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Prignitz Ärztemangel in Pritzwalk weckt Emotionen
Lokales Prignitz Ärztemangel in Pritzwalk weckt Emotionen
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10:46 27.02.2016
Quelle: dpa
Pritzwalk

Mit einem für ihn recht seltenen offenen Gefühlsausbruch reagierte Pritzwalks Bürgermeister Wolfgang Brockmann auf eine Frage des SPD-Stadtverordneten Jörg Schilling. Dieser hatte am Mittwoch auf der Stadtverordnetenversammlung im Kulturhaus in den Raum gestellt, ob die Stadt nicht investive Mittel einsetzen sollte, um einen neuen Frauenarzt nach Pritzwalk zu locken. Schilling führte als Beispiel für eine solche Vorgehensweise die Stadt Kyritz an. Doch Wolfgang Brockmann wies diesen Vorschlag vehement zurück – unter anderem unter Verweis auf die begrenzten Haushaltsmittel – und setzte zu einen scharfen Entgegnung an. Er rief Schilling wie andere Stadtverordnete auf, ihren Landtagsabgeordneten und der Landesregierung in dieser Sache Druck zu machen. Die Stadt könne in dieser Sache nicht viel tun, zumal der Ärztemangel ein allgemeines und lange bekanntes Problem sei.

Noch kein neuer Frauenarzt gefunden

Schilling machte noch einen weiteren Vorschlag,nämlich einen ausländischen Arzt anzuwerben, wenn kein deutscher Mediziner dafür zu gewinnen ist, wie etwa in Groß Pankow. Auch Christa Pfeifer (Freie Wähler Pro Prignitz) schaltete sich in die Diskussion ein, in der man letztlich übereinkam, noch einmal in der Angelegenheit einen gemeinsamen Appell zu verfassen.

Kontroversen im Stadtparlament. Quelle: Atzenroth

Wie in der MAZ berichtet, geht die Pritzwalker Fachärztin für Frauenheilkunde, Dorothea Simon, zum 31. März in den Ruhestand. Dann könnten 1400 Patietinnen ohne Frauenarzt dastehen, denn eine Nachfolgeregelung ist bislang nicht gefunden worden. Im Medizinischen Versorgungszentrum der KMG-Klinik nimmt Marita Becker zwar schon neue Patientinnen auf, doch gibt es hier keine Vollzeitbetreuung. Von Seiten der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg bemüht man sich seit fast einem Jahr vergeblich um eine Nachfolgerin für Dorothea Simon.

Groß Pankow als Vorbild für Integration

Groß Pankow war in noch einer anderen Hinsicht Anlass für eine Frage von Schilling. Dort plant der Wahrbergeverein eine zweitägige Kennenlernveranstaltung zur Integration von Flüchtlingen mit Spiel und Spaß sowie einem Begegnungsfest für Erwachsene. „Gibt es auch in Pritzwalk solche Pläne?“ wollte er wissen. Brockmann verneinte dies, verwies aber auf großen Zuspruch von jungen Menschen für die Angebote im Jugendklub Nord. Christa Pfeifer würde eine aber ebenfalls eine solche Veranstaltung begrüßen, um ein Zeichen zu setzen, dass es in Pritzwalk noch andere Kräfte gibt als die ständig demonstrierende AfD.

Schilling wollte dann auch noch wissen, warum es noch immer keine Sprach- und Integrationskurse für erwachsene Flüchtlinge in Pritzwalk gebe, obwohl sie schon zwei Monate oder länger hier untergebracht seien. Brockmann verwies als Antwort auf ein Absprachetreffen, das in der Zwischenzeit auf Einladung des Landkreises stattgefunden hat. Conrad Pfestorf (CDU) wiederum hat eine ganz andere Einstellung zu der Thematik als Christa Pfeifer und Jörg Schilling: „Die Versorgung von Asylbewerbern in Pritzwalk ist zu einhundertzehn Prozent ausreichend“, meinte er, „einen Überbietungswettbewerb, wer die beste Willkommenskultur hat, lehne ich persönlich ab.“

Von Bernd Atzenroth

Mit der Bankkarte lässt sich mittlerweile so ziemlich alles bezahlen, sollte man meinen. Doch bei einem Streifzug der MAZ durch Wittstock und Pritzwalk fällt auf, dass das in unserer Region längst nicht so einfach ist, wie in Berlin oder Hamburg. Besonders der Snack zwischendurch wird ohne nötiges Bargeld zur unerreichbaren Delikatesse.

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