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Prignitz Ängste der Anwohner fast gänzlich ausgeräumt
Lokales Prignitz Ängste der Anwohner fast gänzlich ausgeräumt
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19:18 20.08.2014
Bernd Cord-Kruse (r.) stellte seine Pläne vor. Quelle: Michael Beeskow
Lübzow

An die bisherige Ferkelaufzucht soll sich künftig eine Schweinemast anschließen. Dazu werden drei neue Ställe gebaut mit jeweils 1536 Tierplätzen. Damit steigt deren Gesamtzahl auf dem Betriebsgelände auf mehr als 10000.

Die Erweiterung bringt auch einiges - für die Schweine bessere Haltungsbedingungen und eine Entlastung für die Dorfbewohner. "Die Ställe werden möglichst weit weg vom Dorf gebaut", erklärte Bernd Cord-Kruse. 600 Meter von den Wohnbebauung entfernt und mit modernster Ablufttechnik ausgestattet stellen sie keinerlei Geruchsbelästigung dar, zudem wird die bisher bestehende reduziert. Denn zwei alte Ställe in Dorfnähe werden abgerissen und ein dritter wird stillgelegt.

Erweitert wird auch die existierende Biogasanlage. Ein gasdichtes Gärrestlager sowie eine Fahrsilo-Anlage kommen hinzu.

Planerin Anja Ober-Sundermeier von Eco-Cert aus Karow bei Plau am See lieferte eine wahre Datenfülle zur geplanten Erweiterung. Eine Belastung des Dorfes durch Stäube oder Antibiotika-resistente MSRA-Keine, die bei solchen Anlagen freigesetzt werden, sind nicht zu befürchten, da die Mengen äußerst gering sind. Auswirkungen der Antibiotika, die über den Kot der Schweine und die Gülle, in den Boden gelangen, sind bislang nicht bekannt. Alle Grenzwerte, die die Emission von Stäuben, Keimen und Bioaerosolen betreffen, werden unterschritten.

Als Knackpunkt - und hier entzündete sich auch die Diskussion - erweist sich die merkliche Zunahme der Durchfahrten landwirtschaftlicher Fahrzeuge. Deren Zahl steigt insbesondere aus Richtung Spiegelhagen - von 1114 im Jahr um 888 auf 2002.

Bernd Cord-Kurse sieht dieses Problem und sucht intensiv nach einer Lösung. Zunächst sollen die Nutzfahrzeuge nicht mehr durch die Dorfmitte fahren, sondern über die obere Dorfstraße auf das Betriebsgelände gelangen. Im Einvernehmen mit dem städtischen Ordnungsamt werden in den nächsten Tagen die entsprechenden Hinweisschilder aufgestellt. Er stellte Überlegungen über völlig neue Zufahrten vor, die nicht mehr durch das Dorf führen würden: Ausbau des Kirschwegs, eines unbefestigten Feldwegs aus Richtung Spiegelhagen, ein Stichweg durch den Wald, der von der Straße Spiegelhagen - Lübzow abzweigt, sowie ein Ausbau des Rohlsdorfer Weges bis zur B 189. "Dies sind noch ungelegte Eier", erklärte der Landwirt. Die Eigentumsverhältnisse an den Flächen seien kompliziert. Die Ausbaukosten würde er übernehmen.

Anwohner des oberen Dorfwegs konnten sich nicht mit der veränderten Verkehrsführung anfreunden. Sie sehen eine erhebliche Belastung auf sich zukommen. Bernd Cord-Kruse sollte auch an die Zukunft denken, hieß es. Früher konnten die Kinder durchs Dorf stromern, das sei nicht mehr möglich. Der Landwirt wurde auch gefragt, wie groß er noch werden wolle, ob auf den jetzt geplanten Ställen in ein paar Jahren weitere folgen? Bernd Cord-Kruse meinte darauf, er habe mit dem jetzigen Verfahren schon genug Schwierigkeiten. Darauf habe er keine Lust mehr.

Der Lübzower Armin Wolf führte die schon bestehende Verkehrsbelastung an. Seit zwei Jahren mache er darauf aufmerksam, doch getan habe sich bislang nichts. Sein Haus habe schon Risse bekommen.

Bürgermeister Fred Fischer forderte den Lübzower auf, doch einmal ein Gutachten vorzulegen, ob denn die Risse wirklich mit dem Verkehr in Zusammenhang stehen. Behaupten könne man vieles. Der Bürgermeister wies auch Äußerungen zurück Häuser und Grundstücke in Lübzow würden durch die neuen Anlagen an Wert verlieren. Dass neue Häuser jährlich ein Prozent Wertverlust haben, sei normal. Am Wert der Grundstücke werde sich, so Fred Fischer, auch in 40 Jahren nichts geändert haben.

Der Bürgermeister forderte die Besucher der Veranstaltung auf, Bernd Cord-Kruse einmal Beifall zu spenden für dessen Ausführungen. Der dann auch kräftig ausfiel.

Die Bürgerinitiative "Keine weitere Tierfabrik in Lübzow" hielt sich mit Äußerungen zurück. Man habe die Argumente von Bernd Cord-Kruse zur Kenntnis genommen, hieß es lediglich.

Von Michael Beeskow

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