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30 Freie Kräfte, 300 Gegendemonstranten und eine Stinkbombe

Perleberg 30 Freie Kräfte, 300 Gegendemonstranten und eine Stinkbombe

Zahlenmäßig war die Sache klar: Während am Freitagabend weniger Freie Kräfte als erwartet an einer Kundgebung in Perleberg (Prignitz) teilnahmen, demonstrierte eine vielfache Menge an Menschen gegen die Versammlung der Rechtsextremen. Es war laut auf dem Platz und es flog eine Stinkbombe, ansonsten blieb es ruhig.

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Vor dem Rathaus hatten sich die Gegendemonstranten gesammelt.

Quelle: Atzenroth

Perleberg. Großeinsatz für die Polizei in Perleberg: Die rechtsradikalen Freien Kräfte Neuruppin-Osthavelland hatten für Freitagabend zu einer Kundgebung auf dem Großen Markt aufgerufen, was die Stadtspitze sowie Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker von Linker bis CDU zu einem Gegenaufruf veranlasst hatte, dessen Initiator der Landtagsabgeordnete Thomas Domres (Linke) war. Ergebnis: Eine zahlenmäßig klare Mehrheit wandte sich gegen den Aufmarsch der Neonazis. Etwa 30 Rechtsextreme beteiligten sich an der Kundgebung rund um den Roland - ihnen gegenüber standen in etwa 100 Meter Entfernung am Perleberger Rathaus etwa 300 Gegendemonstranten. Unter ihnen waren auch die Bürgermeisterin von Perleberg, Annett Jura, ihre Amtskollegen Anja Kramer (Plattenburg) und Oliver Hermann (Wittenberge) sowie der Erste Beigeordnete des Prignitzer Landrats, Christian Müller und Bundes- wie Landtagsabgeordnete.

„Friee Kräfte“ vor dem Roland

„Friee Kräfte“ vor dem Roland.

Quelle: Atzenroth

Die Polizei hatte auf dem Platz und um des Gelände herum dafür gesorgt, dass zumindest bei der Anreise und während der beiden Kundgebungen nicht viel passieren konnte. Schon eine Stunde, bevor die Demo der Freien Kräfte begann, hatte die Gegenveranstaltung angefangen. Der Linken-Landtagsabgeordnete Thomas Domres eröffnete sie mit einem kurzen Statement, in dem er zu einer friedlichen Kundgebung aufrief und klar Stellung gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit bezog. Bei zu diesem Zeitpunkt noch besten Wetter hatten die Nazi-Gegner die Bühne Großer Markt für sich. Das änderte sich kurz vor 19 Uhr, als die Freien Kräfte, die eigentlich eine Versammlung von 80 Leuten angemeldet hatten, mit etwa 30 Männern und Frauen anrückten und ihre Kundgebung mit Transparenten, Fahnen und Fackeln begannen. Zwischenzeitlich hatte es begonnen zu regnen. Der Markt war hernach erfüllt von infernalischem Lärm, beide Seiten versuchten, sich gegenseitig zu übertönen. Zu verstehen war auch von Redebeiträgen nicht viel. Außerdem wurde von irgendwo her eine Stinkbombe geworfen, so dass  der ganze Platz von einem ekelerregenden Geruch geprägt war.

Thomas Domres

Thomas Domres

Quelle: Atzenroth

Wie schon bei vergleichbaren Demos in Glöwen nahmen die Freien Kräften Bezug auf einen Vorfall, bei dem ein jugendlicher afghanischer Flüchtling Kinder in Glöwen missbraucht hatte. In Perleberg war dieser Fall nun vor Gericht verhandelt worden. Auf Plakaten und mit Worten nutzten die Rechtsextremen den Fall für eine Attacke auf die gesamte Flüchtlings- und Asylpolitik. Bei der Gegenkundgebung ging es darum, gegen Fremdenfeindlichkeit Front zu machen und „den Nazis zu zeigen, dass sie in Perleberg nicht willkommen sind“.

Ein Teil der Demonstranten

Ein Teil der Demonstranten

Quelle: MAZ

Von Bernd Atzenroth

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