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Prignitz 30 Jahre Elektrohaus Delf
Lokales Prignitz 30 Jahre Elektrohaus Delf
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02:15 04.12.2017
Feuer und Flamme für den Familienbetrieb: Marko Delf (l.) trat in die Fußstapfen seines Vaters Axel Delf und übernahm im Jahr 2014 das Geschäft, das seine Eltern seit 1987 aufgebaut hatten. Quelle: Foto: Bernd Atzenroth
Pritzwalk

An die Aufbruchstimmung nach der Wende erinnert sich die Familie Delf in Pritzwalk gerne zurück. Es war ein Neuanfang und eine große Chance, aus ihrem Elektrofachgeschäft etwas zu machen. „Das hat Spaß gemacht“, erinnert sich Axel Delf, „bei der Arbeit hat keiner auf die Uhr geguckt.“ Damals wurde noch mit Wartburg und Hänger ausgefahren. Die Belegschaft war ein eingeschworenes Team und hat auch gerne zusammen gefeiert. Jon Köhlert, ein Mitarbeiter der ersten Stunde, hat all dies fotografisch und mit viel Witz dokumentiert und das ganze in einem Bildband auch hochwertigem Papier zusammengefasst, den man gerne hervorholt, wenn man in Erinnerungen kramen will. So ist zum Beispiel der Moment festgehalten, in dem Roswitha Delf 1993 den ersten Kassenbon am heutigen, damals noch neuen Standort ausdruckte.

Die Ursprünge des Geschäfts reichen noch weiter zurück. Bereits 1987 begannen Delfs mit einem reinen Lampengeschäft im heute leerstehenden Eckhaus Bahnhofstraße/Hagenstraße. Genau drei Jahrzehnte ist dies her, und darum wurde jüngst 30-jähriges Bestehen gefeiert. Ein Fachhandel für Elektrogeräte wurde aus dem Geschäft erst nach 1989. „Nun standen uns Großgeräte zur Verfügung“, erzählt Axel Delf, „durch die Warenbereitstellung war alles im Überfluss da.“

Und dann wurde der Laden schnell zu klein. „Es ging nicht mehr in den zwei Räumen“, sagte Axel Delf, „da kam der Gedanke, neu zu bauen.“ Das tat die Familie dann auch von Februar 1993 an. Im Juli 1993 zog das Geschäft in das Gebäude am Magazinplatz, das noch heute Geschäftssitz ist.

1993 starteten Axel und Roswitha Delf (r.) am neuen Standort am Magazinplatz. Quelle: Bernd Atzenroth

Es war aber auch eine Zeit der Unbefangenheit, und so sind sich Delfs nicht wirklich sicher, ob sie manche Sachen wieder genauso machen würden, hätten sie vorhergewusst, was auf sie zukommt. Wer sich mit einem Geschäft selbstständigen machen will, muss sich mit einem Wust an Bürokratie herumschlagen. Und erlebt mitunter unliebsame Überraschungen, etwa nach einem Brand 2002 mit der Versicherung.

Sohn Marko Delf kam erst später hinzu. Nach der Wende arbeitete er zunächst im Westen, bevor er dann 2000 seinen Meister machte und 2001 in das Geschäft mit einstieg. „Damals schon habe ich den Kundendienst als wichtig empfunden“, erzählt er. Und der ist in der Tat eine Trumpfkarte des Familienunternehmens. Für den Kundenservice erhielt das Geschäft 2001 eine Auszeichnung. Seit 2014 ist der heute 48-Jährige der Chef. Seine Eltern mischen aber trotz ihres Alters von 77 und 70 Jahren immer noch mit. Eine Entwicklung, die in die Zukunft gerichtet ist, gibt es seitdem: Das Elektrohaus Delf gehört jetzt zum Verbund „Elektro plus“, was mit einem gemeinsamen Auftritt gegenüber der Industrie verbunden ist. Die Kontakte dorthin waren aber schon immer gut – die Vertreter bekannter Marken waren selbst bei Firmenjubiläen immer gern gesehene Gäste.

Axel Delf blättert gerne im Fotoalbum und findet dabei wahre Schätze aus 30 Jahren Firmengeschichte. Quelle: Bernd Atzenroth

Sieben Mitarbeiter hat der Familienbetrieb. Mit den Mitstreitern der ersten Stunde besteht auch heute noch Kontakt – mancher hilft auch in der Rente noch mit aus. Beim Blättern in dem gigantischen Fotoalbum kann man sehen, wie sie sich alle verändert haben und wohl doch treu geblieben sind. Angesichts der großen Verbundenheit aller mit der Firma stellt sich dann die Frage wohl doch nicht, ob man heute irgendetwas anders machen würde. Sohn Marko Delf beantwortet sie für seine Eltern: „Das ist Euer Leben.“

Von Bernd Atzenroth

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