Amt scheidet. Sollte SPD-Kandidat Mike Schubert in der Stichwahl am 14. Oktober das Rennen machen, würde er als neuer Rathaus-Chef diesbezüglich nicht in Jakobs’ Fußstapfen treten wollen. Er strebe keinen persönlichen Sitz in dem Gremium an, sondern sehe sich eher in einer „vermittelnden Position“, so Schubert im MAZ-Interview vor dem ersten Wahlgang. „Meine Vorstellung geht dahin, eine honorige Persönlichkeit zu finden, die den Sitz der Stadt im Kuratorium wahrnimmt.“ Gerüchtehalber soll es sich bei der „honorigen Persönlichkeit“ , die Schubert im Auge hat, um den ohnehin mit der Materie vertrauten Noch-Amtsinhaber handeln. Darauf angesprochen, verwies Jakobs gestern auf die Befugnis der Stadtverordneten, den städtischen Vertreter zu entsenden. Seine diplomatische Antwort: „Das hängt nicht von mir ab, sondern davon, wie das nach meinem Ausscheiden aus dem Amt von den Stadtverordneten diskutiert wird.“

 

Von Ildiko Röd

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