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Prignitz 30 Fischarten in den Auengewässern
Lokales Prignitz 30 Fischarten in den Auengewässern
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00:26 02.12.2018
86 Zentimeter war der größte Hecht, der den Wissenschaftlern in den Köcher gegangen ist. Quelle: dpa
Lenzen

30 verschiedene Fischarten, darunter zahlreiche Jungtiere, bevölkern die hiesigen Auengewässer an der Elbe. Herausgefunden haben das Wissenschaftler des Institutes für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), die in diesem und im vergangenen Jahr 21 verschiedene Auengewässer rund um die Hohe Garbe (Sachsen-Anhalt) und nahe der Deichrückverlegung bei Lenzen befischt haben.

Für die für Berufs- und Freizeitfischerei relevanten Fischarten, wie Aal, Zander und Hecht, wurden unter anderem die Artenanzahl und die Artenzusammensetzung in den einzelnen Gewässern untersucht.

Augenmerk auf die Jungfische

„Wir wollen wissen, wie sich die unterschiedliche Anbindung von Auengewässern an die Elbe auf die Fische auswirkt“, sagt Meike Kleinwächter, Leiterin des Projektes „Lebendige Auen für die Elbe“, das vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Erfassung des Jungfischbestandes. So konnte das IGB herausfinden, wie sich die Jungfische entwickeln, welche jahreszeitlichen Schwankungen es bei der Fischartenzusammensetzung gibt und welche Rolle die Anbindung oder Nicht-Anbindung der Auengewässer an die Elbe spielt. Vor dem Hintergrund der lang anhaltenden Trockenheit im Sommer waren das spannende Fragestellungen.

Meiste Fische in Gewässern mit Kontakt zur Elbe

Insgesamt dokumentierte das IGB-Team fast 53 000 Fische aus 30 Arten, darunter zahlreiche Jungtiere. Insgesamt gesehen waren das Moderlieschen (knapp 15 000), Barsche (7500) und Plötze (6300) am häufigsten vertreten. Die größten Einzelexemplare waren ein Hecht mit 86 Zentimetern, ein Schuppenkarpfen mit 84 Zentimetern und ein Aal mit 79 Zentimetern Länge.

Die meisten Fischarten wurden in den Gewässern nachgewiesen, die zwar Stillgewässercharakter haben, jedoch in engem Kontakt zum Hauptstrom stehen und somit regelmäßig von Elbewasser durchströmt werden. Grundsätzlich steht damit fest: Je weniger die Gewässer mit der Elbe verbunden sind, desto weniger Fischarten weisen sie auf.

Wertvolle Laich- und Aufwuchsgebiete

„Dies zeigt, wie wichtig die Vernetzung zwischen Fluss und Aue ist“, erläutert Meike Kleinwächter. Denn der Wechsel der Wasserstände schafft verschiedene Lebensräume, die wertvolle Laich- und Aufwuchsgebiete für viele Fischarten sind. So wurden in diesen Gewässern auch besonders viele junge Zander erfasst, da dort ideale Bedingungen zum Laichen und zur Aufzucht vorherrschen. Steffen Bader vom IGB berichtet, dass sich während der Elektrobefischung sogar ein Zander im Kescher verbissen hat, als das Gerät dem Nest zu nah kam – bei Zandern bewachen und verteidigen die Elterntiere ihre Nester.

Die Gewässer, die an die Elbe angebunden sind, ermöglichten es den Fischen im diesjährigen sehr trockenen Sommer abzuwandern. In den isoliert gelegenen Gewässern war hingegen mit zunehmender Austrocknung ein regelrechtes Massensterben zu beobachten.

Auch die seltene Zährte gefangen

Eine Besonderheit bei der Herbstbefischung in diesem Jahr waren Kreuzungen zwischen Blei und Plötze. Aufgrund des frühen, vergleichsweise plötzlichen warmen Wetters haben die Bleie in diesem Jahr früher gelaicht und so überschnitten sich die Laichzeiten der beiden Arten. Besonders in den kleinen Nebengewässern der Elbe, in denen die Fische auch auf dieselben Laichhabitate angewiesen sind, kann es dann schon mal zu einer „Vermischung“ kommen.

Bei der aktuell letzten Befischung im September wurden außerdem vier Exemplare der besonders seltenen Zährte gefangen. Wegen ihrer charakteristischen Nase wird sie auch Rußnase genannt. Die Zährte ist ein Wanderfisch und für die Fortpflanzung auf schnell durchströmte Bereiche mit kiesigem Grund angewiesen. Durch den Flussausbau werden jedoch gerade diese Lebensräume häufig direkt zerstört oder verschlammen nach und nach. Das BUND-Auenzentrum auf Burg Lenzen fördert daher in seinen Projekten im Bundesprogramm Biologische Vielfalt die Schaffung neuer und die Anbindung bestehender Auengewässer, wie am Kälberwerder an der Hohen Garbe.

Von MAZ-online

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