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Prignitz 75 000 Euro für eine lebendige Aue
Lokales Prignitz 75 000 Euro für eine lebendige Aue
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00:21 29.07.2018
Alle Beteiligten können sich freuen: Lutz Spandau, Vorstand der Allianz-Umweltstiftung, 3. v. l.) überreicht Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, Vorstand des Trägerverbundes Burg Lenzen (r.) den symbolischen Scheck über 75000 Euro. Quelle: Kerstin Beck
Lenzen

Besonders fröhlich schaute am Mittwochmittag im Lenzener Burggarten der blaue Plüsch-Adler in die Welt, denn zwischen seinen Krallen hielt er immerhin die imaginäre Summe von 75 000 Euro.

Dazu waren neben Bettina Kühnast, Geschäftsführerin des Trägerverbundes Burg Lenzen, und Johannes Prüter, Leiter des Biosphärenreservates Niedersächsische Elbtalaue, auch Jörg Nitsch, Stellvertretender Vorsitzender BUND Bundesverband, sowie Lutz Spandau und Peter Wilde, Vorstand und Vorsitzender der Allianz-Umweltstiftung nach Lenzen gekommen.

An dieser Stelle der Elbe wird das Projekt umgesetzt. Quelle: Kerstin Beck

Im Beisein von Meike Kleinwächter, Leiterin des BUND-Auenzentrums und Dieter Leupold, Stellvertretender Vorsitzender des BUND-Landesverbands Sachsen-Anhalt, überreichte Spandau dem Vorstand des Trägerverbundes Burg Lenzen, Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, im lauschig-luftigen Naturpark einen Förderscheck. Gleichzeitig unterzeichneten alle Beteiligten einen Vertrag.

Elbelandschaft noch artenreicher machen

Und darum geht es: Bis vor 170 Jahren gab es am Rand des Gebietes der „Hohen Garbe“ eine Insel namens „Kälberwerder“. Gelegen war das von der Elbe umflossene Eiland im Gebiet des Elbeknickes zwischen Müggendorf und Cumlosen - und zwar auf der altmärkischen Seite. Geplant ist nun ein Projekt mit dem Namen „Lebendige Auen für die Elbe“, in dem dieses wasserumspülte Stück Land wieder entstehen soll.

Blick in die sachsen-anhaltinische „Hohe Garbe". Quelle: Kerstin Beck

Stark gemacht hat sich dafür die Allianz-Umweltstiftung, deren Vertreter nach Lenzen gekommen waren, um dem Projektträger, dem Trägerverbund der Burg Lenzen, einen großzügigen Scheck über eine Summe von 75 000 Euro zu überreichen.

Wo ist Naturnähe am besten zu ermöglichen?

Damit unterstützt die 1990 gegründete und in Berlin beheimatete Stiftung die Wiederherstellung der Flussinsel mit einer Wiederanbindung einer zu schaffenden Flutrinne. „Ein Punkt, der bei uns immer wieder abgefragt wird, besteht darin, wie wichtig Auen und das Wasser in der Landschaft sind und wo wir am besten Naturnähe gewährleisten können – und da erschien uns dieses Projekt am geeignetsten!“, sagt Lutz Spandau, Vorstand der Allianz-Umweltstiftung.

Damit ist aber für die Berliner die Sache noch längst nicht erledigt. Der Landschaftsarchitekt und Ökologe versicherte den Anwesenden: „Wir werden auch im weiteren Prozess aktiv mitbekommen, ob das gesteckte Ziel erreicht werden wird. Sie werden sich während der Laufzeit des Projektes mit uns auseinandersetzen müssen. Und von daher freuen wir uns auf die Zusammenarbeit!“

Derzeit ist dort nur ein flacher Kanal

Johannes Prüter, dem als Leiter des Biosphärenreservates Niedersächsische Elbtalaue der Fluss erst etliche Kilometer elbabwärts nahe seiner Dienststelle in Hitzacker „um die Füße“ fließt, fand einfache Worte für die Bedeutung des Vorhabens: „Wenn wir uns in diesen Tagen die Elbe ansehen, fällt es uns schwer, den Fluss als naturnah anzusehen. Wir sehen bestenfalls einen schmalen, flachen Kanal. Deshalb ist das, was wir hier vorhaben, etwas, womit man mit Ihrer Hilfe ein Zeichen setzen kann!“

Schließlich soll durch das geplante Projekt wieder ein natürlicher Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser entstehen. Denn auch hier soll der alte Deich an bestimmten Stellen geschlitzt werden, damit die Elbe ungehindert einströmen und wieder abfließen kann.

Auen werden immer wichtiger

Es gibt noch weitere Gesichtspunkte, die hier mit berücksichtigt werden sollen: Innerhalb des Projektes werden Untersuchungen zum wirtschaftlichen Wert einer intakten Aue für die Gesellschaft durchgeführt. Dazu gehören Hochwasser- und Klimaschutz, die Selbstreinigung eines Flusses – und nicht zuletzt auch der Nutzen für die Region als Erlebnis- und Erholungsgebiet.

„Die Bedeutung von lebendigen Auen wird mit den nächsten Jahren zunehmen, denn das Wasser wird zunehmend ein rares und kostbares Gut – und wir sitzen alle im selben Boot!“, formulierte Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler den wohl wichtigsten Aspekt im Zusammenhang mit dem geplanten Vorhaben.

Von Kerstin Beck

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