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Ackern für die Glückshormone

Granzow Ackern für die Glückshormone

Die „Oldtimerbrigade Granzow“ bringt am kommenden Sonnabend beim diesjährigen Schaupflügen wieder altes Gerät zum Einsatz. Wer bei dieser Zeitreise dabei sein möchte, kann sich sogar mit eigenen Maschinen beteiligen. Platz ist genug auf dem Feld am Dorfausgang in Richtung Gumtow.

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Das Feld ist vorbereitet. Die Mitglieder der Oldtimerbrigade freuen sich nun für Sonnabend auf viele Schaulustige.

Quelle: Oldtimerbrigade

Granzow. Der Treckermotor röhrt. Er hustet ein paarmal schwarzen Rauch in die Luft. Dann setzt sein Getriebe einen meterlangen, beindicken Riemen in Bewegung, der wiederum einen riesigen, hölzernen Dreschkasten vor ihm antreibt. Dieser rappelt und zappelt jetzt. Alles läuft wie geschmiert. Und es riecht auch danach. Damit kann es also losgehen am kommenden Sonnabend, 27. August: Bei den Leuten der sogenannten „Oldtimerbrigade Granzow“ sind alle Maschinen vorbereitet für das diesjährige Schaupflügen auf dem Acker am Dorfausgang in Richtung Gumtow.

„Nach einem Jahr Pause wird das nun das sechste Mal sein. 2015 hatte es nicht geklappt, da gab es einfach zu viele Termine, zu viele andere Treckertreffen“, sagt Horst-Dieter Wentzel und steigt vom Sitz des betagten Treckers Marke Kramer aus dem Baujahr 1938.

Horst-Dieter Wentzels Kramer Baujahr 1938 ist startklar

Horst-Dieter Wentzels Kramer Baujahr 1938 ist startklar. Er treibt via Riemen einen noch älteren Dreschkasten an.

Quelle: Oldtimerbrigade Granzow

Wentzel ist so etwas wie der Kopf dieses Granzower Freundeskreises, in dem alle dem gleichen Hobby frönen, auch wenn er das selber nicht zugeben würde. Der 71-Jährige möchte sich lieber im Hintergrund halten. Und trotzdem ist besonders er es, der die Runde am Laufen hält. Und er verfügt eben auch über viele tageslichttaugliche historische Fahrzeuge, die die neugierige Presse schon oft anlockten. Gerne ließ Wentzel sich schon für die eine oder andere Geschichte überreden.

Doch auch er schaffte es schon oft, andere zu überreden – und zwar ihre alten Stücke herauszugeben. So verweist Wentzel auf seine ­neueste Errungenschaft. Es ist ein Lanz Bulldog von 1939. „Das hatte etwas gedauert, bis ich ihn bekam. Aber ich wollte so etwas immer noch mal haben.“ Den Besitzer kannte Wentzel von einem Treffen. Am Ende durfte er sich dieses eiserne, anthrazit lackierte Ungetüm aus dem süddeutschen Koblenz abholen.

Die Granzower sind kein Verein, sondern ein Freundeskreis und eigentlich vielmehr noch

Die Granzower sind kein Verein, sondern ein Freundeskreis und eigentlich vielmehr noch: eine große Familie.

Quelle: Matthias Anke

Am Sonnabend aber steht nun wieder die gesamte Oldtimerbrigade im Vordergrund. Viele Frauen sind dabei und stellen in historischen Gewändern die Feldarbeit von einst nach. Pflügen darf dann jeder mal, der möchte. Und wer seinen eigenen Trecker mitbringt, ist erst recht gerne gesehen bei den Granzowern.

Sie legen am Vormittag los. Brot aus einem Backofen wird es später geben, der am Ort eigens dafür aufgebaut wird. Für ein Picknick bei Kaffee und Kuchen bis in den Nachmittag hinein ist ebenfalls gesorgt.

Alter Dreschkasten zeigt sein Können

Nebenher soll der alte Dreschkasten trotz seines hohen Alters sein Können wie eh und je unter Beweis stellen. „Den bekam ich vor einigen Jahren von einem Bauen aus Kletzke, weil ich ihm dafür einen Ableger restaurierte“, erzählt Horst-Dieter Wentzel, der gelernte Landmaschinen- und Traktorenschlosser, der später Technischer Leiter im Agrochemischen Zentrum Kyritz wurde und nach der Wende ein Autohaus führte.

Heute, im Ruhestand, ist Zeit für Schwerstarbeit auf dem Feld allein aus Spaß an der Freude. So mag es auch die gesamte Oldtimerbrigade: so richtig durchziehen, über alle Stoppeln drüber rauschen, die Erde umwälzen. Und das als Hobby und nicht zum Broterwerb, obwohl am Ende doch Brot herauskommen soll. Und mancher spannte beim Schaupflügen schon statt eines Treckers Pferde vor seinen Pflug. Das ist Landwirtschaft wie vor 100 Jahren zum Anfassen. Das ist Landwirtschaft, wie sie auch noch lange in der Nachkriegszeit funktionierte. Die nächste Zeitreise dorthin beginnt am Sonnabend um 10 Uhr.

Von Matthias Anke

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