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Prignitz 650 Schüler bei Waldolympiade in Perleberg
Lokales Prignitz 650 Schüler bei Waldolympiade in Perleberg
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00:17 18.06.2016
Beim Torwandschießen braucht man schon etwas Glück. Im Hintergrund wächst eine Waldhütte. Quelle: Foto: Michael Beeskow
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Perleberg

Auf der glatten Fläche eines geteilten Baumstamms liegen lauter Fundstücke aus dem Wald. Zu welchen Bäumen gehören sie? Die Kinder, die sich neugierig um den Stamm drängen, haben sich für die Waldolympiade im Perleberger Stadtdforst den Namen „Die Meisen“ zugelegt. Die Schüler aus der Rolandschule müssen nicht lange überlegen, dann fallen die Bezeichnungen: Eiche, Buche, Lärche , Kiefer. Nur für einen Nadelzweig fehlt noch die richtige Bezeichnung.

„Die Douglasie ist vielen doch nicht so bekannt“, räumt Gabriela Szatkowski ein, die Klassenlehrerin der 1b. Wie ein Mitarbeiter der Oberförsterei Gadow berichtet, erweist sich die Douglasie bei diesem Wissenstest als echter Stolperstein. Auch die anderen Wettkampfgruppen bekommen ein Problem. „So selten ist die Douglasie bei uns aber gar nicht“, berichtet der Forstexperte. Rein zufällig findet der Wissenstest gleich neben einer Douglasie statt.

Doch das ändert nichts daran, dass die Schüler mit Begeisterung bei der Waldolympiade dabei sind. Wie die Klassenlehrerin Gabriela Szatkowski erzählt, haben sich die Erstklässler in den letzten Tagen auf die Waldolympiade gründlich vorbereitet. So waren die Tiere des Waldes ein Thema im Unterricht.

Doch ging es bei den Wettspielen nicht nur um Wissen. Schnelligkeit und Geschicklichkeit waren ebenfalls gefragt beim Zapfenzielwurf oder beim Hüpfen in Fünfergruppen über Baumstämme.

„Die Waldolympiade ist zu einer Großveranstaltung geworden“, erklärte Stefan Koepp, der als Leiter des Dobberziner Reviers der Hauptorganisator war. „Vor Jahren kamen 500 Kinder zur Waldolympiade. In diesem Jahr sind es schon 650“, freut er sich über den großen Zuspruch. Stefan Koepp beobachtete in diesem Jahr, wie sich vor einigen Stationen ein Stau bildetet. „Vielleicht sollten wir den Parcours von vier auf fünf Stationen erweitern“, überlegte er.

Der organisatorische Aufwand ist enorm. Für die Oberförsterei Gadow war es schon eine Herausforderung die Waldolympiade mit 24 Mitarbeitern abzusichern. Immerhin mussten drei verschiedene Parcours’ eingerichtet und die jeweils vier Stationen auch mit Mitarbeitern besetzt werden. „Zum Glück haben wir auch einige Lehrlinge, die wir einsetzen konnten“, erklärte Stefan Koepp. Auch der Perleberger Stadtforstmitarbeiter half tüchtig mit. Die verschiedenen Stationen mussten aufgebaut werden. „Die Verkehrssicherheit spielt natürlich auch ein Rolle“, berichtete Stefan Koepp. So wurde Totholz, wo es gesichtet wurde, von den Bäumen geschnitten.

Für die Schüler ist die Waldolympiade ein Ereignis, nicht nur, weil sie wissen, dass die Sieger sich über einen Gutschein für ein gemeinsames Eisessen freuen können. Schon das Durchstreifen des Waldes ist etwas Besonderes. Die drei verschiedenen Rundkurse sind mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden verbunden. „Den Schülern der ersten beiden Klassen werden einfache Kenntnisse über Tiere und Pflanzen des Waldes abverlangt“, erklärt Stefan Koepp. Für die Schüler der Klassen 5 und 6 wird es schon etwas schwieriger. Sie müssen richtig rechnen, Flächengrößen ermitteln und von Hektar in Quadratmetern umrechnen.

Derweil ist am Sammelpunkt, wo auch die Siegerehrung der Waldolympiade erfolgt, ein kleine Waldsiedlung entstanden. Mit Begeisterung bauen schon Generationen von Teilnehmern der Waldolympiade an Hütten aus Ästen und Zweigen – und die werden immer größer. Bevor es an die Verteilung der Siegpreise ging gab es Wiener Würstchen und Getränke, um den Appetit etwas zu stillen. Denn eine Waldolympiade macht durstig und hungrig.

Von Michael Beeskow

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