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25 Jahre werden gefeiert

Prignitzer Gartenfreunde 25 Jahre werden gefeiert

Von 25 Jahren wurde der Kreisverband der Gartenfreunde Prignitz in Wittenberge gegründet. Am Samstag, 12. September, wird das Jubiläum im Pritzwalker Kulturhaus groß gefeiert. Nach einem deutlichen Mitgliederrückgang in der Nachwendezeit hat sich die Zahl der Kleingärtner im Landkreis stabilisiert. Vor allem junge Familien mit Kindern endecken die Gartensparten.

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Vorstandsmitglieder des Kreisverbandes.

Quelle: Michael Beeskow

Pritzwalk. Dass Gartenfreunde etwas vom Feiern verstehen, das wird am Sonnabend ganz sicher im Pritzwalker Kulturhaus deutlich. Der Kreisverband der Gartenfreunde Prignitz besteht seit 25 Jahren, und damit ist ein großes Fest fällig mit vielen Gästen, Ehrungen und Musik und Unterhaltung.

Vor einem Vierteljahrhundert sah die Welt der Kleingärtner auf einmal gar nicht mehr so rosig aus. Ein stark nachlassendes Interesse an Kleingärten zeichnete sich ab, und auch eine neue Organisationsform musste gefunden werden. Bis dahin waren die Kleingärtner im VKSK organisiert. Jörg Swierczinski, der 1. Vorsitzender im Kreisverband, muss selbst erst einmal überlegen, wofür die noch heute vielen Gartenfreunde geläufige Abkürzung einst stand: Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter. Die Kleintierzüchtern suchten eine eigene Organisationsform und wollten den VKSK verlassen. „Es bestand Handlungsbedarf“, berichtet Jörg Swierczinski. Am 5. September 1990 wurde in Wittenberge der Kreisverband der Gartenfreunde gegründet. Damals bestanden noch die beiden Altkreise Perleberg und Pritzwalk. Zunächst blieben die „Perleberger“ unter sich. Vorstandsmitglied Gerhard Bretschneider aus Pritzwalk berichtet: „Es bestanden Unsicherheiten, es gab Vorbehalte.“ 1993 schlossen sich die neun Pritzwalker Sparten auch dem Kreisverband an.

Für Jörg Swierczinski sieht in der Verbandsgründung einen ganz entscheidenden Schritt zum Erhalt des Kleingartenwesens in der Prignitz. „Wir kamen damit unter das Bundeskleingartengesetz“, erklärt der Kreisvorsitzende. „Das ist für uns wie ein Schutzschild.“ Das Bundesgesetz wurde sogar den in der DDR geltenden Gegebenheiten angepasst. Artikel 16a gewährt den oft größeren Lauben, die vor der Wende in den Gartenanlagen errichtet wurden, Bestandsschutz. Nach dem Bundeskleingartengesetz dürfen sie streng genommen nicht größer als 24 Quadratmeter sein. Wer größere Lauben baut, fällt nicht mehr unter das Kleingartengesetz und muss Grundsteuer für seine Parzelle bezahlen, die dann als Naherholungsgrundstück eingestuft wird.

Nicht zuletzt der günstige Pachtzins macht die Kleingartenanlagen so attraktiv. „Zum Nulltarif sind die Gärten allerdings nicht mehr zu haben“, sagte Jörg Swierczinski. Seit 1990 hat sich der Zinssatz verdreifacht. Die Höhe wird nicht zwischen Eigentümer und Pächter frei ausgehandelt, sonder vom Gutachterausschuss im Landkreis ermittelt. Zwischen vier und knapp acht Cent pro Quadratmeter liegt er aktuell in der Prignitz.

Die Eigentümer der Pachtflächen, in vielen Fällen sind es Kommunen, haben aber auch einige Vergünstigungen. Sie zahlen keine Grundsteuer oder Ausbaubeiträge, falls eine Straße ausgebaut wird.

Auch wenn sich die Zahl der Kleingärtner im Landkreis von 5122 im Jahr 1990 auf aktuell 2772 beinahe halbiert hat, so ist sich Jörg Swierczinski doch sicher, dass es das Kleingartenwesen auch noch in 100 Jahren geben wird. Die Mitgliederzahl hat sich stabilisiert und im Vorstand besteht die Hoffnung, dass sie wieder steigen. Dass Gärten leer stehen und auch zurück gebaut werden müssen, ist nur die halbe Wahrheit. In vielen Gartensparten sind nicht nur alle Parzellen vergeben, für besonders attraktive Lagen bestehen sogar Wartelisten, etwa für die Wassergrundstücke an der Stepenitz in den Weidenkaveln in Perleberg. Aus der Wittenberger Sparte „Waldfrieden“ berichtet Jörg Swierczinski: „Vor zwei Jahren hatten wir zwei, jetzt haben wir 20 Kinder in der Anlage.“ Und natürlich leben die Sparten nicht nur von der Gartenarbeit, sondern auch vom geselligen Beisammensein. Und darauf stoßen die Gartenfreund mit einem Glas Sekt an.

Von Michael Beeskow

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