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27 000 Euro für Seddiner Königsgrab

Mehr Wissen über Bronzezeit in der Prignitz 27 000 Euro für Seddiner Königsgrab

Rund 27 000 Euro will die Gemeinde Groß Pankow in diesem Jahr für die weitere Erforschung des bronzezeitlichen Königsgrabs bei Seddin und dessen Umgebung sowie einen Bronzezeit-Tag ausgeben. Wie in Vorjahren werden die Teilausgrabungen vom Gebietsarchäologen Jens May vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege geleitet.

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Durch archäologische Schnitte wurde der Schichtaufbau des Königsgrabs bei Seddin untersucht.

Quelle: Foto: Fischer

Seddin. Rund 27 000 Euro will die Gemeinde Groß Pankow in diesem Jahr für die weitere Erforschung des bronzezeitlichen Königsgrabs bei Seddin und offensichtlicher Siedlungsplätze in der Umgebung sowie einen Bronzezeit-Tage am 28. Mai ausgeben. Dafür verwendet sie genau die Hälfte der Summe, die der Kommune in diesem Jahr aus dem Prignitzer Kreisausgleichsbudget für Vorhaben aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Kunst bewilligt wurde – aufgestockt um einen Eigenanteil von 5400 Euro.

Wie in Vorjahren werden die Forschungen vom Gebietsarchäologen Jens May vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege geleitet, informiert der Groß Pankower Bauamtsleiter Halldor Lugowski. Sie sollen die für die kommenden Jahre vorgesehene touristische Aufwertung des Archäologieparks Seddin beschleunigen. Der Park gehört zu den sieben „Zentralen Archäologischen Orten“ am „Archäologischen Pfad“, dessen museale und touristische Erschließung von den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin unterstützt wird. Zu den landesgeschichtlich bedeutsamen Bodendenkmälern, die durch den Pfad verknüpft werden sollen, gehören neben dem Königsgrab Seddin die Burg Lenzen, das Großsteingrab Mellen, die Steine vom Teufelsberg bei Wolfshagen, das Schloss Meyenburg, der Archäologiepark Freyenstein und das Massengrab von Wittstock aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs.

Das Königsgrab von Seddin gilt als bedeutendstes Grabmonument der jüngeren Bronzezeit im nördlichen Mitteleuropa. Der gewaltige Grabhügel wurde im 9. Jahrhundert vor Christi errichtet und im 19. Jahrhundert als Steinbruch genutzt. Seit Entdeckung der Grabkammer eines bronzezeitlichen Herrschers im Jahre 1899 ist das Grab als Bodendenkmal geschützt. Erst seit dem Jahre 2000 steht es im Focus archäologischer Forschung. Das neu gewonnene Wissen wurde seitdem auf Schautafeln am Königsgrab, bei Führungen und Vorträgen sowie durch Artikel in Fachzeitschriften und in der MAZ präsentiert.

Von den 27 000 Euro werden 5000 Euro für Laboruntersuchungen zur genaueren Altersbestimmung von Königsgrab und Steingrubenreihe daneben gebraucht. Vom 25. Juli bis zum 12. August will Gebietsarchäologe Jens May mit Studenten zu neuen Teilausgrabungen in die Prignitz kommen. Untersucht werden sollen unter anderem ein Prunkgrab im Wickboldchen Wäldchen bei Seddin und Reste einer Siedlung zwischen diesem Wäldchen und dem Königsgrab. Die Gemeinde finanziert die Expedition mit 20 000 Euro.

Um Laien und Fachkundigen über die Ergebnisse der Forschungen bei Seddin zu informieren und ihnen das Leben in der Region vor fast dreitausend Jahren nahe zu bringen, wird für Sonnabend, 28. Mai, zu einem „Bronzezeit-Tag“ in den Waldlehrpark Groß Woltersdorf eingeladen. Geplant sind nicht nur Fachvorträge und die Ausstellung von Funden, sondern auch die Darstellung von Kleidung, Werkzeug, Jagdwesen, Ernährungsbräuchen und religiösen Ritualen in der Zeit. Der Tag soll, wie Halldor Lugowski sagt, nicht nur historisches Wissen vermitteln, sondern auch unterhaltsam sein für Klein und Groß.

Von Ulrich Fischer

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