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Prignitz 50 Gebäude in Prignitz und Ruppin geöffnet
Lokales Prignitz 50 Gebäude in Prignitz und Ruppin geöffnet
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00:17 27.08.2016
Christian Dörendahl hütet die Goldbecker Kirche. Quelle: Christian Bark
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Goldbeck

Es ist zwar noch über zwei Wochen hin, trotzdem freut sich Christian Dörendahl schon auf den Tag des Offenen Denkmals am 11. September. Dann präsentiert sich auch die Dorfkirche in Goldbeck bei Wittstock, um die sich der Kirchenälteste der Gemeinde Dossow-Brausebach, seit Jahren liebevoll kümmert, wieder interessierten Besuchern. „Und ich komme endlich mal wieder dazu, den ganzen Schreibkram zu erledigen“, schmunzelt der 63-Jährige. Gelegenheit dazu habe er in der Zeit, wo keine Besucher von ihm durch das Gotteshaus geführt werden.

„Ansonsten stehe ich natürlich mit Rat und Tat zur Seite“, kündigt er an. Zudem gebe es Kaffee und Kuchen in der Kirche. Dann kann Dörendahl seinen Gästen zeigen, was sich in den vergangenen 25 Jahren in der Kirche getan hat. „In den 80ern war das Gebäude in einem erbärmlichen Zustand“, blickt Dörendahl zurück. Über Jahre hinweg habe sie leergestanden, sei dem Verfall und Vandalismus ausgesetzt gewesen. Erst nach der Wende seien erste Sanierungsarbeiten erfolgt.

Kirche mit Kultur und Public Viewing belebt

Damals war auch der aus dem frühen 18. Jahrhundert stammende Taufengel ausgelagert worden. Im vergangenen Jahr wurde dieses wohl mit beeindruckendste Accessoire der Kirche vollkommen restauriert. „Der Kunst- und Kulturverein Wittstock hat 500 Euro dazu beigesteuert“, betont Dörendahl, der ebenfalls dem Verein angehört.

Die Goldbecker Kirche wurde vor fast 300 Jahren errichtet, der Turm kam im 19. Jahrhundert dazu. Quelle: Christian Bark

Generieren konnten die Mitglieder das Geld durch Kulturveranstaltungen, die seit den 2000ern wieder in der Kirche stattfinden können. Unter anderem durch „Public Viewing“ zu den Fußball Welt- und Europameisterschaften. 2006 sei der Anfang gemacht worden, seitdem locke das Event regelmäßig zahlreiche Fußballfreunde zu den Liveübertragungen, die sie in der Kirche auf einer Leinwand verfolgen können. „Vor der Kirche wird gegrillt, getrunken und geschwatzt“, beschreibt Dörendahl die Atmosphäre. Seit diesem Jahr gebe es sogar ein Toilettenhäuschen hinter dem Sakralbau.

Vor drei Jahren sei auch eine Wagner-Oper auf der Leinwand zu sehen gewesen. „So identifizieren sich die Leute wieder mit ihrem Gotteshaus, ohne gleich Christen werden zu müssen“, sagt der 63-Jährige. Darum sei auch Vandalismus seit sieben Jahren kein Thema mehr. Und auch die Sanierung schreite voran – allein deshalb, weil jedes Jahr Maurerlehrlinge aus Eberswalde dabei helfen. „In diesem Jahr wurden die Wände neu verputzt“, berichtet Dörendahl.

Diese Denkmäler sind am 11. September für Besucher geöffnet

12 Denkmäler stehen Besuchern im Landkreis Prignitz zur Besichtigung offen: Schloss Neuhausen (14-18 Uhr); Heimaotschüün und Heimatstube in Groß Breese (15-17 Uhr); Persiuskirche in Brügge (ab 11 Uhr); Pfarrhaus und Dorfmuseum Blüthen (11-16 Uhr); Ackerbürgerhaus mit Gehöft in Lenzen (13-18 Uhr); Hof Heinecke und Niederdeutsches Hallenhaus in Lenzerwische (11 bzw. 13-18 Uhr); Führung: Handwerkerspuren im historischen Stadtkern in Perleberg (ab 10 Uhr am Rathausbrunnen); Dorfkirche in Kletzke (10-17 Uhr); Irmgardshof in Groß Gottschow (10-18 Uhr); St.-Nikolai-Stadtpfarrkirche in Pritzwalk (10-17 Uhr).

38 Denkmäler stehen Besuchern im Landkreis Ostprignitz-Ruppin zur Besichtigung offen: Doppelhirtenkate/Doppelstubenhaus und Dorfkirche in Jabel (10-19 Uhr/9-12 und 14-18 Uhr); Feldsteinkirche in Wernikow (10-17 Uhr); Dorfkirche in Königsberg (10-16 Uhr); Kloster Stift in Heiligengrabe (11-17 Uhr, Führung um 14 Uhr); Schinkelkirche in Glienicke (10-17 Uhr; Führungen 11 und 14 Uhr); Franziskanerkloster und Klostergarten in Kyritz (14-16 Uhr); Gutspark in Berlitt (ganztägig, Führung um 16.30 Uhr); Landschule Bork in Lellichow (10-16 Uhr); Dorfkirche in Bechlin (14-18 Uhr); Dorfkirche in Gnewikow (14-16 Uhr); Schinkelkirche in Wuthenow (10-18 Uhr); St.-Georg-Kapelle und Tempelgarten in Neuruppin (10-13 bzw. 10-16 Uhr/Führungen 11 und 15 Uhr); Gaswerk in Neustadt (Dosse) (10-17 Uhr, Führungen 11 und 14 Uhr); Dorfkirche in Zechlin (ganztägig, Führungen 11.15 und 14 Uhr); Muschelsaal im Schloss Rheinsberg (10-18 Uhr, Vortrag und Führung am 10. September ab 11 Uhr); Mitteldeutsches Ernhaus in Sieversdorf (11-17 Uhr , Führungen 13 und 15 Uhr); Patent-Papierfabrik in Hohenofen (11-17 Uhr, Führungen 11 und 14 Uhr); Kirche in Darsikow (10-18 Uhr); Altes Feuerwehrdepot und Stadtbibliothek in Wittstock (10-15 bzw. 11-16 Uhr, Führung um 13 Uhr); St.-Marien-Kirche und Telschow’sches Haus in Wittstock (11-17 Uhr); Vortrag zur Stadtmauer in Wittstock (ab 12 Uhr am Rathaus); Archäologischer Park Freyenstein (10-17 Uhr); Neues Schloss in Freyenstein (10-17 Uhr, Führungen 10, 12 und 15 Uhr); Schlossbibliothek in Freyenstein (11-17 Uhr, Führung 13 Uhr); Dorfkirche und Walkmühle in Dranse (11-17 Uhr); Dorfkirche Gadow (10-17 Uhr); Dorfkirche in Sewekow (14-16 Uhr); Dorfkirche Wulfersdorf (9-15 Uhr); Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald (10-18 Uhr); Dorfkirche in Goldbeck (9-20 Uhr); Dorfkirche in Rossow (13-17 Uhr); Herbst’sches Haus in Wusterhausen (Dosse) (10-16 Uhr).

450 Denkmäler können landesweit besichtigt werden. Bundesweit sind es 8000. In den vergangenen Jahren lockte der Tag an die vier Millionen Besucher. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert den Tag seit 1993.



eitere Informationen hier
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Eine ähnliche Vergangenheit wie die fast 300 Jahre alte Goldbecker Kirche hat auch die um 150 Jahre jüngere Persiuskirche in Brügge (Amt Meyenburg) hinter sich. Sie habe unter anderem wegen Baufälligkeit über 30 Jahre bis 1997 leergestanden, wie der Vorsitzende des Fördervereins Persiuskirche Brügge, Georg Zander, berichtet. Vor zwei Jahren seien dann umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erfolgt für insgesamt 235 000 Euro. „Über die Hälfte davon waren Fördermittel vom Bund“, sagt Zander. Für seine Bemühungen um den Erhalt der Kirche sei der Verein 2015 sogar mit dem brandenburgischen Denkmalspreis ausgezeichnet worden. Zudem lockten Veranstaltungen wie die Hubertusmessen oder Irish-Folk-Konzerte mit Whiskey und irischem Bier immer zahlreiche Besucher.

Die landesweite Eröffnung des Tages des Offenen Denkmals findet in Brügge statt. Quelle: Christian Bark

Und in diesem Jahr wird in der Kirche ab 11 Uhr des Tag des Offenen Denkmals im Land Brandenburg eröffnet. „Es wird einen Gottesdienst und ein Saxofonkonzert geben“, kündigt Zander an. Dass der Tag in Brügge eröffnet wird, erfüllt den Vereinsvorsitzenden mit Stolz: „Das zeigt, dass auch in der Provinz etwas passiert.“ Im Zusammenhang mit der Eröffnung stehe auch der 150. Geburtstag der Kirche, deshalb gebe es rund um das Gotteshaus dann auch ein Gemeindefest.

Auch Christian Dörendahl begrüßt, dass der Tag in einer Dorfkirche eröffnet wird. „Die meisten Baudenkmäler in Brandenburg sind nun mal Dorfkirchen“, sagt er. An ihnen könne man Bemühungen von Förderern besonders gut verfolgen, das passe auch gut zum diesjährigen Motto des Tages „Gemeinsam Denkmale erhalten“. Mit Blick auf die Zukunft hofft Dörendahl, dass in vier Jahren der Altar der Goldbecker Kirche saniert werden könnte. In Brügge soll es bis 2017 sanitäre Einrichtungen im Gotteshaus geben.

Von Christian Bark

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