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Prignitz 150 Geschenke von „HelpTo“
Lokales Prignitz 150 Geschenke von „HelpTo“
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19:36 08.12.2016
Bei der Bescherung in der Kreisverwaltung dabei (v. l.): Pedro Seidel, Christian Müller, die Familie Sharifi und Annett Jura. Quelle: Bernd Atzenroth
Perleberg

Ganz Weihnachtsmann war Pedro Seidel am Donnerstag bei seinem Besuch in Perleberg. Für das Online-Portal „HelpTo“ und das Bündnis für Brandenburg brachte er, bekleidet mit der klassischen rot-weißen Zipfelmütze, 150 Weihnachtsgeschenke vorbei, die bedürftige einheimische Kinder oder Flüchtlingskinder bekommen sollen. Mitarbeiter der Kreisverwaltung nahmen die Pakete entgegen. Der Erste Beigeordnete des Landrats, Christian Müller, und Perlebergs Bürgermeisterin Annett Jura waren auch dabei, um danke zu sagen, ebenso Susanne Seidel von der Awo, die für den Landkreis die Flüchtlingsbetreuung wahrnimmt, und Nancy Schulz vom Allgemeinen Sozialen Dienst in der Kreisverwaltung.

Geschenktüte mit Überraschungen

Ganz besonders freuten sich darüber in der Kreisverwaltung in Perleberg aber die fünfjährige Sara und ihr kleiner Bruder Amir, ein Jahr und sechs Monate alt. Die Kinder von Sayed und Rohina Sharifi, die aus Afghanistan stammen, bekamen als erste eine Geschenktüte überreicht, in denen sich ein kleines Buch, Stifte, ein Malblock, ein Spielzeug und Süßigkeiten befanden. Familie Sharifi, die bei dem Termin von Sozialarbeiterin Heike Arnoldt begleitet wurde, wartet auf die Entscheidung über ihren Asylantrag. Erst kürzlich hatte sie ihr Interview dazu. Seit Herbst 2015 lebt sie in der Prignitz, zunächst in Sadenbeck (Stadt Pritzwalk) und seit zwei Monaten nun in Perleberg. Deutschkurse hat sie zwar noch nicht belegen können, doch Mutter Rohina, die ein weiteres Kind erwartet, spricht ganz gut Deutsch und Tochter Sara sowieso.

Den Verein „HelpTo“ und den Landkreis Prignitz verbindet seit einem Jahr eine enge Kooperation. Die Prignitz war einer der ersten Landkreise überhaupt, die dem Portal beigetreten sind. Kurz vor Weihnachten 2015 war das Portal für die Prignitz freigeschaltet worden, über das Flüchtlingshilfe organisiert wurde. Das Hilfe-Portal ist ein Projekt des Vereins „Neues Potsdamer Toleranzedikt“, das auch von der Märkischen Allgemeinen unterstützt wird.

Großsponsoren mit im Boot

Pedro Seidel erzählt, dass die Idee zu der Aktion Ende Oktober entstanden ist. Relativ schnell wuchs dies zu einem landesweiten Vorhaben aus, für das auch Großsponsoren wie Lindt oder Mercedes Benz gewonnen wurden. HelpTo und das Bündnis für Brandenburg wollten im ganzen Land 3000 Geschenke verteilen. Bedürftigen und Flüchtlingskindern sollte gleichermaßen eine Freude gemacht werden.

Die Geschenke sind für drei- bis zehnjährige Kinder gedacht und haben einen Warenwert von fünf Euro. Alle Einnahmen, die durch die Spendenaktion eingenommen wurden, flossen zu 100 Prozent in die Geschenke selbst. Am Mittwoch packten 35 bis 40 Leute am Brauhausberg in Potsdam Pakete, dazu kamen 20 Freiwillige von Zalando, die sich als wahre Pack-Profis erwiesen. „Wir freuen uns riesig, diese Geschenke direkt zu übergeben“, sagte Pedro Seidel.

Familien bevorzugen Wohnungen

„Als Landkreis sind wir einer der größten Abnehmer von Geschenken, weil unter unseren Flüchtlingen ein extrem hoher Anteil an Kindern ist“, sagte Christian Müller. Als Grund dafür machte er aus, dass im Landkreis nach wie vor Flüchtlinge in Wohnungen und nicht in Sammelunterkünften untergebracht werden. Perleberg wurde für die Aktion ausgewählt, weil die Stadt immer noch Wohnraum für Flüchtlinge bereitstellt, wie Christian Müller weiter erklärte.

Doch „HelpTo“ legt Wert darauf, dass nicht nur Flüchtlingskindern eine Freude gemacht werden soll. Und so sind viele der 150 Pakete am Donnerstag bei der Weihnachtsfeier der Perleberger Tafel an dortige Kinder geben worden– 90 Mädchen und Jungen waren angemeldet. Weitere Geschenke erhalten Kinder in Wittenberge am 14. Dezember.

Von Bernd Atzenroth

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