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800 Hilferufe im Jahr

Perleberg 800 Hilferufe im Jahr

Die Belastungsgrenze der Schuldnerberatung der Arbeiterwohlfahrt in der Prignitz ist erreicht. Vor 25 Jahren ist der Dienst auf die Beine gestellt worden. Die Zahl der Hilferufe hat sich mit den Jahren stetig gesteigert. Mittlerweile sind es 800 und die sind von den Mitarbeitern kaum zu bewältigen.

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Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Perleberg. Rechnungen können nicht mehr bezahlt werden, Mahnungen sowie Zahlungsaufforderungen stapeln sich und Gläubiger warten auf ihr Geld. Schulden zu machen gehört heutzutage leider zum Alltag. Seit nun 25 Jahren bietet der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt eine kostenlose, vertrauliche und professionelle Schuldnerberatung für Menschen, die finanziell in Not sind an. Grund genug für einen Blick in die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft bei einer gestrigen Feierstunde.

„Das Problem des Schuldenmachens dürfte so alt sein wie die Menschheit selbst“, sagt Teamleiterin Annett Lukaschek. Die Gründe dafür seien vielfältig und reichen von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Scheidung und Trennung, Tod eines Angehörigen, Einkommensverschlechterung, niedrige Renten sowie mangelnde Budgetplanung bis hin zu Suchterkrankungen. „Ohne professionelle Hilfe ist ein Ausweg aus der finanzielle Schieflage oft schwierig“, heißt es weiter.

Hemmschwelle ist sehr groß

Im Jahr 1992 nahm eine Sozialberaterin erstmals ihre Tätigkeit im Beratungsdienst der Schuldnerberatung auf. „Als sogenannter ’Quereinsteiger’ wurden Weiterbildungen absolviert und ein Erfahrungsaustausch mit Beratungsstellen in anderen Städten brachten ebenfalls wertvolle Hinweise“, berichtet die heutige Teamleiterin. Außerdem wurden schon damals Kontakte zu den öffentlichen Ämtern, Kommunen, Vereinen, Gerichten und Rechtsanwälten aufgebaut, die bis heute fortbestehen.

Zunächst gab es eine Beratungsstelle in Wittenberge, weitere folgten in Perleberg, Prizwalk, Glöwen, Lenzen und Bad Wilsnack. Doch nur die ersten drei konnten sich bis heute behaupten. „Die Hemmschwelle die Beratungsstellen aufzusuchen ist oft sehr groß. Auch heute noch kostet es vielen eine große Überwindung uns aufzusuchen“, so Annett Lubaschek weiter. Doch immer mehr Personen nahmen Jahr für Jahr den Beratungsdienst in Anspruch. Waren es im Anfangsjahr noch zwischen 30 und 50, so sind es heute um die 800. „Mit dieser Zahl sind wir an einer Kapazitätsgrenze angekommen, mehr geht nicht“, meint Annett Lubaschek.

Lebensgrundlage soll gesichert werden

Die Schuldnerberatung verfolgt den Beratungsansatz der sozialen Schuldnerberatung. Die Insolvenzberatung wird mit in die normale Beratungssprechstunde eingebunden und ist immer als letzter Ausweg zu sehen. „Wir sehen uns als Vermittler zwischen Schuldner und Gläubiger“, so die Teamleiterin. „Gemeinsam mit dem Schuldner verschaffen wir uns die Übersicht über den Stand der Finanzen. Dazu verwenden wir einen Haushaltsplan“. Allgemein besteht das Ziel darin, verschuldete und überschuldete Familien und Einzelpersonen bei der Bewältigung ihrer sozialen und finanziellen Probleme zu helfen und ihnen wieder neue Lebensperspektiven zu vermitteln. So ist es das oberste Ziel die Lebensgrundlage zu sichern. Es wird unter anderem Hilfestellung bei der Antragstellung eines Darlehens an das Jobcenter oder den betreffenden Geschäftsbereichen des Landkreises bei Miet- oder Energieschulden gegeben.

Die Sprechstunden an den drei Standorten Pritzwalk, Perleberg und Wittenberge bieten Ratsuchenden die Möglichkeit, auch ohne einen festen Termin ein persönliches Beratungsgespräch zu bekommen. „Allerdings sind Menschen mit akuten Problemen mit einem Termin bevorzugt“, ergänzt die Teamleiterin. Darunter zählen unter anderem Ratsuchende mit aktuellen Energie- und Mietschulden. In der Regel haben Erstberatungsgespräche eine Dauer von einer Stunde. Vor allem diese Form der Beratungsarbeit fördert den Vertrauensaufbau zwischen dem Ratsuchenden und den Beratern. Dies schafft eine offene und zielgerichtete Atmosphäre.

„Es ist uns ebenso wichtig Aufklärungsarbeit anzubieten“, sagt Annett Lubaschek. „Leider ist es zeitlich nur begrenzt möglich, aber auf Anfragen bemühen wir uns Präventionsveranstaltungen mit zu gestalten.“ Seit Jahren ist unter anderem an der Förderschule innerhalb der Projektwoche und bei der Deutschen Angestellten Akademie in Perleberg solch eine Präventionsveranstaltung fest mit integriert.

Von Marcus J. Pfeiffer

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