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Prignitz 15 Akten voll Veritas-Geschichte
Lokales Prignitz 15 Akten voll Veritas-Geschichte
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18:32 15.05.2013
Henry Strutz (v.l.) unterzeichnete für den Freundeskreis Nähmaschine (mit Dieter Neumann, Jürgen Hilgendfeld, Klaus Richard und Siegfried Leppin) die Übergabe ans Stadtmuseum. Für das Museum unterschrieb Reiner Blotny (r.). Quelle: Andreas König
WITTENBERGE

Wer sich über die Geschichte des Veritas-Nähmaschinenwerks in Wittenberge informieren möchte, kann seit gestern in einem noch weitaus reicheren Fundus stöbern als bisher. Der Freundeskreis Nähmaschine übergab dem Museum die Resultate von fast sieben Jahren Recherche, Forschung und eigener Erinnerung. 15 Aktenordner haben die einstigen Nähmaschinenwerker mit Texten, Bildern und zeitgeschichtlichen Dokumenten gefüllt. Gestern erhielt das Stadtmuseum „Alte Burg“ die bemerkenswerte Sammlung als Geschenk.

„Wir sind stolz und froh, dass diese Arbeit nun beendet ist“, sagte Henry Strutz, der für die inzwischen noch aus fünf ehemaligen Nähmaschinenwerkern bestehende Autorengruppe sprach. Wohl kaum ein Aspekt der Werksgeschichte, vor allem der der sozialistischen Zeit, blieb unerforscht. Die Autoren widmen sich den „Leitungsprozessen vom Beginn nach de, Krieg über den VEB und die GmbH bis zur Liquidation“, führen „Produkte des Nähmaschinenwerks“ auf und geben dem Museumsbesucher sogar eine Art Lexikon an die Hand: „Die Nähmaschine – ein Nachschlagewerk“, heißt ein Ordner, der als Füllhorn des Wissens über das stadtprägende Werk gelten darf. Weiter geht die Reise in die Werkgeschichte mit den „Entwicklungsetappen des Nähmaschinenwerkes“ und der mehrteiligen Dokumentation „Kultur, Soziales und Sport“.

Mehr als 21 Jahre liegt die Liquidation des traditionsreichen Betriebs nun zurück, und noch immer ist den Freunden die Wehmut darüber anzumerken. Doch mit der jetzt vorliegenden Dokumentation ist vielleicht auch ein wenig Seelenfrieden zurückgekehrt.

Henry Strutz jedenfalls hat sich seine Gedanken gemacht, warum das Werk am 31. Januar 1992 liquidiert wurde: „Kein Betrieb aus der Branche wollte oder konnte uns kaufen, da sie zum Teil schon selbst in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckten.“ Zum zweiten habe die Währungsunion das Veritaswerk vor eine „unüberwindbare Hürde gestellt“, weil die im Verhältnis eins zu zwei umgestellten Preise das Unternehmen finanziell überforderten. Schließlich seien auch die traditionellen Absatzmärkte weggebrochen, sodass für Nähmaschinen aus Wittenberge zumindest zur damaligen Zeit kein Bedarf mehr vorhanden war. Henry Strutz betonte, dass es sich dabei um seine höchstpersönliche Einschätzung der Dinge handelt, was ihm umso schwerer gefallen sei, als er als ehemaliger Direktor für Forschung und Entwicklung Mitglied der Werkleitung war.

Für die einstigen Nähmaschinenwerker – zu den Autoren und Mitwirkenden gehörten neben Henry Strutz Jürgen Hilgenfeld, Siegfried Leppin, Klaus Richard und Dieter Neumann – war die Forschungsarbeit auch eine Brücke in die neue Zeit. „Wir alle haben unsere Computer besser kennengelernt, auch wenn wir den Großteil der Texte mit Hilfe des Adler-Suchsystems verfasst haben“, wie Henry Strutz sagte.

Von allen Ordnern gibt es nochmals CD-Versionen, in denen Filmschnipsel aus den Archiven verarbeitet wurden. All das findet seinen Platz in der Nähmaschinen-Dauerausstellung im Museum. Nur mit der Präsentation sind die Ex-Veritas-Mitarbeiter nicht ganz zufrieden. „Zwar bekommt jeder Ordner ein Fach in einem speziell gestalteten Schrank, aber die Türen müssten durchsichtig sein“, sagte Siegfried Leppin. (Von Andreas König)

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