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100 Wildunfälle mehr als im Vorjahr

Prignitz 100 Wildunfälle mehr als im Vorjahr

Die Prignitzer Polizei wertete die Verkehrslage 2016 aus und gab in der alljährlichen Sicherheitskonferenz in Meyenburg die aktuellen Zahlen bekannt. Insgesamt wurden mehr Verkehrsunfälle registriert, was vor allem auf Vorfälle mit Wild zurückzuführen ist. Erfreulich ist, dass die Zahl der Verletzten und Toten enorm sank.

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Auf der B 107 kam im August 2016 ein Seat-Fahrer zwischen Tüchen und Mesendorf nach einem Wildwechsel von der Straße ab.

Quelle: Andreas König

Meyenburg. Die schlechte Nachricht: Die Zahl der Unfälle ist im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent gestiegen. Allein 100 davon sind Wildunfälle. Die gute Nachricht: Es gab im Berichtsjahr 8,9 Prozent weniger Verletzte und 90,9 Prozent weniger Tote bei Unfällen auf den Straßen im Kreisgebiet. Während der Sicherheitskonferenz des Kreises am Montag in Meyenburg wertete neben dem Leiter der Polizeiinspektion Prignitz, Peter Schröder, auch Anja Autzen vom Sachbereich Ordnung, Verkehr und Bußgeldstelle der Kreisverwaltung Prignitz die Zahlen und Zusammenhänge für das Jahr 2016 aus.

Ein Teil der präventiven Maßnahmen von Polizei und Ordnungsbehörden trägt im Landkreis Prignitz offenbar Früchte: Das zumindest bilden einige der Zahlen ab. So konnte nicht nur die Zahl der Unfälle mit Verletzten gesenkt werden, erklärte Peter Schröder: „1,2 Prozent machen Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss am Gesamtunfallgeschehen aus.“ Das sind mit 35 sieben weniger als 2015. Auch die Zahl der Baumunfälle ging ­erfreulicherweise zurück. Der einzige Unfalltote des Berichtsjahres starb allerdings bei einem Baumunfall.

17,5 Prozent der Unfälle wurden von Senioren verursacht

Ebenso sank die Unfallzahl bei „Jungen Fahrern“. So seien laut Schröder nur noch 9 Prozent der Unfälle von „Jungen Fahrern“ verursacht worden – mit 148 sind das zehn weniger als im Vorjahr. „Das sind die Auswirkungen des ’Begleiteten Fahrens ab 17’“, meint Inspektionsleiter Schröder. Die Prävention in dem Bereich bleibe aber ein Schwerpunkt. Der positive Trend setzt sich bei den älteren Fahrern leider nicht fort: Dass 17,5 Prozent der Unfälle durch Senioren verursacht wurden, führt Schröder jedoch auf die demografische Entwicklung zurück: „Der Altersdurchschnitt in der Prignitz steigt ständig an. Das hat Auswirkungen auf das Unfalllagebild.“

Die Zahl der Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt waren, sank 2016 ebenfalls: Es waren 5 Prozent. „Der Anteil der Verletzten ist in dem Bereich mit 80 aber viel höher als im Durchschnitt“, sagte Peter Schröder. Im innerstädtischen Bereich konnten die Unfälle mit Radfahrern aber gesenkt werden. 16,5 Prozent der Unfälle werden als Unfallfluchten registriert, vor allem auf Parkplätzen.

Die vielen Wildunfälle bleiben ein Problem

Die Wildunfälle machen 34 Prozent am Gesamtunfallgeschehen aus. Sieben von zehn Unfällen außerhalb geschlossener Ortschaften sind Unfälle mit Wild. Diese in irgendeiner Form zu beeinflussen, sieht Schröder nicht: In den vergangenen 20 Jahren hat es in der Prignitz etliche Versuche gegeben, den Wildwechsel zu beeinflussen: Duftzäune, Reflektoren oder – ganz am Anfang – auch CDs in den Bäumen. Eine ultimative Lösung gibt es aber nicht. „Wir können das Wild ja nicht einsperren“, so Schröder.

Anja Autzen vom Landkreis und Lutz Mattheus vom Führungsdienst der Polizei beleuchteten die Arbeit der Verkehrsunfallkommission. So konnten sie etwa die Häufigkeit von Unfällen nach Vorfahrtsfehlern auf Montag und Freitag von 9 bis 11 Uhr eingrenzen, während Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern vor allem donnerstags zwischen 10 und 12 Uhr passierten. Wildunfälle kämen naturgemäß in der Dämmerungszeit vor. Unfallschwerpunkte seien unter anderem die B 189 zwischen Pritz­walk und Groß Pankow, mehrere Kreuzungen der Ortsumgehung Perleberg, die Kreuzungen Perleberger/Karl-Marx-Straße und Parkstraße/Dr.-Wilhelm-Külz-Straße in Wittenberge und der Kreisel an der B 5/A 14 bei Karstädt.

Zu einer Verbesserung der Unfallzahlen habe neben dem Landstraßenerlass – er schreibt Tempo 70 auf Landstraßen vor – auch das Verkehrssicherungskonzept des Kreises beigetragen, sagten Autzen und Mattheus. „Die Baumunfälle an Alleen sind zurückgegangen.“ Der Erlass und das Konzept sollen ausgewertet und in den nächsten Jahren fortgeschrieben werden.

Schwerpunkte sind die Städte

2808 Verkehrsunfälle gab es 2016 in der Prignitz, im Jahr davor waren es 2656. Verletzt wurden 288 Unfallbeteiligte (2015: 316). Nur ein Mensch starb 2016 bei einem Unfall in der Prignitz (2015: 11).

71 Baumunfälle wurden 2016 registriert, bei denen 41 Menschen verletzt wurden, 24 von ihnen schwer. Ein Mensch starb bei einem Baumunfall.

Schwerpunkte sind bei den Unfällen die Städte Perleberg (+ 100), Wittenberge (+ 9) und Pritz­walk (+ 4). Zugenommen hat die Zahl der Verkehrsunfälle gegenüber dem Vorjahr auch im Amt Putlitz-Berge (+ 18), Amt Lenzen (+ 16) und der Gemeinde Karstädt (+ 14). Gesunken ist die Unfallhäufigkeit in der Gemeinde Groß Pankow (- 13) und im Amt Bad Wilsnack/Weisen (- 11) und Meyenburg (- 6).

Von Beate Vogel

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