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Abriss eines Biberdamms war genehmigt

Pritzwalk Abriss eines Biberdamms war genehmigt

Der Abriss eines Biberdamms hinter der Bahnlinie im Pritzwalker Hainholz war von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis genehmigt, wie diese jetzt bestätigte. Die Beschädigung des Dammes am Hainholz sei jedoch illegal gewesen, ließ die Behörde wissen.

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Der Biberdamm am Pritzwalker Hainholzbad musste nach einer Beschädigung wieder gestopft werden.

Quelle: Bernd Atzenroth

Pritzwalk. Ein Biberdamm ist im Hainholz weggerissen worden – dies geschah tatsächlich mit Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) beim Landkreis Prignitz, wie von Seiten des Kreises jetzt bestätigt wurde. Die UNB habe nach Beratung mit dem Biberbetreuer Mitte Februar aber nur der Entnahme des einen Biberdammes direkt an der Bahnlinie beziehungsweise am Durchlass zugestimmt. Die Biberaktivitäten im Pritzwalker Hainholz seien zuvor gemeinsam mit der Stadt Pritzwalk kontrolliert worden.

Die Beschädigungen des zweiten Dammes am Hainholzbad war hingegen nicht mit der UNB abgestimmt „und es liegen uns auch keine Hinweise vor, wer dafür verantwortlich ist“, teilte die Behörde mit. Die MAZ hatte vergangene Woche über die Beschädigungen und eine Rettungsaktion für den Damm am Hainholzbad informiert.

Behörde sah „Naturschutz-Zielkonflikt“

Interessant ist aber auch, welche Kriterien die UNB bei diesen Entscheidungen anlegt. Antwort der Behörde: „Bei solchen Entscheidungen ist der besondere Artenschutz zu berücksichtigen und die Betroffenheit sonstiger Belange zu prüfen.“ Gesetzlich geschützt seien vor allem die Biberbaue und die Biberburgen. Nach Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde war mit dem Rückbau des Biberdammes vor dem Bahndurchlass kein Biberbau, sprich eine Fortpflanzungsstätte, direkt betroffen. Der Damm habe eher dem Zwecke der Erschließung weiterer Nahrungsgründe gedient. Für den Rückbau des Dammes habe die Wiederherstellung der Passierbarkeit der Dömnitz für wandernde, nach europäischem Recht geschützte Fischarten gesprochen. Hier habe es einen Naturschutz-Zielkonflikt gegeben. Zudem sah die Behörde eine potenzielle Gefahr für den ungehinderten Hochwasserabfluss und die Standsicherheit der Bahndammböschung andererseits. Die fachlichen Vorgaben der Biberverordnung des Landes Brandenburg seien bei der Entscheidung seitens der UNB eingehalten worden.

Keine Ansiedlung der Biber in der Stadt befürchtet

Frank Schröder, Vorsitzender des Naturschutzbeirats und gleichzeitig Geschäftsführer des Prignitzer Wasser- und Bodenverbands, hatte der MAZ gegenüber bestätigt, dass es Mitte April eine Beratung zu diesem Thema geben soll, bei der der Einbau von Fischleiten in die vorhandenen Biberdämme besprochen wird.

Die Befürchtung des Jägers Rudolf Scholz, dass sich der Biber nach der Beschädigung des zweiten Dammes wieder in der Stadt breit macht, teilt die UNB nicht. Eine Verlagerung des jetzigen Biberreviers hinein ins Stadtgebiet auf Grund der Dammentnahme sei nicht zu befürchten. Die optimaleren Habitatbedingungen für ein Biberrevier seien über das gesamte Jahr im Hainholz anzutreffen. „Aber natürlich werden Biber zukünftig, als eine an Gewässer gebundene Säugetierart, entlang der Dömnitz und Rodane auch im Stadtgebiet zu sichten sein“, hieß es weiter.

Von Bernd Atzenroth

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