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50 000 Lachse ins Flusssystem gesetzt

Wolfshagen 50 000 Lachse ins Flusssystem gesetzt

Mitstreiter des Potsdamer Instituts für Binnenfischerei, des Landesanglerverbands und der Prignitzer Kreisangelverbände sorgten am Donnerstag wie jedes Jahr im Herbst für zusätzlichen Lachsbesatz in Stepenitz, Dömnitz und Kümmernitz. 50 000 dänische Junglachse waren es diesmal – sie sollen dazu beitragen, den Lachs hier wieder heimisch zum machen.

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Thomas Oberlercher vom Potsdamer Institut für Binnenfischerei beim Lachsbesatz, hier in der Stepenitz bei Klein Linde.

Quelle: Bernd Atzenroth

Wolfshagen. Herbstzeit ist Lachsbesatzzeit in den einheimischen Flüssen. Am Donnerstag war es wieder soweit: An zehn Stellen in der Prignitz wurden per Boot 50 000 Lachse ausgesetzt, und das in der Stepenitz von Telschow bis nach Lübzow, in der Dömnitz von der Mündung bei Wolfshagen bis zur Kathfelder Mühle und in der Kümmernitz. Dafür musste der Lachsbesatz zum Teil auf geländegängige Fahrzeuge umgeladen werden, um manche Stelle überhaupt erreichen zu können – etwa die Schwedenschanze bei Horst (Gemeinde Groß Pankow). Mitglieder der Prignitzer Kreisanglerverbände hatten dafür nach dem Sturm der vergangenen Woche manchen Weg soweit freigemacht, damit die Fahrzeuge durchkamen.

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50 000 dänische Jungfische wurden am Donnerstag in der Prignitz in die Stepenitz, in die Dömnitz und in die Kümmernitz gesetzt. Mitstreiter des Potsdamer Instituts für Binnenfischerei, des Landesanglerverbands und der Prignitzer Kreisangelverbände sorgten für den zusätzlichen Lachsbesatz.

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Drei Bootsbesatzungen à zwei Mann waren für das Institut für Binnenfischerei Potsdam im Einsatz. Von Wolfshagen, Kreuzburg oder Klein Linde aus waren sie jeweils flussabwärts auf der Stepenitz unterwegs. Unterstützt wurden sie von Vertretern der Kreisangelverbände Perleberg und Prignitz sowie vom Verein Fario, dem Fliegenfischerverein im Landesanglerverband, wie Ulrich Thiel vom Landesanglerverband erklärte, der wie immer bei der Aktion dabei war.

Dänischer Lachs eignet sich besonders

Allein bei Wolfshagen wurden 10 000 Junglachse in die Stepenitz gesetzt, genauso viele bei Klein Linde und noch einmal 8000 bei Kreuzburg. Die Lachse kommen aus Dänemark vom „Danmarks Center for Vildlaks”. Zwei Vertreter des Instituts kamen mit einem Laster in die Prignitz, auf dem sie die Tanks mit den Lachsen transportierten. „Das ist eine gemeinnützige Organisation und unser langjähriger Kooperationspartner“, sagt dazu Ulrich Thiel. Sie habe ein maßgebliches Verdienst daran, dass der einheimische dänische Lachs in den achtziger und neunziger Jahren vor dem Aussterben bewahrt werden konnte. „Davon profitieren wir, weil wir die Überschüsse aus den beiden Aufzuchtanlagen des Vereins nutzen können“, erklärt Thiel. Der dänische Lachs ist für den Besatz geeignet, weil er aus Niederungsbächen stammt und damit unter ganz ähnlichen Bedingungen lebt, wie sie auch in Brandenburgs Nordwesten vorherrschen. Das dänische Institut berät die Brandenburger zudem. Gert Holdengaard ist seit 30 Jahren Leiter des dänischen Instituts, das auch, wie er erklärt, seit Jahrzehnten andere deutsche Flüsse wie Rhein, Sieg, Ems und Weser mit neuem Fischbesatz versorgt.

Erfolge bei der Meerforelle deutlich größer

Seit etwa zehn Jahren werden die Lachse im Herbst in die Stepenitz gesetzt. Der Herbst ist laut Ulrich Thiel dafür eine gute Zeit, weil die Tiere so die Prägung auf Geruch und Geschmack der hiesigen Flüsse erhalten, bevor sie ihre Wanderung beginnen. Man weiß mittlerweile, dass Lachse in der Lage sind, sich im Magnetfeld der Erde zu orientieren, und man vermutet, dass ihnen ein genetischer Kompass innewohnt und sie über olfaktorische Wahrnehmung, also per Geruchssinn, ihren Heimatfluss erkennen. Allerdings ist Thiel mit der Rückkehrrate der Lachse nicht wirklich zufrieden – sie liegt bislang bei 0,4 Prozent. Für einen sich selbst erhaltenden Bestand sind aber mindestens drei Prozent nötig. Er träumt davon, dass irgendwann der Besatz mit den Nachkommen der Rückkehrer erfolgen könnte, doch bis dahin scheint der Weg noch weit. Dabei kommen die Jungfische den hiesigen Flüssen gut zurecht – Schwierigkeiten warten auf sie eher in der Elbe oder im Wattenmeer.

Bei der Meerforelle sind die Erfolge beim Besatz deutlich größer. Beim Lachs gibt es verschiedene Faktoren, die die Zahlen stark schwanken lassen. So kommt es auch auf den Wasserstand der Flüsse an, die sie durchwandern, vor allem der Elbe. Auch wenn diese in diesem Jahr eher Niedrigwasser verzeichnete, glaubt Thiel, dass diesmal mehr Rückkehrer zu sehen sein werden. Denn die Nebenflüsse der Elbe führten viel Wasser.

Von Bernd Atzenroth

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