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Prignitz 40 Schweine und 70 Ferkel im Stall verbrannt
Lokales Prignitz 40 Schweine und 70 Ferkel im Stall verbrannt
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09:03 28.07.2017
Mit schwerer Technik wurde der Brandort beräumt. Quelle: Bernd Atzenroth
Lütkendorf

Das wird man in Lütkendorf (Amt Putlitz-Berge) so schnell nicht vergessen: Die höllischen Schreie der Schweine waren noch auf der anderen Seite des Orts zu hören und es stank bestialisch, als am Donnerstagmorgen ein Schweinestall in Flammen aufging. 40 Schweine und 70 Ferkel waren nicht mehr zu retten und verbrannten – vermutlich waren sie vorher bereits im Rauch erstickt. Nur wenige Schweine in dem Stall überlebten das Inferno – drei mussten noch im Nachgang getötet werden. Laut Polizei beträgt der Sachschaden 120 000 Euro.

So schlimm der Brand vor allem für den Besitzer, einen Privatbauern aus dem Ort, ist, so viel schlimmer hätte es noch kommen können, hätte er den Brandgeruch nicht vergleichsweise zeitig bemerkt. So gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf einen weiteren daneben gelegenen Unterstand für Schweine zu verhindern. Als glücklicher Umstand kam hier hinzu, dass der Rauch nicht über den zweiten Stall, sondern in Richtung Dorf abzog. Die schon brennende Halle war aber nicht mehr zu retten. Die Brandursache stand am Mittag noch nicht fest – bislang vermutet die Kriminalpolizei einen technischen Defekt. Der 33-jährige Bauer selbst wurde beim Versuch, Strohballen aus der Nähe des Stalls per Radlader zu entfernen, am Hals verletzt und musste ambulant behandelt werden.

Schwer erträglicher Anblick für die Einsatzleute. Quelle: Bernd Atzenroth

Um 5.45 Uhr alarmierte die Rettungsleitstelle acht Feuerwehren über einen „Scheunen-Vollbrand“. Insgesamt 55 Brandschützer kamen zum Einsatzort: aus Berge, Neuhausen, Bresch, Pirow, Hülsebeck, Sagast, Putlitz und natürlich aus Lütkendorf selbst. Zudem rückte die Bereitschaft des Feuerwehrtechnischen Zentrums aus Perleberg mit drei Kameraden an.

Mit bestialischem Gestank gekämpft

„Wir waren relativ schnell hier“, erklärte der Einsatzleiter und stellvertretende Putlitz-Berger Amtsbrandmeister Thomas Eggebrecht. Die Brandschützer hatten mit einigen Problemen zu kämpfen. Wegen der starken Rauchentwicklung, aber auch aufgrund des bestialischen Gestanks machten sich drei Trupps unter schwerem Atemschutz an die Brandbekämpfung. Die enorme Hitze drohte zudem bereits die andere Halle und einen Radlader in Brand zu setzen. Dieser trug ein paar Schäden davon. Zwei Tanklöschfahrzeuge, die mit Monitor ausgestattet sind, setzten massiv Wasser ein, so dass es gelang, die Flammen bis 7.30 Uhr im wesentlichen einzudämmen. Für die Wasserversorgung wurde zusätzlich per Schlauch eine 800 Meter lange zweite Hauptleitung in Windeseile durch den ganzen Ort bis zum Lütkendorfer Feuerwehrhaus gelegt – allein schon dafür verdienten sich die Einsatzkräfte ein großes Lob vom Einsatzleiter.

Bis zum Mittag hatten die Feuerwehrleute zu tun. Quelle: Bernd Atzenroth

Damit war die Arbeit aber längst nicht getan. Noch stand das Gerippe des gut fünf Jahre alten Stalls, drohte aber einzustürzen. Mit einem Bagger, den die Putlitzer Firma Stolz bereitstellte, wurde das Gebäudeskelett eingerissen. Danach ist alles per Bagger und Traktor nach und nach auf die anliegende Wiese gebracht worden – auch die Überreste der getöteten Tiere. Dort musste der verbliebene Rest Stück für Stück abgelöscht werden. Das dauerte noch viele Stunden an.

Schwer erträglicher Einsatz

Für die Brandschützer war dies allein wegen des dauernden schrecklichen Anblicks der zum Teil entstellten Tierkadaver und des Gestanks ein schwer erträglicher Einsatz. Aber einer, der sehr gut ablief. So zollte denn auch Peter Jonel, Fachbereichsleiter der Bau- und Ordnungsverwaltung im Amt Putlitz-Berge und damit im Amt auch für Brandschutz zuständig, Thomas Eggebrecht und allen Kameraden ein hohes Lob. Jonel erinnerte daran, dass „sie das alle ehrenamtlich machen“. Und: „In diesem Fall hat sich unsere Ausrückeordnung bewährt.“ Denn die Rettungsleitstelle hat wie üblich zunächst so viele Wehren wie möglich alarmiert, was aber in diesem Fall auch mehr als angebracht war. Man lege im Amt zudem Wert auf gute Ausbildung und gute Ausrüstung, was sich vor allem beim Atemschutzeinsatz ausgezahlt habe.

Was auch toll klappte: Die Fleischerei Korn aus Putlitz und der Nahkauf Markt aus Berge versorgten die Feuerwehrleute noch vor ihren Öffnungszeiten mit Getränken und Bockwurst – viele der Brandschützer waren ohne Frühstück zum Einsatz gekommen und bis zum Mittag noch voll mit den Aufräumarbeiten beschäftigt.

Von Bernd Atzenroth

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