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1600 Unterschriften für die Kreisstadt

Aktionen pro Perleberg 1600 Unterschriften für die Kreisstadt

Initiativgruppe organisiert Unterschriftenaktion im Internet und in Geschäften zum Erhalt Perlebergs als Kreisstadt. 1600 Eintragungen liegen bereits vor. Druck will nun auch eine Freie Wählergemeinschaft machen.

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Der Perleberger Rainer Harms mit Unterschriften, die für den Landtag bestimmt sind.

Quelle: Foto: Michael Beeskow

Perleberg. „Wir werden massiv in die Öffentlichkeit gehen“, kündigte gestern Rainer Harms an. Was der Verlust der Kreisverwaltung für Perleberg und die Prignitz bedeute, sei vielen nicht klar. Anders lasse sich nicht erklären, wie das Thema bisher unter den Teppich gekehrt wurde, als würde es sich um ein Thema unter ferner liefen handeln. „Ich habe den Eindruck, da soll etwas totgeschwiegen werden.“

Rainer Harms gehört einer Initiativgruppe an, die im Internet aber auch in der Stadt aktiv ist. So bildete sich eine Facebook-Gruppe gegen die Kreisgebietsreform, die aktuell 437 Mitglieder zählt. In Perleberg liegen in nunmehr 20 Geschäften Unterschriftenlisten aus. „Dort haben sich 1000 Personen eingetragen“, teilt Rainer Harms mit. Die Listen sollen bald auch in anderen Städten und Gemeinden verteilt werden: in Glöwen, Karstädt oder auch in Pritz­walk. Parallel dazu läuft ein Online-Votum unter Chance.org mit bislang 600 Eintragungen.

„Das Bewusstsein, welche Probleme durch den Weggang der Kreisverwaltung entstehen, fehlt bislang,“ meint Rainer Harms. Man möge nur bedenken, was es für einen Lenzener bedeutet, wenn er künftig nach Rathenow oder Neuruppin in die Kreisverwaltung fahren muss. Durch den Wegzug der Verwaltung würden viele Arbeitsstellen wegfallen und die Kaufkraft deutlich zurück gehen. Das würden nicht nur die Geschäfte in der Perleberger Bäckerstraße zu spüren bekommen, wo ohnehin mehrere Läden vor der Schließung stehen. „Auch auf die Wirtschaft, auf Firmen wird sich das auswirken“, erklärte Harms.

Um stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, haben elf Mitglieder vor einer Woche die „Freie Wählergemeinschaft Perleberg“ gegründet. Die Wahlleiterinnen in Stadt- und Kreisverwaltungen haben die Unterlagen geprüft und nicht beanstandet, wie Rainer Harms berichtet. Er selbst übernahm die Aufgabe des Vertretungsberechtigten. „Wir sind keine Partei“, sagte er. Und dies wolle man auch nicht werden. Für Anfang September ist ein Treffen mit Peter Vida, dem Vorsitzenden der Freien Wähler in Brandenburg, geplant. „Danach werden die Weichen gestellt, wohin es weiter geht.“ Mitte September soll es eine Kennenlernparty geben.

Wie Rainer Harms erklärt, sind in der Wählengemeinschaft ganz verschiedene Berufsgruppen vertreten vom Studenten bis zum Beamten. Er kann sich vorstellen, dass junge Mitglieder in vier Jahren für die Perleberger Stadtverordnetenversammlung kandidieren. „Um frischen Wind dort reinzubringen.“ Er selbst habe diese Absicht aber nicht. Die Entwicklung des riesigen Flupplatzgeländes in Perleberg wäre für die Wählergemeinschaft sicher auch ein Thema. „Wir möchten mal wissen, was an den Gerüchten dran ist, dort solle ein Vergnügungspark entstehen. Hauptthema sei jedoch die Ablehnung der Kreisgebietsreform. An der B 5 bei Perleberg sowie am Schwarzen Weg sollen bald große Aufsteller stehen. Eine Aktion ist auch für den 13. Oktober in Perleberg geplant. Innenminister Karl-Heinz Schröter kommt an diesem Tag in die Rolandhalle. „Ich wundere mich, dass von diesem Termin noch keiner etwas weiß.“ Vielleicht sollen die 600 Plätze ja leer bleiben, um zu zeigen, dass es kein Interesse an seiner Reform gibt. „Wir werden dafür sorgen, dass es nicht dazu kommt“, kündigte er an.

Von Michael Beeskow

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