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24 Europäer starteten Ausbildung

Perleberg 24 Europäer starteten Ausbildung

Über das Projekt „MobiPro_EU“, mit dem Bundesagentur für Arbeit jungen EU-Bürgern einen Ausbildungsplatz in Deutschland fördert, haben jetzt 24 junge Europäer eine Lehre in der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin begonnen. Die Bildungsgesellschaft in Pritzwalk war nicht zufrieden mit dem Projekt. Nur fünf Ungarn hielten durch.

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Wagen einen Neustart in der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin: 24 Azubis aus Kroatien, Griechenland, Ungarn und Spanien beginnen über das Programm „MobiPro-EU“ eine Lehre.

Quelle: Beate Vogel

Perleberg. 24 junge Menschen aus Ungarn, Kroatien, Griechenland und Spanien haben jetzt eine Ausbildung der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin begonnen: Sie sind Teilnehmer des Bundesprogrammes „MobiPro-EU“, das die Eingliederung junger Europäer in den Ausbildungsmarkt in Deutschland fördert. Die Gemeinnützige Bildungsgesellschaft Pritzwalk (GBG) konnte als einer der beiden Träger nur fünf von 24 möglichen Bewerbern einen Ausbildungsplatz verschaffen. „Das Projekt ist aus unserer Sicht gescheitert“, sagt Projektleiter Lothar Nagel.

Ein zweiter Träger, die Gesellschaft für innovative Beschäftigung in Ludwigslust (GiB), vermittelte 19 Kroaten, Griechen und Spanier. Jetzt wurden die Azubis in der Kreisverwaltung in Perleberg feierlich und ganz offiziell begrüßt – mit kleinen Schultüten. Mit dabei waren Vertreter des Landkreises, der Firmen, der beiden Träger und der Bundesagentur für Arbeit.

Zwei Bewerber bekamen sofort einen Arbeitsvertrag

Die GBG hatte 19 Teilnehmer in einem mehrmonatigen, aufwendigen Verfahren rekrutiert und vorbereitet. Die jungen Leute hatten einen Deutsch-Intensivkurs besucht, um das geforderte Sprachniveau B 1 zu erlangen, und danach ein sechswöchiges Praktikum absolviert. Fünf Rumänen, fünf Italiener und zwei Ungarn sind vorzeitig ausgestiegen. Zwei weitere Teilnehmer aus Ungarn wurden zwar auch aus dem Projekt entlassen: Sie bekamen aber wegen ihrer bereits vorhandenen Qualifikationen gleich einen Arbeitsvertrag – bei JKS in Perleberg und Somatec in Falkenhagen. „Das ist eine Erfolgsquote von 38 Prozent“, so Lothar Nagel. Zu wenig, findet er.

Das kennen sie nicht

Das kennen sie nicht: Ina Kaiser-Hagenow von der Arbeitsagentur übergibt Schultüten zum Ausbildungsbeginn.

Quelle: Beate Vogel

Nagel und seine Kollegin Anja Rosemann hatten zu Jahresbeginn mit den Vorbereitungen für „MobiPro-EU“ begonnen. Sie waren nach Ungarn, Italien und Rumänien gefahren, wo sie mit den Bewerbern sprachen und später den Kontakt zu den Sprachschulen knüpften. Die potenziellen Teilnehmer waren während des Auswahlverfahrens auch in den Brandenburger Westen gekommen. Später hatten die GBG-Mitarbeiter mit den Firmen verhandelt und Wohnungen organisiert. Als die Bewerber hier waren, hatten die Projektmitarbeiter und künftige Kollegen mit ihnen Ausflüge unternommen.

Die Probleme kamen erst in Deutschland

Wegen der Absprünge sei die Finanzierung, für die bei der ursprünglichen Teilnehmerzahl mehrere 100 000 Euro bewilligt waren, immer wieder heruntergerechnet worden und läuft nun mit der geringen Anzahl an Teilnehmern weiter. Ohnehin ende das über die Bundesagentur für Arbeit geförderte Programm mit diesem Ausbildungsgang. Das heißt, alle Azubis, die aktuell gestartet sind, werden ihre Ausbildung – hoffentlich – beenden, neue Teilnehmer werden nicht akquiriert.

Förderung läuft aus

Das Sonderprogramm „MobiPro-EU“ wurde 2013 erstmals aufgelegt und soll Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus EU-Ländern helfen, in Deutschland eine betriebliche Berufsausbildung aufzunehmen. Jetzt läuft es aus.

Die Bildungsgesellschaft hat ihre fünf Teilnehmer in eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker und Konstruktionsmechaniker unter anderem zu SBL in Lindow, JKS in Perleberg, Schorisch Margis in Karstädt und Alufin in Kyritz vermittelt.

Größtes Hemmnis ist die Sprache: Es verstärkt das Gefühl der Einsamkeit der jungen Teilnehmer, die in der Heimat Freunde und Familie zurücklassen.

Das Team um Lothar Nagel hat versucht, eine Fehleranalyse vorzunehmen: Einer der Hauptgründe für Abbrüche war, dass die Leute falsche Erwartungen hatten. So mancher kam aus einer mittelgroßen Stadt in die Prignitz und hatte Probleme mit der Abgeschiedenheit. „Dabei haben wir immer wieder darauf hingewiesen, sie waren begeistert.“ Andere hatten Heimweh, wieder andere vermissten freies Wlan, einigen war die Wohnung zu teuer und der Verdienst zu gering. Die Firmen seien aber sehr offen gewesen. Das GBG-Team glaubt, dass der Deutschkurs nicht ausreiche: Die Sprache ist der Knackpunkt, wenn die Bewerber nach Deutschland kommen. Noch nie habe die GBG ein Projekt gehabt, das so gelaufen sei. „Nun führen wir es aber zu Ende“, so Nagel.

Aus Anfangsfehlern gelernt

Die GiB aus Ludwigslust konnte alle ihre 19 Plätze vermitteln. Geschäftsführerin Peggy Hildebrandt kann aber auf eine dreijährige Erfahrung mit „MobiPro-EU“ verweisen: „Wir haben diese Prozesse auch durchgemacht.“ Die GiB rekrutiert Teilnehmer aus ebenso ländlichen Regionen wie Brandenburg: „Die Leute brechen eher ab, wenn sie aus einer Großstadt hierher kommen.“ Viele Unternehmen, die Projektleiterin Karin Sitter betreut, seien bereits das zweite Mal dabei und wüssten um die Herausforderung. Ein Vorteil sei auch, dass Sitter selbst Spanisch und ein junger Azubi der GiB kroatisch spreche. Die Azubis aus dem Vorjahr können den Neuen zudem mit ihren Erfahrungen zur Seite stehen. „Man darf auch die vielen kleinen Probleme nicht unterschätzen“, sagt Peggy Hildebrandt. „Ich denke, das haben die Kollegen von der GBG trotz allem gut gemacht.“

Von Beate Vogel

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