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AfD-Demo direkt neben Friedensgebet

Nach dem Terror in Paris AfD-Demo direkt neben Friedensgebet

Mit mehr als 200 Teilnehmern waren mehr Menschen zur AfD-Demonstration nach Pritzwalk gekommen als zum gleichzeitig abgehaltenen Friedensgebet. Am Montagabend wurde eine weitere Demonstration angemeldet, die gegen die AfD demonstrierte. Bis auf zu laute Trillerpfeifenpfiffe blieb es bei der Veranstaltung ruhig.

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Während der Demonstration der AfD ging es vor allem um die Flüchtlingspolitik in der Region und generell im Bund.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Zahlenmäßig hatte die „Alternative für Deutschland“ den stärkeren Zulauf bei ihrer Demonstration auf dem Pritz­walker Marktplatz als das parallel stattfindende Friedensgebet der evangelischen Gemeinde. Nach Schätzungen von Experten waren es über 200 Personen, die dem Aufruf des AfD-Kreisvorsitzenden Thomas Schlaffke gefolgt waren, „gegen das Politikversagen“ in der Flüchtlingspolitik zu protestieren. Bereits anderthalb Stunden vor Beginn hatten sich Einsatzkräfte der Polizei in Stellung gebracht. Laut Pressesprecherin Dörte Röhrs waren rund 80 Beamte im Einsatz, um einen friedlichen Verlauf der Demonstrationen zu gewährleisten. „Es gab eine allgemeine Drohung gegen die AfD-Landtagsfraktion“, sagte sie. Da mit Andreas Kalbitz und Steffen Königer zwei Mitglieder der Fraktion in Pritzwalk redeten und angesichts allgemeiner Sicherheitserwägungen hatte sich die Polizei entschieden, die Demonstrationen massiv abzusichern.

Besucher des Friedensgebets in der Kirche

Besucher des Friedensgebets in der Kirche.

Quelle: Andreas König

Parallel zur AfD-Demo hatte die evangelische Kirchengemeinde in die Pritzwalker Nikolai-Kirche eingeladen, um mit einem Friedensgebet ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für Humanität zu setzen. Mit Lichtern in der Hand, Vorträgen und Gesängen erinnerten die Gemeindeglieder an die Not und das Elend, das hinter den Flüchtlingen liegt. Zu den Teilnehmern gehörte auch Bürgermeister Wolfgang Brockmann (FDP). Kurz vor Beginn der AfD-Kundgebung versammelten sich Gegendemonstranten am Absperrgitter zwischen Südseite der Kirche und Marktstraße. Zunächst mit Sprechchören und Gesängen, dann mit Trillerpfeifen wollten sie die Redner der AfD-Kundgebung übertönen. Dabei erzeugten die Gegendemonstranten laut Polizeioberkommissar Mathias Ehrchen, dem Vertreter der Versammlungsbehörde, zu viel Lärm. „Akzeptabel wären 70 Dezibel“, sagte er. „Wir haben jetzt 90 Dezibel gemessen.“ Zunächst in ruhigem, später energischem Ton erklärte Mathias Ehrchen den Gegendemonstranten, dass sie entweder ihre Lautstärke mäßigen oder aber weiter zurückweichen müssten. Nach einigem Hin und Her stießen die AfD-Gegner ihre Pfiffe etwas leiser aus. Weil eine unangemeldete Demonstration nach dem Versammlungsgesetz illegal ist, erklärte sich Dora Wrede aus Wittenberge bereit, als Anmelderin der Demonstration zu fungieren.

Starke Polizeipräsenz

Starke Polizeipräsenz

Quelle: Andreas König

Die Terroranschläge von Paris wurden bei den drei Kundgebungen aufgegriffen. Vielerorts waren die Farben der Trikolore, der französischen Nationalflagge zu sehen. Neben Plakaten mit „Je suis Paris!“ (Ich bin Paris) hielten vor allem die Teilnehmer des Friedensgebets Transparente mit dem Schriftzug „Ich bin traurig“ hoch.

Die Redner der AfD-Kundgebung, die laut Ankündigung die Frage „Wie sieht die Flüchtlingspolitik in der Prignitz konkret aus?“ beantworten wollten, verlangten Neuwahlen. Gegen 20 Uhr löste sich die AfD-Demonstration auf. Begleitet von Sprechchören der Gegendemonstranten verließen die meisten Besucher den Marktplatz.

Lediglich eine Gruppe augenscheinlich rechtsextremer Demonstranten stellte sich eine Weile in etwa 30 Metern Abstand auf und versuchte, mit laut gerufenen Losungen auf sich aufmerksam zu machen. Gegen 20.30 Uhr zogen sich auch die Sicherheitskräfte zurück. Laut Peter Schröder, dem Leiter der Polizeiinspektion Prignitz, gab es keine Vorkommnisse.

Von Andreas König

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