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25 Prozent der Bienenvölker schafften es nicht

Meyenburg 25 Prozent der Bienenvölker schafften es nicht

Nicht nur die Varroa-Milbe, auch das Wetter sorgte bei den Mitgliedern des Imkervereins Meyenburg 1905 nach dem Winter für Völkerverluste. Die liegen allerdings mit 25 Prozent weit unter dem Landesdurchschnitt, der laut Landesverband bei 40 Prozent lag. Die Bekämpfung des Parasiten soll nun besser organisiert werden.

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Das kühle Wetter in diesem Frühjahr hat die Bienen bisher nicht zum Ausschwärmen eingeladen. Sie blieben lieber im warmen Stock.

Quelle: Beate Vogel

Meyenburg. So richtig zufrieden können die Imker mit dem Saisonstart nicht sein: Zu viele Faktoren beeinflussten die Arbeit mit den Bienen – nicht zuletzt die Varroa-Milbe, die nach wie vor in den Völkern für Verluste sorgt. Doch ganz so schlimm, wie es vom Landesverband Brandenburgischer Imker bekanntgegeben wurde, scheint es zumindest beim Imkerverein Meyenburg 1905 nicht zu sein. Der Verband hatte mitgeteilt, dass 40 Prozent der Völker den Winter nicht überlebt hätten.

„Wir sind in unserem Verein auf einen Durchschnitt von 25 Prozent Verlusten gekommen“, resümierte Kerstin Wernicke nach der jüngsten Jahresversammlung, zu der sich ein Großteil der 36 Vereinsmitglieder eingefunden hatte. „Die sind aber nicht nur auf die Varroa-Milbe zurückzuführen“, betonte die Obfrau für Wanderung und Bienengesundheit im Verein. Demnach habe es auch erhebliche Königinnenverluste gegeben, „wegen der Begattungssituation“.

Hauptfeind ist die Varroa-Milbe

Und hier kommt das Wetter ins Spiel: „Im vergangenen Jahr, als die Zeit zur Begattung heran war, war es für die Königinnen zu kalt, um herauszufliegen“, erinnert Kerstin Wernicke. Sie wurden von den Drohnen nicht ausreichend begattet. Was die Königinnen jetzt gelegt haben, reiche mitunter nicht, um ein neues Volk zu begründen. Verluste hatten die Imker laut Wernicke zudem nach der Oxalsäurebehandlung im Dezember, die gegen die Milbe – den Hauptfeind der Honigbienen – helfen soll.

Wie hoch die Dunkelziffer ist, kann die Imkerin aber nicht einschätzen: „Einige Imker sind ja gar nicht registriert.“ Das kann die Verbreitung von Parasiten fördern. Um die Varroa-Milbe besser unter Kontrolle zu bringen, will der Verein Sammelbestellungen organisieren, so dass jedes Vereinsmitglied gut mit dem entsprechenden Mittel gegen den Parasiten ausgerüstet ist.

Die Meyenburger Imker versuchen jetzt, auch dem Thema Wanderung mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Laut Kerstin Wernicke gibt es viele Imker, die in die Prignitz einwandern und ihre Völker in die hiesigen Trachten – Standorte mit Bienenfutter wie Rapsfelder oder Obstplantagen – stellen. „Wir müssen beobachten, welche Rassen hier vorkommen“, erklärt die Obfrau für Wanderung und Bienengesundheit. „Denn das wirkt sich ja auf die Begattung aus.“ Zunächst müsse geprüft werden, welche Imker bereits in Vereinen organisiert sind. Wenn Imker wandern wollen, benötigen sie eine Wandergenehmigung von der Amtstierärztin. „Da könnten wir den Kontakt herstellen.“ Der Verein überlege nun, das für die Prignitz zu organisieren, etwa über die Email-Adresse bienenwanderung-prignitz@t-online.de.

Das Frühjahr war bisher zu kühl

Zuletzt stieg die Zahl der Völker im Verein: Sie liegt aktuell bei rund 280. Die Imker bevorzugen die Bienenrasse Carnica. Sie ist für ihre Sanftmut bekannt. Und sie macht den Einstieg für Jungimker leicht: Die Anfängerkurse des Imkervereins sind jedes Jahr gut gebucht. Die Neulinge bekommen ein Volk, um das sie sich kümmern können, und werden ein Jahr lang von einem erfahrenen Imker begleitet. Neben der Wahl des Vorstandes und der Obleute war auch in der Versammlung der nächste Honigmarkt ein Thema für die Imker, die aus der Umgebung von Pritzwalk, Meyenburg und Putlitz kommen. Er ist dieses Jahr für den 26. August geplant, so Kerstin Wernicke, die auch Obfrau für Honig und Vermarktung ist.

Nun muss aber das kalte Frühjahr erst überwunden werden: Bienen fliegen erst ab 10 bis 12 Grad Celsius. Nach den ersten warmen Tagen im März war es aber fast durchgehend kühl. Und so manche Obstbaumblüte fiel den Nachtfrösten zum Opfer. Die Bienen bleiben bei solchem Wetter im Stock. „Als Imker können wir nur versuchen, den Futternachschub nicht abreißen zu lassen“, sagt Kerstin Wernicke. Die Völker bekommen Honigwaben, damit sie nicht verhungern.

Von Beate Vogel

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