Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Morgens bis abends quellen die Mülleimer über

Potsdams Müllproblem Morgens bis abends quellen die Mülleimer über

Potsdams Müllproblem ist nicht mehr zu übersehen. Am Vormittag finden sich noch Hinterlassenschaften aus der Nacht, am Abend platzen die wenigen Mülleimer in der Innenstadt bereits wieder aus allen Nähten. Die MAZ hat mal genauer hingeguckt.

Voriger Artikel
Betrunkenes Mädchen löst Alarm in Schule aus
Nächster Artikel
Gebaute Realität für den Film


Quelle: 19160710

Innenstadt. Morgens um halb zehn ist die Fußgängerzone fast menschenleer. Die Pendler sind aus der Stadt, die Einpendelnden bereits in ihren Verwaltungsbüros, die Touristen warten an Brunchbuffets im Hotel. Entlang der Brandenburger Straße wird erst um zehn geöffnet. Lieferfahrzeuge umrunden auf der Einkaufsmeile noch nicht abgeholte Gastro-Abfälle. Und auch die Mülleimer quillen über.

Die Stadt, der Müll und die Ratlosigkeit

Wer leert welche Mülleimer und wo stehen diese überhaupt? Mit diesen Fragen muss sich nun das Potsdamer Rathaus intensiver befassen. Eigentlich war vor geraumer Zeit bereits beschlossen worden, dass sich darum der Stadtentsorgungsbetrieb kümmern soll. Doch das ist nicht ganz so einfach, gleich aus mehreren Gründen.

Nahe einem Fastfood-Restaurant und der Filiale einer Kaffeehauskette stapeln sich Verpackungen und Becher auf den silbernen Rundbögen der Abfalleimer, und sind ringsumher gestreut. Hier und da hat einer ein Plastiksäckchen mit Hausabfällen danebengestellt. An den Kreuzungen des Boulevards zeugen Zigarettenstummel-Häufchen von nächtlichen Abschiedsgesprächen. In Richtung Friedrich-Ebert-Straße liegen Alufolienknäuel auf dem Fußweg, mit Dönerresten darin und ohne. Fleischstreifen, Soßenreste, Tomaten- und Gurkenstifte markieren Orte der Essenseinnahme in Hauseingängen und rund um die öffentlichen Bänke. Mehr Mülltonnen als anderswo in der Stadt stehen auf dem Broadway, an jeder Kreuzung vier. Doch reichen sie nicht aus, um den Müll zu fassen, der täglich in Potsdam produziert wird.

Tonnen und Säcke reichen meist nicht aus

Auf dem Bassinplatz ist Markt. Die Händler haben eigene Tonnen und Säcke dabei, doch auch die genügen nicht. Wer eine Wurst isst, trägt seine Pappe auch mal ein paar Meter. Mülleimer Richtung Fußgängerzone? Zwei. Auf der großen Wiese, die sich am Nachmittag mit Jugendlichen füllen wird, steht kein Abfallkorb, an den Rändern bei den Bänken einzelne kleine. Die meisten Entsorgungsmöglichkeiten finden sich entlang der Hegelallee, in der gut frequentierten Gutenbergstraße hingegen steckt man benutzte Taschentücher, Kaugummipapiere und Obstschalen am besten in die Jackentasche. Das Schalenproblem hat auch ein Rentner am Stadtschloss. Orange blitzen die Mandarinenreste in seiner Hand. „Wo macht man die denn hin?“, fragt er ratlos. Am Alten Markt ist er nicht fündig geworden. Auch an der Alten Fahrt und auf der Freundschaftsinsel: wenige, übervolle Sammelbehälter.

Am Nachmittag kommt die Müllabfuhr. Auf dem Platz der Einheit zerren Vögel bereits wenig später wieder Papiere aus den sich schnell füllenden Tonnen, gelegentlich gestört von Pfandsammlern. Es riecht bereits wieder wie am Morgen. Und der erste Becher krönt einen übervollen Mülleimer.

Von Marcel Kirf

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg