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Ärger nach einem Hausbrand in Pritzwalk

Steiniger Weg für Brandopfer Ärger nach einem Hausbrand in Pritzwalk

Monate nach einem schweren Brand in Pritzwalk steht die Bauherrin Rilana Gragert noch immer vor einem Scherbenhaufen. Ihr Wohnhaus hatte damals kurz vor dem Abschluss der Sanierungsarbeiten gestanden – dann brannte es im Nachbarhaus und das Löschwasser drang auch in ihren Giebel. Schaden: 250000 Euro – Haus unbewohnbar und ein steiniger Weg.

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Notdürftig ist der Dachfirst des Hauses Wallstraße 13 mit Folie abgedichtet.

Quelle: (2) Beate Vogel

Pritzwalk. Nur langsam geht es mit den Bauarbeiten im Mehrfamilienhaus von Rilana Gragert voran. Ihr gehört das Haus direkt neben dem im Juni ausgebrannten Gebäude in der Pritzwalker Wallstraße 13. Zwar hatte die Feuerwehr damals weitgehend verhindern können, dass die Flammen auf ihr Gebäude übergreifen. Doch der Schaden durch Löschwasser war immens. Und noch immer hat Rilana Gragert damit zu tun, dass kurz nach der Brandkatastrophe offenbar eine Falschmeldung in der Stadt kursierte.

In den Medien wurde mit Berufung auf die Polizei berichtet , dass der Brand in meinem Haus ausgebrochen ist“, erzählt die Pritz­walkerin. Die Sanierungsarbeiten an ihrem Fachwerkhaus, in dem sich einst die Bäckerei Wolfenberg befand, standen damals kurz vor dem Abschluss, sechs Wochen vor dem Einzug. Rilana Gragert sei am 5. Juni bereits um 2.16 Uhr aus dem Bett geklingelt worden und sei sofort zum Einsatzort gekommen.

Das Gerpst für den neuen Trockenbau steht bereits

Das Gerpst für den neuen Trockenbau steht bereits. Hier war vor dem Brand am 5. Juni schon alles fertig, erzählt Rilana Gragert.

Quelle: Vogel

Dass der Brand in ihrem Gebäude ausgebrochen sein könnte, stand für Rilana Gragert außer Frage: „Ich habe gleich am Freitag bei der Polizei angerufen, aber eine richtige Korrektur hat es nicht gegeben.“ Die Sache hat ein Anwalt übernommen. Der Versicherer ihres Nachbarn habe inzwischen in seinem Gutachten klargestellt, dass das Feuer im Obergeschoss seines Hauses entstanden sei. Das Ergebnis der Brandermittler der Kriminalpolizei steht indessen noch nicht fest. „Das Verfahren befindet sich noch bei den Kollegen in der Prignitz in der Sachbearbeitung, da das Gutachten der Brandermittler noch aussteht“, informierte Thoralf Reinhardt, Sprecher der Polizeidirektion Nord in Neuruppin.

Während der Brandschaden in Rilana Gragerts Haus verhältnismäßig klein gewesen sei, habe das Löschwasser unglaublich viel zerstört. „Da sind in einer Minute 2000 Liter geflossen“, weiß Sven Kopittke vom Architekturbüro Magolz in Wittenberge, der die Baustelle betreut. Die komplette Giebelwand aus Lehm, die die beiden Häuser verbindet, sei nass gewesen. Im Durchgang zwischen Wallstraße und Hof sei die komplette Decke heruntergekommen, so Kopittke: „Das war lebensgefährlich.“ Sämtliche bereits angebrachten Trockenbauwände aus Gipskarton sowie die Wärmedämmung und die Fenster mussten entfernt werden.

Rilana Gragert erinnert sich noch gut an das Wochenende nach dem Brand: „Da war das Stadtfest. Während unten der Festumzug vorbeizog, habe ich eimerweise den Schutt runtergeschleppt.“

Die Versicherung – eine der größten in Deutschland – habe laut Gragert und Kopittke in diesem Fall zum Glück sehr schnell reagiert. „Sie haben einige Tage nach dem Brand eine Kollegin geschickt“, erinnert sich die Eigentümerin. Die habe aber sofort abgewunken, als sie die nassen Zwischendecken gesehen habe: Der Schaden überstieg ihre Zuständigkeit. „Wiederum einige Tage später waren zwei Schadensregulierer aus Berlin da“, erzählt Rilana Gragert. Ergebnis: 250 000 Euro Schaden. Auch das Bauamt der Stadt Pritzwalk habe sehr schnell und unkompliziert geholfen.

In die Wohnung unter dem Dach will Rilana Gragert einziehen. Auch hier sei bereits alles komplett mit Trockenbauwänden verkleidet gewesen, die nun erneuert werden. In der Mitte entsteht eine großzügige Wohnung mit zwei Bädern, unten in der Wohnung warten die Wände ebenfalls auf den Trockenbau. Mit dem Giebel kommen Rilana Gragert und ihr Baubetreuer aber nicht so richtig weiter: Nach wie vor ist die Lehmziegelwand nass. „Das wird nicht besser, solange das Nachbarhaus so offen dasteht, weil immer wieder Regenwasser eindringt.“ So steht die Wand im Dachgeschoss seit Monaten frei, der teils offene Dachfirst ist mit Folie abgedeckt. Das sei der entscheidende Punkt für den Verzug, sagt Bauleiter Kopittke.

Von Beate Vogel

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