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20 Jahre Tour de Prignitz – eine Erfolgsgeschichte

Ausstellung zum Geburtstag 20 Jahre Tour de Prignitz – eine Erfolgsgeschichte

Seit 20 Jahren gibt es die Tour de Prignitz. Was als kleine Rundfahrt mit 59 begeisterten Radlern begann, entwickelte sich in dieser Zeit zur größten Radrundfahrt des Landes. Jetzt wird der runde Geburtstag der Tour mit einer Ausstellung gefeiert. Dort lässt sich gut nachvollziehen, wie sich die Tour entwickelt hat.

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Bei der Tour de Prignitz sind inzwischen insgesamt mehr als 4000 Radler dabei.

Quelle: Bernd Atzenroth

Perleberg. Am Anfang waren es 59 Enthusiasten, die mit dem Fahrrad die Prignitz erkunden wollten. 20 Jahre ist es her, dass die über die Landesgrenzen Brandenburgs hinaus bekannte Fahrradtour in den Sattel gehoben wurde. Daran und an viele Höhepunkte der inzwischen als größte Radfahrveranstaltung Brandenburgs anerkannten Tour de Prignitz erinnert jetzt eine Fotoausstellung im Foyer der Kreisverwaltung in Perleberg.

>>> Die MAZ-Themenseite zur Tour de Prignitz

Damit ist die Tour an ihren Ausgangsort zurückgekehrt, denn die erste Etappe nahm 1996 am Perleberger Roland auf dem Großen Markt ihren Anfang. Heute ist die Tour de Prignitz mit 4000 Teilnehmern ein „Aushängeschild nicht nur für die Prignitz, sondern für das ganze Land Brandenburg“, wie es Landrat Torsten Uhe formulierte.

So hat die MAZ über den Tour-Auftakt berichtet

So hat die MAZ über den Tour-Auftakt berichtet. Damals noch in schwarz-weiß.

Quelle: Bernd Atzenroth

Abstecher in alle Himmelsrichtungen

Ob bei der Grünen Woche oder der Internationalen Tourismusbörse, das Interesse an der Radrundfahrt ist ungebrochen. „Die Flyer wurden uns auch dieses Mal regelrecht aus der Hand gerissen“, sagte der Landrat. Von Anfang an dabei waren die Märkische Allgemeine Zeitung, Antenne Brandenburg, die AOK und die Volks- und Raiffeisenbank Prignitz. Aber auch die Polizei, die Bundeswehr und das Deutsche Rote Kreuz gehören zum Kreis der treuen Partner und Unterstützer der Tour. „Nicht vergessen wollen wir natürlich das Engagement und den Ideenreichtum der Kommunen“, sagte Torsten Uhe. Dazu zählen nicht nur die Städte und Gemeinden im eigentlichen Landkreis Prignitz, sondern auch im Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin. Selbst Abstecher nach Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt standen immer mal wieder auf dem Tourplan.

Auch der Prignitzer Polizeichef, Peter Schröder (l) sah sich die Bilder an

Auch der Prignitzer Polizeichef, Peter Schröder (l.) sah sich die Bilder an.

Quelle: Andreas König

Vertreter fast aller beteiligten Einrichtungen waren am Donnerstag zu Gast in der Kreisverwaltung Perleberg, um sich die Ausstellung anzusehen. MAZ-Chefreporter Bernd Atzenroth führte durch die mit 28 Fotografien bestückte Bilderrevue und wusste zu fast jedem Foto eine Anekdote zu erzählen. Zu den vielen prominenten Tourgästen gehörten neben den jeweils amtierenden Spitzenpolitikern aus Brandenburg auch Showgrößen wie Schlagersänger Frank Schöbel oder die Entertainerin Dagmar Frederic. Doch auch ganz normale radbegeisterte halten dem Ereignis seit Jahren die Treue. Harald Vogel aus Perleberg zum Beispiel fährt die Tour seit dem ersten Start 1996 mit. Seine Frau Christa stieß zwei Jahre später hinzu und ebenfalls bei jedem Start dabei – wenn auch beide nicht mehr jede Etappe absolvieren.

Die Tour de Prignitz kurz erklärt

Die Prignitz-Rundfahrt gibt es seit 1997. Die Idee dazu hatten im Sommer jenes Jahres Redakteure von MAZ und Antenne Brandenburg. Diese Tour ist kein Rennen, sondern ein Städtespiel. Die Teilnehmerstädte können einen Preis gewinnen, wenn sie möglichst viele Radler auf die Strecke schicken und bei Spielen an den Zielorten gut abschneiden. Unterwegs geht es dafür gemächlich zu: Im großen Pulk radelt man gemütlich dem Ziel entgegen.

Seit 2004 wird auch die schönste Mittagspause prämiert. Insgesamt gingen bei 19 Rundfahrten über 60.000 Radler an den Start. Rekordsieger ist die Stadt Meyenburg, die fünfmal gewann.

Aktueller Champion ist Wittenberge. Die 20. Tour de Prignitz von 15. bis 20. Mai beginnt und endet daher dort.

Nur einmal ist die Tour ausgefallen

Die Ausstellung zeigt nicht nur Fotos, sondern auch originale Exponate, die heute bereits Seltenheitswert besitzen: Tour-T-Shirts, ein Fahrrad im charakteristischen Gelb von Antenne Brandenburg oder die beliebten Teilnehmer-Schilder, die ihre Träger eindeutig als diejenigen ausweisen, die dabei gewesen sind.

MAZ-Chefreporter Bernd Atzenroth (l) führte durch die Ausstellung mit dem passenden Requisit

MAZ-Chefreporter Bernd Atzenroth (l.) führte durch die Ausstellung mit dem passenden Requisit.

Quelle: Andreas König

Einmal nur ist die Tour de Prignitz in den vergangenen Jahren ausgefallen: Im Jahr 2001, als das Radfahrereignis noch im September auf die Straße gebracht wurde, gab es noch eine abschließende Beratung, als die Meldung vom Terrorangriff auf das World Trade Center in New York jeden Gedanken an entspanntes Radeln durch die Prignitz in weite Ferne rücken ließ. In anderen Jahren hatten die Organisatoren stets Glück. Selbst in den Jahren mit ex­tremem Hochwasser wurde die Rundfahrt stets gestartet.

Auch in ihrem 20. Jahr wird die Tour wieder durch die wunderschöne Landschaft der Prignitz führen – verbunden mit einigen Überraschungen. Welche das sind, ließen die Organisatoren (noch) offen, doch der etwas neidische Ausruf von Tourismus-Fachleuten aus Cottbus, von dem Landrat Torsten Uhe berichtete, spricht Bände: „So etwas hätten wir auch gern.“

Von Andreas König

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